Im vergangenen Herbst gab es keine Zweifel mehr: Europa verabschiedet sich 2014 aus der Rezession. Passend dazu veröffentlichte die EU-Kommission im November ihre Schätzungen für das Wirtschaftswachstum. So soll das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2014 in der EU um 1,4 Prozent expandieren. Doch allmählich macht sich Skepsis breit. Anfang Jahr sorgten schwache Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte für Unruhe, und nun signalisiert auch noch die US-Wirtschaft Gebrechlichkeit. Der US-Einkaufsmanagerindex ISM für das verarbeitende Gewerbe sank im Januar deutlich von 56,5 auf 51,3 Punkte.

Noch ist dies aber kein Grund, schwarzzumalen. Vorsicht ist dennoch angesagt, zumal Europa im ersten Jahr nach der Rezession noch empfindlich auf Aussenstörungen reagieren könnte. Auch dürfte der Aufschwung den Unternehmen anfänglich nur ein moderates Umsatzwachstum bescheren, sodass eine erlösbasierte Ausweitung der Gewinnmargen eher unwahrscheinlich ist. Daher könnte es sich lohnen, auf Gesellschaften zu setzen, die sich in einem Umbau befinden. Denn Restrukturierungen können selbst bei einem schwachen Wirtschaftswachstum zu einem überdurchschnittlichen Gewinnanstieg führen.

Lonza wächst mit weniger Mitarbeitern

Auf dem besten Weg in eine neue Zukunft ist Lonza. Die Restrukturierungen zielen auf verbesserte Margen durch eine Portfoliostraffung und durch Werkschliessungen ab. Zudem soll die Verschuldung reduziert werden. Im Zuge der Sanierung ist die Mitarbeiterzahl zuletzt wieder unter die Marke von 10 000 gefallen. Allmählich kommt der Umbau auch in den Zahlen an. Zwar hat der Life-Science-Konzern 2013 weniger umgesetzt und auch verdient, doch gewannen die Basler nach einem schwachen ersten Semester in der zweiten Hälfte an Schwung.

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Konzernchef Richard Ridinger sieht nach einem Jahr der Transformation die Talsohle durchschritten und grosses Potenzial für die Zukunft. Für 2014 stellt das Firmenoberhaupt ein Erlöswachstum von rund 5 Prozent in Aussicht. Auch auf der Gewinnseite soll es nach oben gehen. Der sogenannte «Kern-Ebit», also das operative Ergebnis vor Sonderfaktoren, nahm im vergangenen Jahr bereits um 11 Prozent zu. Für das laufende Geschäftsjahr stellt Lonza ein Gewinnwachstum von etwa einem Zehntel in Aussicht.

Philips schrumpft sich gesund

Bei Philips werden ebenfalls bereits seit rund zwei Jahren die Weichen neu gestellt. Die Niederländer stossen margenschwache Geschäftsfelder ab – wie zuletzt die Fernseher-Sparte – und konzentrieren sich in Zukunft nur noch auf drei Bereiche: Medizintechnik, Leuchtmittel sowie elektronische Haushaltsgeräte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schaffte der Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone. Zwar fällt der Ausblick auf 2014 aufgrund des Währungsverfalls in den Schwellenländern relativ verhalten aus, doch sieht sich Konzernchef Frans van Houten auf einem guten Weg.

Peugeot noch nicht ganz über dem Berg

Noch inmitten der Krise steckt Peugeot Citroën (PSA). Der Autokonzern benötigt erhebliche Finanzspritzen, um mittelfristig wieder wettbewerbsfähig zu werden. Dazu holen sich die Franzosen nun den chinesischen Partner Dongfeng und die Regierung in Paris über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung ins Boot.

Auch wenn sich mit deren Einstieg die PSA-Anteile um 7 bis 11 Prozent verwässern werden, sehen die Experten der UBS den Deal als positiv. Ihrer Ansicht nach überwiegen die Vorteile einer positiven Trendwende im operativen Geschäft. Daher empfiehlt die Grossbank die PSA-Aktie zum Kauf, mit Kursziel 14 Euro.

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Anleger müssen sich bei einem Investment in Restrukturierungstitel bewusst sein, dass Rückschläge in der Strategie immer möglich sind, was letztendlich für eine hohe Volatilität in den Valoren sorgen kann. Wer lieber breit gefächert in das Thema investieren möchte, kann einen Blick auf das neue Tracker-Zertifikat der UBS, auf den «European Restructuring Basket» werfen. In diesem Aktienkorb sind zehn gleichgewichtete Unternehmen vertreten – neben PSA und Philips unter anderem der Tech-Konzern Alcatel-Lucent, der weltweit grösste Bierbrauer Anheuser-Busch InBev, die französische Grossbank BNP Paribas und die Swiss-Mutter Lufthansa. Das in Franken kotierte Zertifikat ist währungsgesichert gegenüber dem Euro.