Das war eine Überraschung! Im Zeitfenster von einigen Tagen bei Vorlage der Daten zur Angebots- und Nachfragestruktur am Goldmarkt im ersten Quartal Anfang Mai zog es den Goldpreis schnell um rund 5 Prozent nach oben. Immerhin lag die Nachfrage laut Angaben der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) im ersten Quartal des Jahres deutlich über den Erwartungen und auch über dem Angebot.

So meldete die WGC für die ersten drei Monate mit der Präsentation der Gold-Demand-Trends weltweit einen Anstieg der Goldnachfrage um 20,5 Prozent auf 1289,8 Tonnen. Das war nach dem vierten Quartal 2012 die zweitgrösste Nachfrage nach dem Edelmetall seit dem Jahr 2000. Da die Versorgung mit Gold in diesen drei Monaten nur um 5 Prozent auf 1134,9 Tonnen gestiegen war, drehte ein Angebotsüberschuss von 10,6 Tonnen vom Vorjahresquartal zu einem Nachfrageüberhang von 154,9 Tonnen. Da die Nachfrage grösser war als das Angebot ist der Preisanstieg bei Gold dadurch leicht erklärbar.

Trendwechsel bei Gold – Kursvervielfachung bei unseren Empfehlungen

Die Redaktion von stocksDIGITAL hatte auf einen Trendwechsel bei Gold bereits sehr frühzeitig gesetzt, und der im Dezember empfohlene Call (ISIN: CH0256319259) auf das gelbe Metall hat sich dabei zum absoluten Volltreffer entwickelt. Der Kurs hat sich nämlich seit der Erstempfehlung von Ende 2015 vervierfacht und bringt konkret ein Plus von 325 Prozent.

Das wird wohl aber nicht das Ende der Fahnenstange sein: Die grundsätzliche Lage am Goldmarkt hat sich nämlich geändert, und da sind mittelfristig noch höhere Preise drin. Aber auch kurzfristig besteht Kursphantasie: Möglicherweise wird der Goldpreis bereits Ende Juli den nächsten Sprung machen.

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Investoren kommen zurück

Zuerst einmal: Investoren haben das Edelmetall wiederentdeckt. Das ist ja eine grundsätzliche Erkenntnis: Steigen die Preise einer Assetklasse, lockt dies vermehrt Anleger an. Und so wundert es nicht, dass die Nachfrage im grössten Gold-ETF der Welt, dem SPDR Gold Trust (ISIN: US78463V1070), seit Wochen steigt und steigt. Dort ist Gold physisch hinterlegt. Das im Trust gebunkerte Volumen lag im Dezember noch bei 634,6 Tonnen und im Mai bereits wieder bei 855,9 Tonnen, und inzwischen sind es sogar 950,1 Tonnen. Täglich werden es mehr. Das Goldvolumen im SPDR ist jetzt wieder so gross wie zuletzt Anfang Juli 2013. Im Dezember 2012 lag das Hoch allerdings noch bei 1353,4 Tonnen. Damals herrschte bei einem Goldpreis von etwa 1700 Dollar je Unze eine Goldhysterie.

Im aktuellen Umfeld wird die Präsentation der Gold-Demand-Trends der WGC für das zweite Quartal und Halbjahr interessant. Die Daten sind etwa gegen Ende Juli oder Anfang August zu erwarten. Angesichts der aktuell stark anschwellenden Goldnachfrage im SPDR Trust könnte es sein, dass von der WGC erneut eine unerwartet starke globale Quartals-Goldnachfrage gemeldet werden wird. Das wird wahrscheinlich wie bereits nach der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal einen Schub auslösen.

Anleger setzen auf eine unerwartet starke Goldnachfrage im ersten Halbjahr

Wer dieses Szenario spielen will, der greift zu einem Gold-Call mit vergleichsweise hohem spekulativen 14er-Hebel (ISIN: CH0321530542, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 1229,82 Dollar, Bezugsverhältnis 100:1). Da ist zwar der Knock-out nicht allzu weit entfernt und das Risiko entsprechend erhöht, doch dafür könnte es sein, dass es bei einem Schub der Goldnotierung in den nächsten Wochen massiv überproportionale Kursgewinne beim Call geben wird. Steigt Gold beispielsweise auf 1400 Dollar, wird sich der Call annähernd verdoppeln.

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Das ist die kurze Perspektive. Aber mittelfristig hat sich das Bild auch zugunsten von Gold gedreht. Denn das Edelmetall erscheint Anlegern und Investoren jetzt wieder als wichtiges Investment in unsicheren Zeiten und ist ihnen dadurch als sicherer Hafen lieb und teuer. Das Abstimmungsergebnis zum Brexit hat es gezeigt: Steigende Ungewissheit wirkt sich schlagartig auf die Goldnotierung aus. Nachdem sich ein Ja der Briten zum Exit aus der EU abgezeichnet hatte, fing der Kurs des Edelmetalls an zu laufen und kletterte so innert weniger Stunden um etwa 70 Dollar je Unze oder um rund 6 Prozent.

Gold wird als Krisenwährung wiederentdeckt …

Offensichtlich wirkten der Kursverfall beim Pfund – tiefster Stand seit 31 Jahren – und der Minicrash am Aktienmarkt nach dem Brexit-Votum für viele Anleger wie ein Menetekel: Nichts oder nur wenig ist sicher, und da könnte ein Reservepolster in Gold nicht schlecht sein, scheinen sie überlegt zu haben. Zudem haben weltweit gesehen die Zentralbanken Gold ebenfalls auf ihrer Liste.

Wie die WGC meldet, haben die Notenbanken rund um den Globus – allen voran die Häuser in China, Russland und Kasachstan – im vergangenen Jahr 566 Tonnen Gold mehr eingekauft als abgestossen. Das war der sechste Jahresanstieg in Folge. Nachdem die Zentralbanken im ersten Quartal ihre Position erneut um 109 Tonnen ausgebaut haben, erwartet die WGC auch für das Gesamtjahr ein Goldplus in den Tresorräumen der Notenbanken in einer Spanne zwischen 400 und 600 Tonnen.

… und zusätzliche Phantasie aus einem «Goldstandard» für die arabische Welt

Zuletzt ist da auch noch die Hoffnung auf die Einführung eines Scharia-konformen Investmentstandards für arabische Länder. Bisher war diesen aus religiösen Gründen eine Reihe von Anlage- und Spekulationsmöglichkeiten mit dem Edelmetall noch versperrt. Die WGC hält es aber für möglich, dass ein Standard noch in diesem Jahr kommen wird. Die Goldnachfrage soll laut den Experten der Branchenorganisation dann pro Jahr um einige hundert Tonnen zusätzlich steigen.

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Wegen der tiefen Knock-out-Schwelle von 1039,07 Dollar und des damit vergleichsweise geringen Risikos des Calls, den wir schon im Dezember empfohlen hatten (ISIN: CH0256319259), setzen etwas konservativere und mittelfristig orientierte Anleger erneut auf dieses Derivat. Bei einem aktuellen 4er-Hebel winken dort bei Goldpreisen von 1500 Dollar immerhin noch Kursgewinne von mehr als 50 Prozent. Wer sich mit weniger Profit zufriedengeben und auch das Risiko senken will, der greift zum erwähnten SPDR Gold Trust (ISIN: US78463V1070). Dieses Vehikel bildet die Entwicklung des Goldpreises im Verhältnis eins zu eins ab.