Seit Monaten zeigt sich die Apple-Aktie mit relativer Stärke. Während die Nasdaq in den letzten sechs Monaten um rund 10 Prozent zulegen konnte, schaffte die Aktie des Computer- und Smartphone-Konzerns im selben Zeitraum ein Plus von 30 Prozent. Apple hatte bis vor wenigen Tagen sogar schon die erst vor zwei Wochen geknackte Marke von 100 Dollar erfolgreich verteidigt. Gewinnmitnahmen nach den deutlichen Kurssteigerungen drückten den Titel am Mittwoch wieder auf oder gar leicht unter die wichtige psychologische Schwelle. Anleger haben jetzt aber nicht unbedingt nur diese Hürde im Visier, sondern auch den 9. September.

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Auf nächsten Dienstag, um 10 Uhr Ortszeit – 19 Uhr, mitteleuropäische Sommerzeit –, lädt Apple-Chef Tim Cook die Presse zur Konferenz ein. An diesem Tag sollen neue Modelle vorgestellt werden. Die Veranstaltung ist aber nicht nur für Apple-Freaks und Fans der Apple-Produkte interessant, sondern auch für Anleger. Denn anders als seit Jahren üblich, findet die Präsentation nicht in San Francisco statt, sondern im Flint Center am Firmensitz in Cupertino in Kalifornien.

Präsentation in Cupertino – wird eine Produktoffensive kommen?

Das öffnet Raum für Spekulationen. Denn dort stellte Apple-Legende Steve Jobs dem Fachpublikum vor 30 Jahren den ersten Macintosh-Computer vor. Möglicherweise ist die Symbolik ein versteckter Hinweis auf einen ganz grossen Wurf. Vielleicht stellt Apple in der nächsten Woche nicht nur das neue iPhone 6 vor, sondern weit mehr. Es gibt Gerüchte, Apple hätte einen Deal mit den grossen Kreditkartenanbietern Visa, Mastercard und American Express geschlossen, und das neue iPhone könnte als digitale Brieftasche zum Bezahlen dienen. Damit würde Apple natürlich jede Menge margenstarker Umsätze generieren.

Dann ist da die Produktpalette. Apple hat nicht nur ein neues iPhone in der Pipeline, sondern möglicherweise Dinge wie die seit langem erwartete Computer-Uhr oder Neuigkeiten zu Apple-TV. Amazon hat erst vor wenigen Tagen dazu ein eigenes Konkurrenzprodukt vorgestellt. Eine Apple-Produktoffensive würde nicht nur die Freaks überraschen, sondern womöglich auch die Finanzgemeinde. Das könnte den Kurs nach der leichten Korrektur der letzten Tage wieder klar nach oben schieben.

Deutlicher Gewinnanstieg im dritten Quartal

Operativ ist der Tech-Konzern aus Kalifornien auf jeden Fall auch ohne Einführung neuer Produkte im Aufwind. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres per Ende Juni steigerte Apple nicht nur ihren Umsatz im Vorjahresvergleich um 5,9 Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar, sondern auch den Gewinn und zwar gleich deutlich überproportional um 19,6 Prozent auf 1,28 Dollar je Aktie.

Jetzt, kurz vor der Präsentation am Dienstag, setzen Börsianer auf drei Anlagemöglichkeiten:

Für Konservative: Die Aktie US0378331005

Für Renditehungrige: Wer die Entwicklung der Aktie etwas aufpeppen will, greift zum Knock-out-Zertifikat mit nicht zu hohem Hebel (ISIN: CH0223830040, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 70,92 Dollar, Abstand zum Knock-out: 29,3 Prozent, Hebel 3,4).

Für Risikofreudige: Wer lediglich kurzfristig mitzocken will, setzt mit einem höheren Hebel auf Überraschungen am 9. September (ISIN: CH0248903996, Laufzeit 19.12.14, Basis und Knock-out jeweils 90,0 Dollar, Abstand zum Knock-out: 10,2 Prozent, Hebel 9,7). Das Apple-Management gibt sich jedenfalls geheimnisvoll. Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung beschränken sich auf den Satz: «Wir wünschten, wir könnten mehr sagen.»