Bis vor kurzem befassten sich die Aufsichtsbehörden nur mit der möglichen Systemrelevanz von Anlagefonds. Vermehrt geht es nun aber um die Frage, ob von grossen Asset Managern eine Gefahr für die Finanzmarktstabilität ausgeht.

Als Hauptgrund für die Regulierungsnotwendigkeit wird die enorme Grösse der bedeutendsten global tätigen Asset Manager angegeben. Sie ist jedoch kein geeignetes Kriterium für die Beurteilung der Systemrelevanz, legen doch Asset Manager die Gelder meist ausschliesslich im Auftrag der Investoren an. Sie sind weder Eigentümer der Vermögenswerte, noch gehen sie Gegenparteirisiken ein.

Vermögensverwalter sind nicht systemrelevant

Asset Manager vergeben keine Kredite und führen keine eigenen Handelsbücher. Der wesentliche Unterschied zwischen Vermögensverwaltern sowie (systemrelevanten) Versicherungen und Banken besteht also darin, dass Erstere ihr Geschäft ausserhalb der Bilanz betreiben. Folglich sind die von Asset Managern verwalteten Vermögenswerte von Kunden im Fall einer Liquidation beziehungsweise eines Konkurses nicht Bestandteil der Liquidations- beziehungsweise Konkursmasse.

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Systemrelevante Finanzinstitute sind stets dadurch in Schwierigkeiten geraten, weil in den Bilanzen Aktivpositionen eingegangen wurden, die sich als nicht nachhaltig erwiesen – z.B. hohe Subprime-Positionen, zu hohe Aktienquoten – und die in der Folge abgeschrieben werden mussten. Bei der laufenden Diskussion muss zwischen Anlage- und Systemrisiken strikt unterschieden werden. Da selbst die grössten Asset Manager und Fonds keine oder vernachlässigbar kleine Bücher führen, sind sie nicht direkt mit den Banken und Versicherungen vergleichbar. Sie können somit auch keine Quelle für Systemrisiken oder Finanzkrisen sein.

Markus Fuchs, Geschäftsführer Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA