Nordamerikanische «Schrott-Anleihen» befinden sich auf Achterbahnfahrt. So kamen Unternehmensanleihen von notleidenden, nordamerikanischen Firmen zwischen Sommer 2014 und Ende 2015 unter die Räder, der «Altman Distressed North America Total Return Bond Index» etwa verlor in dieser Zeitspanne satte 65 Prozent.

Die Gründe für diesen wahrhaften Crash lagen in der starken Korrektur der Rohstoffpreise und in Panikverkäufen von grossen Anlegern in einen illiquiden Markt hinein. Dank der Erholung der Rohstoffpreise und der Metamorphose der Obligationen-Anleger von Panikverkäufern zu Panikkäufern konnte dieses Anleihen-Segment seit Februar diesen Jahres wieder um beachtliche 65% zulegen – der erwähnte Index jedoch notiert aber immer noch 40 Prozent unter den Höchstständen vom Sommer 2014.

Fundament und Bewertung weiterhin attraktiv – auch «Schrott» kann günstig sein

Dank der weiterhin robusten Verfassung der amerikanischen Wirtschaft dürften die Ausfallquoten im Bereich der notleidenden Unternehmensanleihen ausserhalb des Rohstoffsektors in Nordamerika auf absehbare Zeit auf den derzeitigen – historisch sehr tiefen – Niveaus verharren.

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Die Rohstoffmärkte scheinen auch ihren Tiefpunkt überschritten zu haben – in diesem Bereich dürfte dies zu einer markant sinkenden Ausfallquote führen. Zudem ist das Volumen an ausstehenden, notleidenden Firmenanleihen stark am schrumpfen – ein sinkendes Angebot trifft also auf eine steigende Nachfrage. Gerade deshalb erscheinen Investitionen in dieses äusserst riskante Anleihenmarkt-Segment äusserst attraktiv – die durchschnittliche, jährliche Verfallrendite liegt derzeit um die 14 Prozent!

Klein aber fein muss es sein

Aufgrund des erhöhten Ausfallrisikos bei Anleihen von notleidenden Firmen sollte das ausgewählte Investitionsvehikel ein diversifiziertes Exposure offerieren – wie etwa ein Fonds. Zudem sollte dieser Fonds aufgrund des sehr illiquiden Charakters des betrachteten Anleihenmarktsegmentes relativ klein sein, einen langen Track-Record haben und aktiv verwaltet sein. Soll heissen: Wenn der Preis stimmt, ist auch «Schrott» attraktiv.

*Matthias Jenzer, CIO, Quilvest (Switzerland) Ltd