«Höher, schneller, weiter» lautete jahrelang die Devise der Autokonzerne, wenn es um den chinesischen Markt ging. Insbesondere die deutschen Premiumhersteller BMW, Daimler und die VW-Tochter Audi drängten mit ihren PS-Boliden ins Reich der Mitte. Doch wer beispielsweise den letzten Quartalsbericht von BMW aufmerksam gelesen hat, konnte bereits leisere Töne vernehmen. «In China setzt sich die bisherige Wachstumsdynamik derzeit nicht weiter fort», hiess es bei der Einschätzung der Automobilmärkte für 2015.

Und die Situation hat sich mit dem jüngsten Börsencrash am chinesischen Aktienmarkt noch verschlechtert. Die luxuriösen Schauräume der Händler verwaisen zunehmend. Laut einem Insider haben in den vergangenen vier Wochen 20 bis 30 Prozent weniger Kunden die Läden von Mercedes-Benz aufgesucht als noch vor einem Jahr.

Hohe Rabatte drücken zwar auf die Gewinne …

Infolgedessen müssen die Händler immer höhere Rabatte gewähren. Die Preisnachlässe, die zum Teil mehr als 15 Prozent betragen, hinterlassen wiederum ihre Spuren in den Bilanzen. So sprach der chinesische BMW-Partner Brilliance bereits eine Gewinnwarnung aus. Das Ergebnis des ersten Halbjahres werde um bis zu 40 Prozent schrumpfen, weil die Geschäfte des Joint Ventures mit BMW schlechter liefen.

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Auch der chinesische Branchenverband reagierte bereits auf die neue Situation und schraubte seine Absatzprognose für den weltgrössten Automarkt von 7 auf nur noch 3 Prozent zurück. Für Unternehmen wie BMW eine Hiobsbotschaft, wird doch rund ein Fünftel der ausgelieferten Fahrzeuge ins Reich der Mitte verschifft. Bereits zum Halbjahr betrug das Wachstum auf dem Festland nur noch 2,5 Prozent.

… doch die langfristigen Perspektiven sind nach wie vor intakt

Mit Massnahmen wie einer Anpassung der Zahlungsziele reagieren die deutschen Hersteller auf die Turbulenzen in China und hoffen gleichzeitig auf Besserung. «Wir bleiben in China zuversichtlich, da die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven und Rahmenbedingungen weiter attraktiv sind», heisst es beispielsweise aus der BMW-Konzernzentrale in München.

In das gleiche Horn bläst Marktexperte Peter Fuss von der Unternehmensberatung EY: Das Wachstum falle zwar geringer aus als ursprünglich erwartet. Der Hunger der Chinesen nach individueller Mobilität werde jedoch dafür sorgen, dass der Pkw-Markt dort weiterwachse.

USA – der höchste Autoabsatz seit 2001 …

Während China schwächelt, zeigt sich der US-Markt weiterhin von seiner Glanzseite. Nach dem ersten Halbjahr ist die Branche dem Analysehaus Autodata zufolge auf dem besten Weg, im laufenden Jahr erstmals seit 2001 wieder mehr als 17 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Vor allem die deutschen Autobauer feiern grosse Erfolge jenseits des Atlantiks.

Aber auch der amerikanische E-Auto-Protagonist Tesla erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Konzern verkaufte im zweiten Quartal 11’507 «Model S»-Fahrzeuge, ein Plus von 52 Prozent. Um das Ziel von 55’000 verkauften Autos zu erreichen, muss Tesla aber noch einen Gang zulegen. Allerdings kommt im zweiten Halbjahr das neue Elektro-SUV «Model X», welches neue Impulse setzen könnte.

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… und Iran als Newcomer lässt Peugeot hoffen

Neu in die Liste der chancenreichen Automärkte haben die Hersteller neuerdings den Iran im Zuge der Einigung im Atomstreit aufgenommen. Vor allem die französischen Konzerne Peugeot und Renault zeigen Ambitionen auf dem rund 80 Millionen Einwohner grossen Absatzmarkt.

Während Peugeot bereits Gespräche mit dem langjährigen iranischen Partner Khodro führt, sucht Konkurrent Renault noch einen Finanzpartner, um den Verkauf der Billigautos seiner Tochter Dacia am persischen Golf aufzubauen. Gerüchten zufolge soll auch VW erste Überlegungen anstellen, die Töchter Skoda und Seat im Iran zu platzieren.

Mit Bedacht investieren

An der Börse haben die Auto-Aktien zuletzt etwas an Schwung verloren. Auch wenn das Marktbarometer, der Euro Stoxx Automobiles & Parts, seit Jahresbeginn noch 22 Prozent vorne liegt, läuft bereits seit März eine längere Konsolidierungsphase, die den Auto-Werten seither Einbussen von mehr als einem Zehntel beschert. Anleger sind daher gut beraten, mit Teilschutz zu agieren. Aktuell haben die Emittenten interessante Produkte im Angebot, die über Risikopuffer von mehr als 40 Prozent verfügen. So lässt sich der langfristig weiterhin interessante Sektor als konservative Anlage im Depot beimischen.

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In der nachfolgenden Tabelle hat stocksDIGITAL eine Reihe von neuen Barrier Reverse Convertibles (BRC) mit attraktiven Konditionen zusammengestellt. Der BRC auf BMW/Daimler/VW (Valor 24173567) von der Bank Vontobel verfügt zudem über eine Besonderheit: Eine Lock-in-Funktion. Sollten alle drei Basiswerte an einem Beobachtungstag, der einmal im Quartal stattfindet, mindestens bei 103 Prozent des Startwertes notieren, verwandelt sich das Papier in ein Kapitalschutz-Zertifikat und Anlegern ist die Maximalrendite sicher. Dieses Zusatzfeature bezahlen Anleger mit Renditeverzicht, der Coupon fällt im Vergleich zu den klassischen BRC kleiner aus.

 

Basiswerte

Emittent

Valor

 Währung

Coupon

Barriere

Laufzeit

BMW/Daimler/VW

ZKB

28440284

EUR

9,00 % p.a.

69 %

10.07.2017

BMW/Daimler/VW

Credit Suisse

24874881

EUR

8,00 % p.a.

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69 %

11.07.2016

BMW/Tesla/VW

Leonteq

28154527

EUR (Quanto)

9,40 % p.a.

55 %

17.10.2016

BMW/Daimler/VW

Bank Vontobel

24173567

EUR

4,65 % p.a.

65 %

17.07.2016

Daimler/Renault/ Peugeot

Bank Vontobel

28405255

EUR

7,68 % p.a.

60 %

23.12.2016