Walter Meier: +10 Prozent. Carlo Gavazzi: +10 Prozent. Banque Cantonale de Vaudoise: Ebenfalls +10 Prozent. Und während Nebag nur +5 Prozent brachte, lieferte Mobilezone +20 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Redaktion von stocksDIGITAL fünf vielversprechende Titel als Top-Picks für einen kurzfristigen Dividendenzyklus ausgewählt. Und alle fünf Titel brachten schon in den folgenden Wochen bis zur anschliessenden Generalversammlung Kursgewinne zwischen 5 und 20 Prozent – im Durchschnitt ergab sich daraus ein Gewinn von mehr als 10 Prozent. Der SMI ist im selben Zeitraum nicht vom Fleck gekommen.

Erfahrene Anleger wissen: Bei Aktien, die nachhaltig hohe Dividenden bieten, kommt es häufig im Vorfeld der Generalversammlung zu überdurchschnittlich stark steigenden Kursen. Die Gründe sind vielfältig. Das geht zum einen auf das Konto von Dividendenjägern, die generell auf Titel mit hoher Rendite setzen und sich dann noch schnell vor dem Aktionärstreffen mit der in der Regel am nächsten Tag oder einige Tage später folgenden Dividendenzahlung positionieren. Da mögen teilweise auch steuerliche Aspekte eine Rolle spielen, zum Beispiel bei internationalen Anlegern und Investoren.

Top-Dividendenwerte – die mediale Aufmerksamkeit bringt steigende Kurse

Einer der grössten Kurstreiber bei dividendenstarken Titeln, vor der Generalversammlung, dürfte aber die erhöhte mediale Aufmerksamkeit sein. Denn meist im beginnenden Frühling, im Februar, März und teilweise noch Anfang April, erscheinen in diversen Medien Rankings mit den Top-Dividendenwerten. Zahlungen mit Renditen von 4 oder 5 Prozent und mehr ziehen aber das Interesse der Anleger an, bringen so eine zyklisch steigende Nachfrage nach den Papieren und höhere Kurse.

Kurzfristig orientierte Anleger, die diesen Dividendenzyklus nutzen wollen, steigen in der Regel einige Wochen vor der Generalversammlung ein und verkaufen die Position dann auch wieder, noch vor der Ausschüttung und vor dem Ex-Dividende-Tag. Denn ab diesem Tag besteht kein Anspruch mehr auf die Zahlung, und das Interesse der Börsianer an einem Titel fällt dann oft deutlich ab. Deshalb kommt es Ex-Dividende oder nach dem Dividendenabschlag auch nicht selten zu Kursrückgängen, die über die Höhe der gezahlten Dividende hinausgehen.

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Dividendenzyklus 2016 – Nebag und Carlo Gavazzi sind vielversprechend, …

Und der Dividendenzyklus 2016? Nebag brachte zwar im vergangenen Jahr nicht die grosse Kurssteigerung, doch der Titel ist nach wie vor spannend. An der Generalversammlung, am 13. Mai, soll eine Ausschüttung in der Höhe von 0.60 Franken je Aktie beschlossen werden. Dabei handelt es sich um eine Nennwertrückzahlung, die Rendite von 6,2 Prozent ist damit steuerfrei.

Wegen eines abweichenden Geschäftsjahres dauert es bei Carlo Gavazzi bis zur Generalversammlung noch etwas – der Spezialist für Elektroausstattung lädt seine Aktionäre erst per 26. Juli zum Treffen. Und die Geschäfte des Konzerns aus Steinhausen laufen derzeit etwas problematisch, denn infolge der Frankenstärke verbuchte das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Rückgang um 8,2 Prozent, was zu einem Umsatz von 64,7 Millionen Franken führte, und das Minus von 22,4 Prozent leitete den Gewinn auf 3,8 Millionen Franken. Doch angesichts der hohen Eigenkapitalquote von 70,5 Prozent dürfte die Dividende erneut bei 12.0 Franken liegen. Die Bekanntgabe dieser Zahlung und einer Rendite von 5,7 Prozent wird wohl spätestens im Juni die Aktie aus ihrer Lethargie reissen, denn der Kurs von Carlo Gavazzi läuft bereits seit sechs Monaten in einer engen Handelsspanne nur noch seitwärts.

… und Banque Cantonale Vaudoise sowie Freenet versprechen ebenfalls schnelle Gewinne

Die Aktie von Banque Cantonale Vaudoise ist in den letzten zwölf Monaten schon um 25 Prozent gestiegen, und die Dividende kann da nicht ganz mithalten. Trotz der Anhebung um 1.0 Franken auf 23 Franken ergibt sich nun eine etwas reduzierte Rendite inklusive Bonus von 10.0 Franken – gesamthaft 33.0 Franken – von 4,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es 5,8 Prozent. Berücksichtigt man allerdings, dass der Bonus aus der Kapitaleinlagereserve und damit steuerfrei fliesst, setzen Anleger mit der Aktie dieser Bank auch in diesem Jahr auf einen kurzfristigen Dividendenzyklus. Die Generalversammlung ist für den 21. April terminiert.

Jenseits der Grenzen im Euroraum zeigt die deutsche Freenet aus dem TecDAX seit vielen Jahren ebenfalls einen klaren Dividendenzyklus im Vorfeld der Generalversammlung. Diese findet in diesem Jahr am 12. Mai statt. Bei der von 1,50 auf 1,55 Euro je Aktie angehobenen Dividende sollte eine Rendite von 6,1 Prozent, wie schon oft in den Vorjahren, auch jetzt wieder bis zum Aktionärstreffen schöne Kursgewinne bringen. Freenet ist dabei im Moment sogar doppelt interessant: Zum einen wegen des Dividendenzyklus, zum anderen aus technischer Sicht. Denn der Titel ist wieder auf die psychologische Marke und starke Unterstützung bei 25 Euro zurückgefallen. Von dort konnte die Aktie in den letzten zwölf Monaten aber bereits dreimal nach oben drehen und dann schnell um 10 bis 25 Prozent zulegen. Vor einem Jahr übrigens – ab Mitte März – zog es den Kurs zwei Monate lang bis zur Hauptversammlung am 21. Mai um rund 20 Prozent nach oben.