Das sieht doch gar nicht schlecht aus: 2,6 Prozent liegt der SPI in diesem Jahr im Plus. 150 der 208 Mitglieder im breit gefassten Schweizer Aktienindex weisen eine positive Performance aus. 58 Aktien aber bringen seit Jahresstart Verlust. Von den grossen Namen mit rotem Kursvorzeichen sind Transocean und Vontobel mit jeweils –12 Prozent ganz böse abgerutscht. Nur zwei andere Werte im SPI hat es noch heftiger erwischt: Addex Therapeutic mit –37 Prozent und Advanced Digital Broadcast (ADB) mit 15 Prozent Kursverlust.

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Während Addex als kleines forschendes Pharmaunternehmen hochspekulativ ist und die Anleger Anfang Februar mit seinen Entwicklungsergebnissen enttäuscht hat, könnte der Kursrückgang bei Advanced Digital seit Ende Januar um mehr als 10 Prozent eine gute Einstiegsgelegenheit sein. Auslöser für den Kursrutsch waren die vorläufigen Jahreszahlen für 2013. Dabei meldete der Anbieter von Lösungen und Produkten für die digitale Fernsehübertragung nicht nur einen Umsatzrückgang um 17,3 Prozent auf 373,5 Millionen Dollar, sondern auch einen hohen Verlust. Denn Wertberichtigungen auf ein 2006 akquiriertes Unternehmen in Höhe von 9,4 Millionen Dollar und Kosten für Restrukturierungen über 1,7 Millionen Dollar verursachten per Saldo einen drastischen Ergebniseinbruch. Gab es 2012 noch einen Gewinn von 1.64 Dollar je Aktie, so stand nun ein Minus von 1.55 Dollar je Anteil in den Büchern.

Rückgänge nur vorübergehend

Die roten Zahlen dürften aber wohl nur vorübergehend sein. So verbuchte die Holding aus Chambesy im Kanton Genf zwar zum ersten Mal seit Gründung 1995 im zweiten Halbjahr schwächere Geschäfte als im ersten Semester. Doch das war vor allem eine Folge von Auftragsverschiebungen einiger Schlüsselkunden aus dem Bereich Pay-TV in das Jahr 2014. Diese Kunden hatten zwar mit Umsatzrückgängen zu kämpfen, konnten unter dem Strich aber die Zahl ihrer Nutzer sogar steigern. Firmenchef Andrew Rybicki geht deshalb davon aus, dass der Negativeffekt bei ADB nur einmalig war. Auf die Umsatzverschiebungen hat das Unternehmen bereits im dritten Quartal mit Effizienzmassnahmen reagiert.

Apropos Kostensenkungen: Das Finanzergebnis des Konzerns hat sich schon 2013 von minus 2,8 auf plus 2,0 Millionen Dollar verbessert und dürfte weiter abnehmen. Denn der TV-Zulieferer baut seine Netto-Cashposition zusehends aus. Bei einem Börsenwert von 75 Millionen Franken sitzt das Unternehmen auf Netto-Liquidität in der Höhe von 31,4 Millionen Dollar oder rund 5 Franken je Aktie. Das bedeutet ein erhebliches Sicherheitspolster.

Starkes Wachstum des ADB-Marktes

Und selbst wenn 2013 fallende Erlöse brachte: Die Branche blickt zuversichtlich voraus. Das Beratungshaus Dataxis sagt für die Zielgruppe von ADB, nämlich Fernsehsender aus der digitalen Welt und dem Bereich Pay-TV, starke Zuwachsraten voraus. So soll die Marktdurchdringung von Digitalfernsehen in Europa bis 2018 von derzeit rund 90 auf 105 Prozent steigen – pro Haushalt würde es also mehr als eine Digitalfernsehmöglichkeit geben. Gleichzeitig soll die Zahl der Pay-TV-Kunden in den nächsten fünf Jahren um 30 Prozent zulegen. Damit dürften die ADB-Produkte weiter gefragt sein, die einerseits dem Empfang von digitalen Programmen und Pay-TV sowie anderseits auch der Interaktion zwischen Nutzer und Empfangsgerät dienen.

Charttechnik verspricht rasanten Rebound

Kann der TV-Experte wieder alte Gewinnniveaus erreichen, sind schon 2014 einstellige Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder realistisch. Wirklich spannend ist die Aktie allerdings aus technischer Sicht. Mehrmals in den vergangenen zwölf Monaten fiel der Kurs schon in den Bereich von 13.50/14.00 Franken, drehte von dort aber auch schnell innerhalb weniger Wochen ganz kräftig nach oben. Kursgewinne von 10, 20 und mehr Prozent lagen da drin. Nachdem die Aktie nun vor wenigen Tagen vom 12-Monats-Tief um 13 Franken nach oben gedreht hat, könnte der nächste schnelle Kursaufschwung bevorstehen. Möglicherweise zählt die Aktie dann schon in wenigen Wochen oder Monaten zu den Top-Performern im SPI.