Myriad +27,2 Prozent in den ersten Januarwochen, Publigroupe +29,9 Prozent Kursgewinn kurz nach dem Jahreswechsel – die Performance der Small-Cap-Empfehlungen aus der stocksDIGITAL-Ausgabe vom 20. Dezember konnte sich sehen lassen. Zusammengenommen schafften die vier kleinen Werte im Verlauf des Januars eine Outperformance gegenüber dem SMI von zeitweise bis zu 13,3 Prozent. Am Monatsende waren es immerhin noch 8,0 Prozent.

Starke Kleine

Gemäss langjähriger Beobachtungen ist im Januar jeweils mit einem starken Kursgewinn, vor allem bei vergleichsweise kleinen Titeln, bei sogenannten Small Caps, zu rechnen – stocksDIGITAL empfahl deshalb Ende 2013 neben Myriad und Publigroupe die Aktien von Repower und Edisun Power als besonders vielversprechend für eine Januar-Kursrally.  

Zwei dieser vier Titel schlossen bereits exzellent ab, und auch beim SMI – zumindest bei Jahresbeginn – war ein positiver Januar-Effekt zu beobachten. So kletterte der Index in den ersten Wochen 2014 um bis zu 3,4 Prozent. Nach dem raschen Start kam dann aber gegen Ende des Monats die Ernüchterung mit fallenden Kursen und einem Minussaldo bei Schweizer Blue Chips von 0,1 Prozent.  

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Auch der mit seinen 208 Mitgliedern wesentlich breiter gefasste Aktienindex SPI zeigt einen deckungsgleichen Kursverlauf und schloss im Januar leicht im Minus.  

Keine Angst vor dem Januar-Minus des SMI

Viele Anleger fürchten nun die Börsenregel: Wie der Januar, so das ganze Jahr. Tatsächlich sorgen die Währungsprobleme in zahlreichen Schwellenländern für Angst und Schrecken unter Anlegern, zudem soll sich das Wachstumstempo in den Emerging Markets in diesem Jahr vergleichsweise weniger stark beschleunigen.  

Verluste im Januar gleich Verluste im Gesamtjahr?  Die langfristige Bilanz des SMI gibt keinen Anlass zu einem solchen Pessimismus. Seit dem Start des Index 1987 gab es in 13 Jahren im Januar mehr oder weniger starke Kursrückgänge. In fünf dieser 13 Jahre kam es dann tatsächlich bis zum Jahresende teilweise zu kräftigen Kursrückgängen. 1990 war eine Katastrophe, 2001 und 2002 sowie 2008 – mit einem Kursverfall am Schweizer Aktienmarkt von 35 Prozent – ebenso. 2010 gab es trotz schwachem Januar bis zum Jahresschluss mehr oder weniger eine Stagnation.

In sieben der 13 Jahre aber verbuchten Anleger zum Teil massive Kursgewinne – und das trotz eines schwachen Jahresstarts. Mit zweistelligen Steigerungen ging es in den Jahren 1993, 1995, 1996, 2003 und 2009 besonders steil nach oben. 1990 lag der Jahressaldo, trotz einem Minus im Januar, Ende Dezember letztendlich doch bei fast +50 Prozent.  

Verheissungsvoller Ausblick

Um den weiteren Verlauf am Aktienmarkt prognostizieren zu können, greifen Börsianer auf vier Dinge zurück:  

  • Die Charttechnik sieht trotz der jüngsten Kursverluste nicht schlecht aus. Der SMI notiert im Bereich der unteren Begrenzungslinie des langfristigen Aufwärtstrends. Von dort konnte der Index in den letzten zwei Jahren mehrmals teils kräftig nach oben drehen und in wenigen Wochen um bis zu 10 Prozent zulegen. Nach den letzten Kursrückgängen kommt nun auch die wichtige 200-Tage-Linie in Reichweite. Schon im Juni und Oktober 2013 prallte die Schweizer Börse von dort nach oben ab. Fällt der SMI allerdings unter die psychologisch wichtige Marke von 8000 Punkten, sind weitere Kursrückschläge zu befürchten – zumindest kurzfristig.

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  • Fundamental betrachtet, ist der SMI mit einem für 2014 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 im langfristigen Vergleich noch nicht teuer bewertet.

  • Wirtschaftsprognosen gehen davon aus, dass sich das Tempo der Konjunktur in der Schweiz und weltweit 2014 und in den folgenden Jahren beschleunigen wird. Nach einem geschätzten globalen Wachstumsplus von nur 2,3 Prozent im vergangenen Jahr soll die Weltwirtschaft 2014 um 3,1 Prozent wachsen und sogar noch mehr in den Jahren 2015 und 2016.

  • Die Statistik sagt: In den 13 Jahren seit 1987, in denen der SMI im Januar ins Minus gerutscht war, gab es in acht Jahren positive Kursentwicklungen, zumindest bis Ende Mai. Die Flinte wegen des schwachen Januars bereits jetzt ins Korn zu werfen, macht also keinen Sinn. Rational betrachtet, sind die Chancen für ein versöhnliches Börsenjahr und für positive Monate zumindest bis Ende Mai ganz gut.

  • Zwei Szenarien, zwei Anlagetipps

    Anleger, die gemäss der obigen Überlegungen auf einen deutlichen Rebound des SMI von der 200-Tage-Linie und der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends setzen wollen, greifen zu einem Hebelprodukt, zum Beispiel auf eines der Royal Bank of Scotland (ISIN: CH018993428, Laufzeit endlos, Knock-out 7800 Punkte, Basis 7646,21 Punkte). Klettert der SMI wieder auf sein Januar-Hoch um 8500 Punkte, verspricht dieses Zertifikat rund 60 Prozent Gewinn.  

    Wer andererseits davon ausgeht, dass sich der SMI in diesem Jahr nicht mehr sonderlich stark bewegen wird, setzt auf ein Discount-Zertifikat, zum Beispiel auf eines der UBS (ISIN: CH0230789015, Laufzeit bis 28.11.14). Dort lockt im Vergleich zum Direktinvestment in den SMI nicht nur ein Einstieg mit 5,4 Prozent Discount, sondern auch eine Seitwärtsrendite von 5,7 Prozent. Aufs Gesamtjahr hochgerechnet, sind das stolze 7,1 Prozent.  

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