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Berichtssaison im SMI – überwiegend heiter

Transocean: Die Bohrausrüstung des SMI-Mitglieds ist derzeit heiss begehrt. Bloomberg

Die aktuelle Berichtssaison im SMI ist fast zu Ende. Das Gros der Index-Mitglieder blickt auf ein positives Quartal zurück. Wie die Meldungszeit bisher gelaufen ist und wo es in Kürze spannend wird.

Von Wolfgang Hagl
am 08.05.2014

Die Börse hat neben zahlreichen Makro- und Marktfaktoren, wie den jüngsten BIP-Prognosesenkungen von China, Japan und Europa oder der Ukraine-Krise, auch bergeweise Quartalsberichte zu verdauen. Auch wenn es hierzulande schon zu einigen Enttäuschungen gekommen ist, das Gros der Bilanzen zum ersten Quartal leuchtet in grüner Farbe.

Mittlerweile haben 15 der 20 SMI-Mitglieder ihre Geschäftsberichte präsentiert – die Gesamt-Bilanz kann sich sehen lassen: Acht Konzerne konnten die Erwartungen übertreffen, fünf Unternehmen lagen exakt in den Erwartungen und nur das Duo, bestehend aus ABB und Credit Suisse, sorgte für eine kalte Dusche.

Enttäuschung pur bei ABB

Besonders bitter fiel der Zwischenbericht des Elektronikkonzerns ABB aus, der sogar die pessimistischsten Analystenschätzungen unterbot. Grossprojekte im Solar- und Windkraftbereich sorgten für einen Gewinneinbruch um knapp einen Fünftel. Zwar gelobt der CEO Besserung, doch stehen Investoren nach dieser Enttäuschung vorerst auf der Verkäuferseite. «Um die Anleger wieder zufriedenstellen zu können, muss ABB zeigen, dass sie die richtigen Massnahmen ergreifen kann», bringt es Safra-Sarasin-Analyst Oskar Schenker auf den Punkt.

Ebenfalls für ein negatives Echo unter Investoren sorgte die Credit Suisse mit einem Ergebnisrückgang um einen Drittel. Enttäuschung gab es vor allem, weil sich im Investmentbanking, das gewöhnlich im ersten Quartal relativ stark ist, der Gewinn um 36 Prozent reduzierte. Auch wenn Konzernchef Brady Dougan Zuversicht demonstrierte, «wir befinden uns auf Kurs, um die langfristigen Ziele erreichen zu können», ist die Skepsis derzeit gross. Die CS-Valoren haben seit Anfang April um 8 Prozent an Wert verloren.

Actelion, Roche, Novartis – Prognose übertroffen

Besondere Highlights kamen aus der Pharmabranche. Auf Actelion, Roche und Novartis war wieder einmal Verlass, das Trio überraschte die Finanzgemeinde positiv. Insbesondere Novartis sorgte in den zurückliegenden Wochen für ein Bündel voll Schlagzeilen. Neben einem starken Zwischenbericht treibt das SMI-Mitglied den Konzernumbau voran und wechselte Sparten in Milliardenhöhe aus. Anleger spenden Beifall: Die Valoren markierten jüngst ein Allzeithoch.

Ebenfalls eine neue Bestmarke beim Kurs stellte Geberit auf. Der Sanitärspezialist lieferte das dritte Quartal in Folge bessere Zahlen ab. Diesen «Hattrick» schafften auch Swiss Re und Adecco. Abgerundet wird das positive Bild im SMI von den Bilanzen der UBS und von Transocean. Der Öl-Dienstleister steigerte den Umsatz stärker als erwartet und konnte Kostensenkungen realisieren. Mit einem Tagesplus von mehr als 4 Prozent quittierten Investoren das gute Abschneiden des weltweit grössten Vermieters von Offshore-Ölbohranlagen. Mit diesem Vorstoss könnte es Transocean nun gelingen, den mittelfristigen Abwärtstrend zu durchbrechen.

Terminkalender – Anleger notieren sich folgende Daten

Hier wird es als Nächstes spannend: Am 14. Mai findet die Generalversammlung beim Luxuskonzern Swatch statt. In diesem Rahmen dürfte sich Chef Nick Hayek auch konkreter zum Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres äussern. Zur gleichen Zeit veröffentlicht Julius Bär ihr «Interim Management Statement» zu den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Einen Tag später wird Zurich Insurance ihren Quartalsbericht vorlegen und Richemont ihre Jahreszahlen für 2013/14. Eines steht aber heute schon fest: Der Jahresauftakt 2014 ist den heimischen Grosskonzernen in Summe gelungen.

Transocean CH0048265513

Die Aktie hat die obere Trendlinie des kurzfristigen Abwärtstrends durchbrochen und steht nun an der wichtigen Hürde von 40 Franken. Der Sprung über die Marke könnte schnelle Kurssteigerungen von rund 10 Prozent bringen.

ABB CH0012221716

Trotz der operativ schwachen Daten spekulieren technisch orientierte Anleger bei ABB nach dem Kurssturz auf einen Rebound von der starken Unterstützung im Bereich von 19/20 Franken. Die Zone wurde im vergangenen Jahr mehrfach getestet und erfolgreich verteidigt und brachte dann dreimal schnelle Kursgewinne um rund 10 Prozent.

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