Ein neues Kapitel: Die Aktie von Berkshire Hathaway sprang vor wenigen Tagen erstmals seit Bestehen des Unternehmens über die Marke von 200'000 Dollar. Alt ist hingegen die Outperformance der Beteiligungsgesellschaft gegenüber dem Vergleichsindex Dow Jones – und zwar in allen Betrachtungszeiträumen. Seit dem Jahresanfang kletterte die Berkshire-Aktie um 13,9 Prozent (Dow Jones: +1,8 Prozent). In den letzten drei, fünf und zehn Jahren gab es beim Unternehmen aus Omaha in Nebraska Kurssteigerungen von 86,6 Prozent sowie von 102,4 und 133,1 Prozent (Dow Jones: 56,5 Prozent sowie 79,8 und 65,7 Prozent).

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Seit 1994 hat sich der Wert der Berkshire-Aktie verzehnfacht (Dow Jones: +333,3 Prozent), und im Zeitraum der letzten 30 Jahre verbuchten die Aktionäre einen Wertzuwachs auf das 156-Fache. Aus 1290 Dollar wurden so mit einer einzigen Aktie seit 1984 bis Mitte dieser Woche 202'600 Dollar.

Buffetts Erfolgsrezept

Keine Frage: Firmenchef Warren Buffett ist als Investor absolute Spitzenklasse. Der US-Milliardär und seit vielen Jahren in der Regel die Nummer drei der Forbes-Weltrangliste der reichsten Menschen auf dem Globus hat zwei Erfolgsrezepte: Das erste lautet: Geduld. Buffett sagt: «Eine Aktie, die man nicht bereit ist, zehn Jahre zu halten, soll man auch nicht zehn Minuten lang besitzen.»

Das zweite Erfolgsrezept: Value-Investing. Buffett sagt: «Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind.» Genau das ist auch das Grundprinzip von Value-Investoren. Ausgangspunkt dieser Strategie ist der faire Wert eines Unternehmens. Value-Investoren nutzen die Erkenntnis, dass Aktien im Lauf der Zeit um ihren fairen Wert schwanken. Sie sind manchmal teurer, manchmal billiger. Und genau dann – wenn der Kurs der Aktie unter dem Wert des Unternehmens liegt – steigen Investoren à la Buffett ein.

Fundamentale Daten und weiche Faktoren

Value-Investoren ermitteln den fairen Wert einer Aktie dabei anhand fundamentaler Daten und weicher Faktoren. Zu den fundamentalen Daten zählen das Kurs/Gewinn-Verhältnis KGV und das Kurs/Buchwert-Verhältnis KBV, die Eigenkapitalquote eines Unternehmens, die Dividendenrendite oder das Kurs/Umsatz-Verhältnis KUV. Interessant ist eine Aktie nach dieser Strategie, wenn das KGV und KBV möglichst niedrig sind, beispielsweise mit KGV <10 und KBV im Bereich von 1 oder darunter. Hinsichtlich Eigenkapital werden Titel als attraktiv bewertet, wenn die Quote über 30 Prozent liegt. Bei der Dividendenrendite zählt die Nachhaltigkeit der Zahlung und die Ausschüttung aus dem operativen Gewinn.

Und dann sind da die weichen Faktoren wie die Marken und die Marktstellung des Unternehmens. Das Management spielt zwar auch eine Rolle, doch die Unternehmen mit ihren Produkten stehen im Vordergrund. Buffett sagt: «Man sollte nur in Firmen investieren, die auch ein absoluter Vollidiot leiten könnte, denn eines Tages wird genau das passieren!»

Berkshire schafft Gewinnsprung

Und Berkshire? Wie läuft es zurzeit bei der Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett? Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn des Unternehmens um 40,8 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Der Buchwert je Berkshire-A-Aktie mit den rund 80 Beteiligungen und weiteren Vermögenswerten wie der kurzfristig verfügbaren Liquidität von 78,5 Milliarden Dollar kletterte im ersten Halbjahr um 5,6 Prozent auf rund 142'000 Dollar.

Und da kommt die Qualität von Berkshire Hathaway ins Spiel. Seit den Anfängen 1965 konnte Warren Buffett den Buchwert der Gesellschaft in jedem Jahr mit Ausnahme von 2001 und 2008 steigern. Der durchschnittliche Zuwachs im Eigenkapital lag bei 19,7 Prozent im Jahr. Zum Vergleich: Im breiten amerikanischen Aktienmarkt mit dem S&P 500 gab es in diesem Zeitraum elf Verlustjahre und ein durchschnittliches Kursplus von 9,8 Prozent. Für geduldige Anleger, die nicht gleich selbst die Bilanz diverser Aktien auseinandernehmen wollen, ist Berkshire damit ein spannendes Value-Investment und Anlagevehikel.

Mit rund 200'000 Dollar ist die Berkshire-Hathaway-Aktie A (US0846701086) für Privatanleger in der Regel zu teuer. Für normale Budgets gibt es die B-Aktie (US0846707026) für rund 135 Dollar. Wem die eingangs erwähnten Kurssteigerungen der letzten Jahre oder Jahrzehnte immer noch zu langweilig sind, der greift zum – nicht zu spekulativen – Knock-out-Papier auf Berkshire (DE000DX4U1V6, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 89,4418 Dollar) und hebelt damit die Kurssteigerungen der B-Aktie mit Faktor 2,9.