Nicht rekordverdächtig, aber immerhin: Im ersten Halbjahr schafften die Blue Chips im SMI ein Plus von rund 5 Prozent. Im SPI gab es sogar Kurszuwächse von 8 Prozent. Da im SMI die Dividenden nicht miteingerechnet sind, liegen die beiden Indizes jedoch nach sechs Monaten ziemlich gleichauf.

Übrigens: Während im SMI Actelion mit einem Kursanstieg von knapp 50 Prozent der Top-Performer ist, schafft Santhera Pharma im SPI annähernd die Verzehnfachung beim Kurs. 160 und 140 Prozent Plus bringen auch Norinvest und Publigroupe. Diese extremen Kursgewinne bei den SPI-Mitgliedern zeigen wieder eines: Bei Nebenwerten mit vergleichsweise geringem Börsenwert und geringer Umsatzbasis schlummert ein weit höheres Kurspotenzial als bei den grossen Standardwerten.

Statistisch betrachtet, sind jetzt weitere Kurssteigerungen wahrscheinlich

Nun sind die ersten sechs Monate vorbei – wie geht es weiter? Was wird das zweite Börsenhalbjahr bringen? Eine gute Nachricht: Rein statistisch betrachtet, ist im zweiten Halbjahr mit weiteren Kurssteigerungen zu rechnen.

Die Vergangenheit zeigt: Seit 1988 gab es inklusive 2014 in 16 von 27 Jahren im ersten Halbjahr Kursgewinne am Aktienmarkt. Das sind rund 60 Prozent der Jahre. In zehn der 15 Jahre ohne 2014 mit einem Plus im ersten Halbjahr stiegen die Kurse auch im zweiten Semester weiter an. Das heisst: Da es im ersten Halbjahr 2014 Kursgewinne gegeben hat, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten sechs Monaten weitere Steigerungen geben wird, bei 65 Prozent.

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Positives Halbjahr – Verluste im zweiten Semester sind wenig wahrscheinlich

Und die negative Bilanz in Jahren mit Kurssteigerungen im ersten Halbjahr und danach fallenden Notierungen sieht sehr beruhigend aus. Von den 15 Jahren gab es nämlich nur zwei Jahre, in denen die Kurse im zweiten Halbjahr nach einem Plus im ersten Semester im Minus gelegen haben. Und viermal gab es bei einem positiven Halbjahresverlauf per Ende Juni in den zweiten sechs Monaten nur Stagnation. So viel zur Statistik, die damit für den Rest des Jahres weitere Kurssteigerungen erwarten lässt.

Wer der Statistik – und damit dem langfristigen Trend – vertraut, spielt mögliche Kurssteigerungen im zweiten Halbjahr mit einem Zertifikat auf den SMI. Hier bietet sich zum einen ein Indexzertifikat und die Partizipation an Steigerungen des SMI im Verhältnis eins zu eins an (ISIN: CH0013211534, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 100:1, Spread 0,35 Prozent) oder aber ein Hebel auf mögliche Kursgewinne mittels Call (ISIN: CH0238595711, Laufzeit endlos, Knock-out und Basis jeweils 8180 Punkte, Bezugsverhältnis 500:1). Steigt der SMI wie schon im ersten Halbjahr bis zum Jahresende nochmals um 5 Prozent auf 9000 Punkte, dann sind mit dem Call rund 100 Prozent Gewinn drin. 

Favoriten für Stock Picker

Wer auf Einzelwerte setzen will, findet eine Reihe aussichtsreicher Titel. Zwar sind auch SMI-Werte attraktiv, aber Nebenwerte bieten doch spannendere Gewinnchancen. 

Die Aktie des Betreibers von Bergbahnen und Skiliften ist ein Dauerbrenner und seit 2009 in einem klaren Aufwärtstrend. In den letzten 15 Jahren hat sich die Notierung vervierfacht. Auch operativ läuft es trotz starkem Franken gut. 2013 kletterte der Verkehrsertrag um 5,6 Prozent auf 121,5 Millionen Franken. Beim Gewinn gab es ein überproportionales Plus von 16 Prozent. 

Die Aktie ist mit einem 12er-KGV vergleichsweise günstig bewertet. Der Abbau des wenig profitablen Auslandsgeschäfts und Kostensenkungen lassen in den nächsten Jahren steigende Gewinne erwarten. Daneben dürfte der Wert von einer Zinswende überproportional profitieren. Die Aktie notiert an der Unterstützung im Bereich von 350 Franken. Da scheint ein kurzfristiger Rebound wie schon mehrmals seit 2012 möglich zu sein. 

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Der Verpackungsspezialist konnte seinen Umsatz zwar im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent auf 621,0 Millionen Franken steigern, doch höhere Kosten brachten einen Gewinnrückgang um 32,5 Prozent. Zwar ist die grosse operative Erholung in diesem Jahr noch nicht in Sicht, die Aktie hat jedoch in den letzten zwölf Monaten 20 Prozent an Wert verloren und notiert dadurch inzwischen um 35 Prozent unter Buchwert. Da der Titel gleichzeitig an der starken Unterstützung um 1600 Franken läuft, besteht auch hier hohes Rebound-Potenzial.