Unter allen Regionen zog Lateinamerika als «Renditechampion» in letzter Zeit eine besondere Aufmerksamkeit auf sich, was hauptsächlich auf Argentinien zurückzuführen ist. Demgegenüber hinkte der Nahe Osten der Entwicklung mit einer geringen Negativrendite am deutlichsten hinterher. Auf Länderebene war Argentinien bei den Renditen führend, gefolgt von Belize, Sambia und Pakistan. Am anderen Ende des Spektrums waren Gabun und die Mongolei am deutlichsten abgeschlagen. Was die Emissionen angeht, brachten Jamaika, die Elfenbeinküste und Senegal im Juli Staatsanleihen auf den Markt.

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Eine ansprechende Eigenschaft der Frontier Markets ist, dass diese jüngst bis zu einem gewissen Grad weniger von den globalen Entwicklungen beeinträchtigt worden sind. Sie weisen eine eigene Dynamik auf und verfügen zudem über die «demografische Dividende», das heisst, aufgrund der günstigen Entwicklung der Bevölkerung ist grosses Potenzial für eine Steigerung der Produktivität vorhanden.

Frontier Markets – Chancen und Risiken

Frontier Markets weisen kurzfristige Volatilitäten auf, werden aber längerfristig dank ihres Potenzials als die nächste Generation der Emerging Markets angesehen. Es ist zu erwarten, dass sie ihre Volkswirtschaften und Kapitalmärkte so entwickeln, wie es die etablierten Emerging Markets in den letzten Jahrzehnten getan haben. Das Wirtschaftswachstum in den Frontier Markets wird von der günstigen Demografie unterstützt. Dazu kommt die gesteigerte Produktivität durch ausländische Direktinvestitionen, die verbesserten institutionellen Rahmenbedingungen und die relativ geringe externe Verschuldung. Da das Interesse der Anleger wächst, sollten sich Tiefe und Breite der Finanzmärkte in den Frontier Markets nun dem Level der Emerging Markets annähern. Für Investoren könnte sich die Geschichte der Emerging Markets im letzten Vierteljahrhundert nun bei den Frontier Markets wiederholen.

Was Risiken angeht, sind sie den überwiegend institutionellen Investoren bekannt, weil die meisten Frontier Markets Teil des umfassenderen Emerging-Markets-Universums sind. Diese Gefahren sind in mancher Hinsicht politischer Natur (wie bewaffnete Konflikte und Coups), können aber auch auf Probleme bezüglich Transparenz zurückgehen. Darüber hinaus weisen viele der Länder derzeit relativ kleine und unterentwickelte Volkswirtschaften auf. So könnte ein starker Rückgang bei Rohstoffpreisen sie mehr beeinträchtigen als die Emerging Markets. Nicht zuletzt können die Anleihen illiquider sein als die der grösseren Emerging-Markets-Volkswirtschaften, da ihr Emissionsvolumen in der Regel niedriger und die Investorenbasis kleiner ist.

Roy Scheepe, Senior Client Portfolio Manager Emerging Markets Debt bei ING IM