Was Skifahrer betrübt, löst in der Bauindustrie Freudensprünge aus: die frühlingshaften Temperaturen. Bauunternehmen sind derzeit eher positiv gestimmt. 2013 hingegen war vom strengen Winter geprägt. So berichtete etwa der irische Zulieferer der Bauindustrie CRH zwar über einen in etwa stabilen Umsatz von rund 18 Milliarden Euro, doch der Gewinn fiel wegen Abschreibungen um zwei Drittel auf 215 Millionen Euro.

Auch der französische Rivale Saint-Gobain vermeldet einen Gewinnrückgang um rund 14 Prozent auf 595 Millionen Euro. Der weltweit grösste Zementhersteller Lafarge litt zuletzt zwar unter dem starken Euro, blickt aber zuversichtlich voraus: Die Pariser erwarten bei Zement ein Nachfrageplus von 2 bis 5 Prozent und eine kräftige Nachfrage aus den Schwellenländermärkten. In der europäischen Peripherie wie Spanien und Griechenland sehen die Franzosen ebenfalls Erholungstendenzen.

Kräftiger Gewinnanstieg bei Holcim

Die heimische Holcim konnte die Erwartungen nur zum Teil erfüllen. Zwar gab es die Verdopplung beim Gewinn auf 1,3 Milliarden Franken und eine Anhebung der Dividende, aber operativ verbuchte das SMI-Mitglied ein Umsatzminus von rund 7 Prozent auf 19,7 Milliarden Franken. Auch die Prognose für das laufende Jahr fällt relativ vorsichtig aus. Unsicherheiten in Mexiko, Lateinamerika sowie in Asien sollen das Umsatzwachstum 2014 dämpfen.

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Dennoch möchte Holcim die Margen steigern. Geringere Investitionen sowie weitere Kostensenkungen sollen das Ergebnis anschieben. Nach Ansichten der Analysten der Bank Notenstein ist Holcim aber kurzfristig mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert, da die Entwicklung der Schwellenländer und deren Währungen fragil bleiben dürften.

Negative Währungseffekte

Apropos Währungen. Die gesamte europäische Konkurrenz kämpft an der Devisenfront mit Gegenwind. Der starke Euro hebt die Vorteile aus dem milden Winter und aus der damit einhergehenden längeren Bautätigkeit auf. Dies gilt insbesondere für die deutsche HeidelbergCement. Im vierten Quartal rutschte das operative Ergebnis des Dax-Konzerns um 5,3 Prozent ab. Auch für das erste Semester des laufenden Jahres rechnet der Bauzulieferer mit der Abwertung vieler Währungen gegenüber dem Euro, was Umsatz und Ergebnis schmälern wird.

Wegen der Belastungen versuchen die meisten Konzerne, sich mit Restrukturierungen wieder «fit» zu machen. Besonders gut läuft es derzeit bei der irischen CRH. Nach Einschätzung des CEOs Albert Manifold hat das Unternehmen die Talsohle bei der Gewinnentwicklung durchschritten. Der Verkauf von Geschäftsfeldern und von Tochterunternehmen soll schon 2014 wieder Gewinnwachstum bringen. Saint-Gobain setzt hingegen vor allem auf Kostensenkung. Die UBS erhöhte nach der jüngsten Zahlenvorlage des Bauspezialisten ihr Kursziel auch von 40 auf 43 Euro, blies das Rating aber auf «Neutral».

Gewinnen im Seitwärtsmarkt

Die Valoren von Saint-Gobain zählen mit einem Kursplus von 38 Prozent auf die Sicht von zwölf Monaten aber zu den Top-Performern im europäischen Bausektor. Für den Fall, dass der Kurs des CAC 40-Mitglieds nun in eine Seitwärtsrange einschwenkt, würde der Barrier Reverse Convertible (BRC) von Vontobel eine Seitwärtsrendite von 5,0 Prozent pro Jahr liefern. Nach unten ist das Zertifikat durch einen Sicherheitspuffer von 32 Prozent geschützt. Mit 27 Prozent fällt der Sicherheitsabstand des BRC von Julius Bär auf Lafarge zwar nicht ganz so hoch aus, doch die Aktie des Baukonzerns hat so tiefe Niveaus schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen.

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Der Holcim-Kurs läuft bereits seit vielen Monaten seitwärts. Dabei hat sich eine starke Unterstützungszone im Bereich von 63 Franken gebildet. Sollte diese Unterstützung ihre Standfestigkeit behalten, ist das Discount-Zertifikat der Credit Suisse das perfekte Renditeoptimierungsprodukt. Die Ertragschance beläuft sich auf annualisiert 5,4 Prozent, sofern das SMI-Mitglied am Laufzeitende Mitte Oktober mindestens auf dem Cap bei 62,50 Franken notiert.

Vier Chancen beim Bau

Barrier Reverse Convertible auf Saint-Gobain: Das Produkt von Vontobel bietet einen Puffer von knapp einem Drittel und eine Renditechance von 5,0 Prozent p.a. Laufzeit: 19.12.2014

Barrier Reverse Convertible auf Lafarge: Bei einer Seitwärtsphase der französischen Bau-Aktie bietet der BRC Julius Bär eine Gewinnchance von 5,3 Prozent p.a. Laufzeit: 19.12.2014

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Discount-Zertifikat auf Holcim: Das Rabatt-Papier der Credit Suisse bietet eine Seitwärtsrendite von 5,4 Prozent p.a. Das Cap liegt bei 62,50 Franken. Laufzeit: 21.10.2014

Tracker-Zertifikat auf Stoxx Europe 600 Construction & Materials: Damit setzen Anleger auf einen Aufschwung der europäischen Bauindustrie.