Der Bloomberg-Commodity-Index liegt aktuell auf dem tiefsten Stand seit Juni 2010. Der Index gilt als einer der wichtigsten Rohstoffbarometer. Beispielhaft ist die Entwicklung des Eisenerzpreises: Dieser ist im laufenden Jahr unter dem Eindruck einer schwächeren Konjunktur in China um 40 Prozent gefallen. «Das Ende des Eisenzeitalters» – so betitelt Goldman Sachs eine vielbeachtete Analyse.

Das Ende des Preisverfalls wurde wohl noch nicht erreicht. Der schwache Ausblick in China und das strukturelle Überangebot lassen als unwahrscheinlich erscheinen, dass es zu einer Erholung kommen wird. Selbst die niedrigeren Preise für Erz und Stahl werden die Nachfrage kaum spürbar ankurbeln – dafür fehlt es der Konjunktur an Schwung. Stattdessen rücke der Zeitpunkt näher, zu dem die Stahlproduktion in China ihren Höhepunkt erreichen werde, so Goldman Sachs.

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Eisenerz – der Vorrat wird sich 2015 möglicherweise verdreifachen

Alberto Calderon, Vorstand des Minen-Zulieferers Orica, glaubt sogar, dass die Preise um weitere 15 Prozent fallen werden. Und selbst dies scheint recht optimistisch zu sein. Weltweit ist davon auszugehen, dass sich die Erzhalde bis zum nächsten Jahr von derzeit 52 Millionen auf 163 Millionen Tonnen mehr als verdreifachen wird. Bis 2018 wird die Halde wahrscheinlich auf 334 Millionen Tonnen anwachsen. Angesichts dessen ist der zu beobachtende Preisverfall struktureller Natur – dies wird möglicherweise zu einer scharfen Konsolidierung innerhalb der Branche führen.

Laut UBS fördern die Minen gut einen Viertel des derzeitigen Erzangebotes ohne Gewinn. Gemäss Angaben der Unternehmen benötigen chinesische Förderkonzerne einen Tonnenpreis von 75 bis 145 Dollar, um in die Gewinnzone kommen zu können. Bei Rio Tinto liegt diese Grenze hingegen bei 45 Dollar pro Tonne, bei BHP sind es 50 Dollar. Damit sind die Gewinner und Verlierer der Konsolidierung identifiziert!