Vor vier Wochen begann sie, die Berichtssaison zum abgelaufenen Dreimonatszeitraum April bis Juni. In den letzten Wochen haben bereits rund 50 der etwa 200 Mitglieder im SPI ihre Zahlen zum letzten Quartal vorgelegt. Es gab positive wie negative Überraschungen und daraus erfolgend oft Kursgewinne oder Verluste, die sich in den präsentierten Daten zeigten. Wie nicht anders zu erwarten, leiden auf jeden Fall viele Schweizer Unternehmen unter dem starken Franken. Wie es bisher lief, wer enttäuscht hat und wie es um die Prognosen steht. Ein kleiner Überblick.

ABB: Auf vergleichbarer Basis Umsatzanstieg um 3 Prozent, der operative Gewinn je Aktie kletterte bereinigt um Wechselkurseffekte um 9 Prozent.

Addex Therapeutics: Hier gab es zwar keine Zahlen, doch dafür eine Studie von Valuation Lab. Und die sieht bei Addex einen risikoadjustierten Wert – kurz NPV – von 5 Franken. Aktuell kostet die Aktie 3.08 Franken.

ALSO: Der IT-Dienstleister steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 12 Prozent und den Gewinn um 16 Prozent. Dennoch erwartet Firmenchef Gustavo Möller-Hergt für das Gesamtjahr nur ein Ergebnis auf dem Vorjahresniveau.

APG: Umsatzanstieg um 2,4 Prozent und operatives Gewinnplus von 5,5 Prozent. Kein konkreter Ausblick.

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Ascom: Umsatzanstieg im Kerngeschäft um 4 Prozent – zu konstanten Wechselkursen sogar von 13 Prozent. Die Verbesserung der Marge von 8,6 auf rund 10 Prozent bringt einen Gewinnanstieg um etwa 30 Prozent auf elf Millionen Franken. Die Prognosen bleiben bestehen: Organisches Umsatzplus im Kerngeschäft von 3 bis 7 Prozent und eine Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 13 bis 16 Prozent.

Banque Cantonale du Jura: Der Gewinn fällt um 17 Prozent auf 6,1 Millionen Franken. Das Ergebnis für das Gesamtjahr soll tiefer sein als der Rekordwert aus 2014.

Basellandschaftliche Kantonalbank: Der Gewinn steigt um 5 Prozent auf 51,7 Millionen Franken. Das Ergebnis für das Gesamtjahr soll auf der Vorjahreshöhe liegen.

BB Biotech: Bei der Beteiligungsgesellschaft geht es weiter nach oben. Die Gesamtrendite im ersten Halbjahr lag bei 21,5 Prozent, der NAV des Portfolios kletterte um 20,8 Prozent. Die Aktie notiert mit aktuell 311.25 Franken um rund 20 Prozent unter dem Nettovermögen von 396.70 Franken.

Belimo: Die Erwartungen werden erfüllt, der Ausblick ist nicht konkret.

Bfw Liegenschaften: Der Mietertrag steigt nach vorläufigen Zahlen um 18 Prozent, das operative Ergebnis klettert um rund 80 Prozent auf 12,5 Millionen Franken. Die vollständigen Semesterzahlen werden am 10. September veröffentlicht.

Bucher Industries: Umsatzrückgang von 8,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken, der Periodenüberschuss fiel um 18 Prozent auf 79,5 Millionen Franken, die Prognosen wurden reduziert.

Calida: Wegen starker Abhängigkeit vom Euroraum währungsbedingter Umsatzrückgang von 14 Prozent und Gewinneinbruch vor Zinsen und Steuern um 63 Prozent. Der Periodenüberschuss fällt von 5,2 auf 0,7 Millionen Franken. Im Gesamtjahr ist ein deutlicher Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr zu erwarten.

Clariant: Margen steigen trotz währungsbedingter Umsatzverluste. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt: Bereinigt um Wechselkurseffekte soll der Umsatz im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

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Cytos: Das Biotechunternehmen dreht einen Verlust von 23,4 Millionen Franken im Vorjahressemester auf +7,8 Millionen Franken in den ersten sechs Monaten 2015. Für das Gesamtjahr ist mit einem deutlichen Rückgang der Kosten zu rechnen.

Dufry: Starker Umsatzanstieg im ersten Semester um 30,5 Prozent infolge von Akquisitionen, auf vergleichbarer Basis jedoch Umsatzrückgang von 2,9 Prozent, vor allem wegen negativer Währungseffekte in Schwellenländern. Kurzfristig dürfte die Integration von Nuance und World Duty Free belasten.

EFG: Liegt unter den Erwartungen bei Gewinn, Bruttoertrag und Nettoneugeldzufluss. Die Aktie stürzt ab.

Glarner Kantonalbank: Starker Gewinnanstieg wegen dem Verkauf von Swisscanto, aber im Rahmen der Erwartungen. Für das Gesamtjahr ist mit soliden Zahlen zu rechnen.

Inficon: Lag im zweiten Quartal mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang unter den Schätzungen der Analysten, hält aber an ihrer Prognose fest: Umsatz 300 bis 330 Millionen Franken und operatives Ergebnis zwischen 48 und 58 Millionen Franken.

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LafargeHolcim: Holcim enttäuscht mit Umsatzrückgang und Senkung der Prognose, Lafarge kann Umsatz und Gewinn im nächsten Halbjahr ausbauen.

Lifewatch: Wegen günstiger Kostenentwicklung, erhöhten Verkäufen und Dienstleistungen sowie einer besseren Produktivität wird für die Präsentation der Halbjahreszahlen am 20.8. im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein erheblich besseres Ergebnis angekündigt.

Leonteq: Der Ertrag steigt um 26 Prozent auf 111,6 Millionen Franken, der Gewinn legt um 45 Prozent auf 38,9 Millionen Franken zu. Wegen neuer Plattformen und Partnerschaften herrscht für das zweite Halbjahr Optimismus vor.

Liechtensteinische Landesbank: Nach vorläufigen Zahlen kletterte der Gewinn um 10 Prozent auf 44 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn wie im Jahr 2014 erwartet. Die vollständigen Zahlen werden am 27. August vorgelegt.

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Logitech: Umsatzrückgang von 2 Prozent im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16, auf Dollarbasis, und Einbruch beim operativen Ergebnis um 24 Prozent. Der Nettogewinn rutschte von 19,7 auf 7,4 Millionen Dollar. Die Prognosen werden bestätigt: Umsatzwachstum zu konstanten Währungskursen von 7 Prozent und operatives Ergebnis von 150 Millionen Dollar.  

Lonza: Mit einem Plus um 5,8 Prozent lag der Lifescience-Experte zwar im Rahmen der Erwartungen beim Umsatz, nicht jedoch beim Reingewinn. Dieser fiel um 21 Prozent. Immerhin wurde die Prognose – Umsatzwachstum und Plus beim Kern-EBIT von zumindest 5 Prozent – bestätigt.

Looser: Der schwache Euro belastet, der Umsatz fällt im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 219,1 Millionen Franken. Beim Periodenüberschuss ergab sich ein Rückgang um rund 40 Prozent auf 5,9 Millionen Franken. Die vollständigen Zahlen werden am 20. August veröffentlicht.

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Mikron: Die Semesterergebnisse liegen unter den Erwartungen. Der Umsatz war um rund 10 Prozent auf 107,8 Millionen Franken gefallen, und die Prognosen werden gesenkt. Im Gesamtjahr soll der Umsatz leicht unter jenem des Vorjahres liegen, das operative Ergebnis nur noch knapp positiv sein.

Mobimo: Der Gewinn im ersten Halbjahr ist deutlich, von 20,1 auf 35,8 Millionen Franken, gestiegen. Ausblick für das Gesamtjahr: Sehr positiv.

Oc Oerlikon: Der Umsatz ist stabil, die Zielvorgaben für das Gesamtjahr bleiben bestehen: Währungsbereinigt soll der Umsatz um rund 5 Prozent wachsen.

Panalpina: Umsatzrückgang von 8,9 Prozent auf 2,9 Milliarden Franken, Analysten hatten bessere Zahlen erwartet. Die Prognose wird gesenkt.  

Repower: Nach vorläufigen Zahlen rechnet der Energiekonzern nun mit einem höheren Verlust als noch vor einigen Monaten prognostiziert worden ist. Das operative Ergebnis soll dabei um rund 50 Prozent unter jenem des Vorjahreswertes liegen, und der Reinverlust soll deutlich höher ausfallen als 2014. Die vollständigen Zahlen werden am 27. August veröffentlicht.

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Sulzer: Umsatzrückgang von 3,8 Prozent, Einbruch beim operativen Ergebnis um 18 Prozent und gesenkter Ausblick.

Swatch: Der Gewinn ist um 19,4 Prozent auf 548 Millionen Franken gefallen, es besteht aber ein positiver Ausblick für das zweite Halbjahr wegen der Lancierung neuer Produkte. Ein starkes zweites Semester wird erwartet.

Swissquote: Der Finanzdienstleister leidet unter dem Aus beim Euro-Mindestkurs und verbucht im ersten Halbjahr einen Verlust von 10,6 Millionen Franken. Im Vorjahreszeitraum hat es noch ein Plus von 11,1 Millionen Franken gegeben. Im zweiten Halbjahr wird ein Anstieg der Erträge von 74 auf 86 Millionen Franken erwartet bei konstantem Betriebsaufwand.

Swiss Re: Der Versicherer liegt unter den Konsensschätzungen der Analysten.

Syngenta: Mit einem Umsatzrückgang von 10 Prozent und einem Minus beim Reingewinn um 12 Prozent lag der Agrarchemiekonzern über den Schätzungen der Analysten. Die Spannung hinsichtlich Übernahme durch Monsanto ist noch nicht aus dem Spiel.

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Transocean: Umsatz- und Gewinnerwartung sind übertroffen worden. Die Prognose zur Kostenbelastung für das Gesamtjahr wurde noch weiter reduziert.

UBS: Der Geschäftsertrag im ersten Halbjahr steigt von 14,4 auf 16,7 Milliarden Franken. Der Gewinn je Aktie klettert von 0.48 auf 0.85 Franken, die Kernkapitalquote CET1 legt um 70 Basispunkte auf 14,4 Prozent zu.

Vontobel: Verzeichnet einen Netto-Mittelzufluss von 6,4 Milliarden Franken, verbessert das Kosten-Ertrags-Verhältnis von 79,4 auf 75,7 Prozent und steigert den Ertrag um rund 16 Prozent. Der Gewinn klettert um etwa 30 Prozent auf 97,8 Millionen Franken. Für die nächsten Jahre herrscht Zuversicht für den Raum Asien–Pazifik und auch für die Schweiz durch Übernahmen im Private Banking.