5 Prozent Minus im Dezember. 4 Prozent Kursrückgang im Januar und dann noch einmal 5 Prozent Verlust im März – allein in den letzten vier Monaten verbuchten Anleger mit dem SMI dreimal zwischenzeitliche Kursrückgänge im Bereich von 5 Prozent und das meist innert der kurzen Zeit von ein bis zwei Wochen. Grössere Schwankungen gab es auch 2013. Etwa im Mai. Damals rutschte der Schweizer Aktienmarkt innert vier Wochen um 14 Prozent ab. Und im Sommer 2011 rauschten die Blue Chips im Index sogar innert drei Wochen um 20 Prozent nach unten.

Den heftigsten Kursverlust seit Bestehen des SMI verbuchten Anleger jedoch zwischen Juni 2007 und Februar 2009 während der Finanzmarktkrise. Damals halbierten sich die Kurse der Schweizer Standardwerte in weniger als zwei Jahren.

Ausserbörslicher Handel – nur minimale Kursverluste

Dass viele Anleger angesichts dieser starken Kursausschläge der letzten Jahre und der aktuellen Schaukelbörse genervt sind und Aktien am liebsten ganz meiden würden, ist kein Wunder. Nun allerdings gibt es ein Aktien-Universum, in dem solche Ausschläge bisher nicht vorgekommen sind. In den letzten vier Monaten lag das grösste Kursminus bei rund 1,0 Prozent. Im Mai 2013 gab es einen Rückgang um 3 Prozent, und sogar im Katastrophenzeitraum 2007 bis 2009 verbuchte dieser Markt ein vergleichsweise bescheidenes Minus von 20 Prozent.

Die Rede ist von den nicht kotierten Titeln im ausserbörslichen Handel der Berner Kantonalbank und dem BEKB-All-Share-Index. Dieser Index enthält immerhin rund 300 Schweizer Unternehmen und stellt einen guten Querschnitt durch die heimische Wirtschaft dar. Da im BEKB-All-Share die ganz grossen internationalen Standardwerte fehlen, ist der Index ein gutes Spiegelbild des Mittelstands. Abwesend sind hier auch internationale Investoren. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb dieses Marktsegment von grösseren Kursrückschlägen auch in Krisenzeiten verschont geblieben ist. Das Aktionariat der vielen oft nur regionalen Unternehmen hat einen engen Bezug zum jeweiligen Titel und hält die Aktien oft viele Jahre lang. Da spielt es auch keine allzu grosse Rolle, wenn Shareholder Value vom Management häufig gepflegt wird. So finden Anleger im BEKB-All-Share ganz viele schwere Aktien. Rund 100 Titel haben Kursen von über 1000 Franken, etwa 15 Aktien notieren gar über 10'000 Franken.

Anzeige

Nebenwerte – klare Outperformance zum SMI

Geringe Kursausschläge, Mittelstand? Das mag zwar auf den ersten Blick langweilig klingen, ist aber alles andere als das. Denn die Aktien im BEBK-All-Share zählen zu den Top-Performern.

Zwar brachte der SMI in den letzten fünf Jahren seit April 2009 ein Plus von 65 Prozent, der BEKB-All-Share hingegen lediglich einen Zuwachs um 37 Prozent. Doch wie eingangs erwähnt, hatte sich der SMI in den knapp zwei Jahren davor halbiert und kam damit von einem sehr tiefen Ausgangsniveau. Betrachtet man nämlich den langen Zeitraum über zehn Jahre, sieht das Bild völlig anders aus. Während es der SMI seit April 2004 auf ein Plus von 45 Prozent gebracht hat, gab es im BEKB-All-Share 200 Prozent – der Index hat sich damit in zehn Jahren verdreifacht.

Keine Spur von Blasenbildung

Trotz der starken Kursgewinne ist von Blasenbildung bei den nichtkotierten Titeln nichts zu sehen. Anders als im SMI, der es auf ein Kurs/Buchwert-Verhältnis von über 2 bringt, notieren im Nebenwertebereich viele Firmen, sogar aus dem Industriesektor, wie Montana Tech (ISIN: CH0107020692) oder Zur Rose (ISIN: CH0042615283), sogar noch unter Buchwert oder wie der Anlagen- und Maschinenbauer Conzetta (ISIN: CH0002657978) mit KBV 1,3 nicht weit darüber. Im Energiebereich beispielsweise gibt es ebenfalls eine Reihe von Titeln wie Wasserwerke Zug (ISIN: CH0002620893), IB Aarau (ISIN: CH0129442221) oder AEK Energie (ISIN: CH0001208823), die trotz teils kräftiger Kurssteigerungen der letzten Monate nach wie vor unter oder nur im Bereich des Eigenkapitals notieren. Dabei bietet vor allem dieser Sektor oft hohe stille Reserven bei den Liegenschaften oder Leitungsnetzen der Versorger.

Anzeige

Auch Dividenden kommen nicht zu kurz. Viele ausserbörslich gehandelte Unternehmen bezahlen ihren Aktionären regelmässig Beträge zwischen 2 und 3 Prozent Rendite jährlich. Apropos Dividende. Einen richtig grossen Brocken erwarten die Anleger bei AEK Energie. Wegen starker Bilanz und hoher Liquidität plant der Versorger eine Sonderausschüttung von 12'500 Franken.

Kurzfristige Gewinne wegen hoher Sonderzahlung

Immerhin: Auch bei sehr kurzfristig orientierten Anlegern sind die Nebenwerte nicht ganz langweilig. Denn nach Bekanntgabe der hohen Zahlung von rund 35 Prozent  kletterte die Notierung von AEK Energie innert einer Woche um rund 25 Prozent.

Der Versorger notiert rund 25 Prozent unter Buchwert und verfügt über eine grundsolide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 84,7 Prozent. Bei den Liegenschaften bestehen stille Reserven.

Anzeige

Die Industriegruppe wächst rasant – 2013 stieg der Umsatz um 19,0 Prozent auf 525 Millionen Euro. Obwohl das Unternehmen den Ausbau der Erlöse auf 900 Millionen Euro bereits plant, notiert die Aktie rund 10 Prozent unter Buchwert.

Möglicherweise kommt es bis zur Zahlung der Dividende nach der Generalversammlung am 2. Mai zu weiteren Kurssteigerungen.

Der Maschinenbauer treibt die Internationalisierung insbesondere in Europa sowie in Nord- und Südamerika voran und macht auch erste Schritte in China. Das verspricht in den nächsten Jahren deutliche Zuwächse.