Noch vor drei Wochen herrschte Angst und Panik und Krisenstimmung. Nachdem der SMI in den ersten zwei Oktoberwochen um 10 Prozent gefallen war, wollten viele Anleger das Handtuch schmeissen und Aktien für immer vergessen. Nun hat sich die Lage aber wieder grundlegend geändert. Die Oktoberverluste sind ausgeglichen, die technischen 100- und 200-Tage-Linien wurden Ende des Monats übersprungen und der SMI hat sich an den Widerstand vom September im Bereich von 8800 Punkten herangearbeitet.

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Möglicherweise wird die Hürde schon in den nächsten Tagen fallen und dann neue Kursdynamik in Richtung Allzeithoch bringen, denn der Rekord aus 2007 bei rund 9500 Punkten ist nicht so weit weg. Der schnelle Lauf seit Mitte Oktober zeigt ja ganz klar: 10 Prozent Kursanstieg können ganz schnell drin sein.

Halloween-Effekt zeigt klare Outperformance im Winterhalbjahr

Bei vielen Anlegern ist jetzt der Optimismus zurückgekehrt. Langjährige und alte Trading-Ideen und -Erfahrungen sind wieder gefragt. Im Moment gehören ganz eindeutig dazu: Der Halloween-Effekt, die Jahresendrally und der Januar-Effekt. Betreffend Halloween-Effekt und laut entsprechenden Studien, etwa des Professors für Finanzwirtschaft, Ben Jacobson, brachten Aktien statistisch betrachtet auf sehr lange Sicht – 50 Jahre – in den sechs Monaten zwischen November und April die höchsten Kursgewinne.

Konkret lag die Outperformance dieses «Winterhalbjahres» an 108 von Jacobson und seinem Kollegen Cherry Yi untersuchten Börsenplätzen im Durchschnitt bei 6,3 Prozent im Jahr gegenüber dem Zeitraum Mai bis Oktober.

Viele Anleger setzen auf Jahresendrally und Januar-Effekt

Dass es eine Jahresendrally gibt, kann ebenfalls nicht geleugnet werden, ebenso wenig wie der Januar-Effekt. Der Zeitraum bis zum Jahreswechsel bringt häufig einen beschleunigten Kursgang. Da ist etwa das Windows-Dressing, bei dem institutionelle Investoren versuchen, noch schnell gegen Jahresende ihre Performance durch verstärkte Aktienkäufe aufzubessern. Vor allem zwischen den Jahren, also in der letzten Handelswoche des Jahres nach den Weihnachtsfeiertagen, gelingt das oft relativ einfach aufgrund der Urlaubszeit und entsprechend geringen Handelsvolumina an den Börsen.

Im Januar gibt es dann Boni, Weihnachtsgeld, Zinsen und ähnliche Geschenke. Dieses frische Kapital sucht nach Anlage und fliesst auch an den Aktienmarkt. Dass Aktien in den fünf Tagen nach Weihnachten und an den ersten beiden Januartagen besonders gut laufen, hat Finanzpublizist Yale Hirsch schon in den 1960er-Jahren nachgewiesen. Laut seinen Studien lag die durchschnittliche Performance an diesen sieben Tagen in den USA über einen Zeitraum von 50 Jahren bei 1,5 Prozent im Jahr.

ABB läuft im Endspurt noch schneller als der SMI

Die festgestellte Outperformance über Halloween-Effekt, Jahresendrally und Januar-Effekt können Anleger mit einem Investment in den breiten Aktienmarkt mit dem SMI spielen. In den letzten fünf Jahren brachten Schweizer Blue Chips allein im Zeitraum ab Anfang der zweiten Novemberwoche bis Mitte Januar ein durchschnittliches Plus von 4,5 Prozent. Ein Knock-out-Call (ISIN: CH0228062649, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 7868 Punkte) hebelt mögliche SMI-Steigerungen aktuell mit Faktor 8,7.

Wer die Kurslisten durchforstet, findet dabei Einzelwerte, die den SMI bei der Fünfjahresperformance im Zweimonatszeitraum bis Mitte Januar übertreffen. Während der SMI in einem der fünf Jahre nur unverändert aus dem Rennen ging, weist die Fünfjahresbilanz von ABB seit 2009 im Zeitraum zweite Novemberwoche bis Mitte Januar fünfmal Steigerungen auf. Im Durchschnitt brachte die Aktie in den zwei Monaten ein Plus von 8,5 Prozent im Jahr. Wer auf die Fortsetzung dieser Outperformance setzen will, kann auch hier zum Hebelprodukt greifen (ISIN: CH0257394251, Laufzeit 20.3.15, Basis und Knock-out jeweils 16.0 Franken, Hebel 3,8).

Adecco, Emmi, Clariant und AFG sprinten zum Jahresende mit zweistelligen Renditen

Eine noch höhere Performance im Zweimonatszeitraum schaffte Adecco mit einem jährlichen Plus von durchschnittlich 11,3 Prozent. Auch hier können Anleger auf ein Knock-out-Zertifikat setzen (ISIN: CH0214864792, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 53.03 Franken, Hebel 5,4).

Noch etwas besser sieht die durchschnittliche Fünfjahresperformance zum Jahresendspurt bei Emmi mit durchschnittlich 12,3 Prozent Kursgewinn in zwei Monaten, bei Clariant (Durchschnitt 12,7 Prozent) und bei AFG (Durchschnitt 12,9 Prozent) aus. Obwohl diese Performance für einen Zweimonatszeitraum ohnehin sehr attraktiv ist, können Anleger auch hier zum Call greifen. Emmi: Hier gibt es lediglich Warrants, die produktbedingt einen Zeitwertverfall aufweisen wie etwa ISIN CH0246176611, Laufzeit 20.3.15, Basispreis 350 Franken. Clariant: ISIN CH0251155500, Laufzeit 20.3.15, Basis und Knock-out jeweils 14.50 Franken, Hebel 6,4. AFG: ISIN CH0256389344, Laufzeit 20.3.15, Basis und Knock-out jeweils 17.50 Franken, Hebel 3,3.