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Ausblick
Das sind die Favoriten für das Börsenjahr 2017

Der Kioskkonzern Valora mit dem Brezelkönig könnte zu den Gewinnern 2017 gehören. keystone

Die Kleinen könnten auch im neuen Jahr die Grossen hinter sich lassen: Auf den Bestenlisten der Analysten für das Jahr 2017 stehen neben aussichtsreichen SMI-Titeln auch wieder einige Nebenwerte.

Von Annika Janssen
am 06.01.2017

Bei SMI-Investoren dürfte schon vor dem Neujahrsmorgen Katerstimmung geherrscht haben. 2016 verlief für sie nicht eben erfolgreich: Im Laufe des Jahres verlor der Schweizer Leitindex mehr als sechs Prozent. Anleger sollten Verlusten nicht zu lange hinterherweinen, sondern nach vorne blicken.

Analysten erwarten zwar auch für 2017 keine allzu starke Entwicklung des SMI. Ausgewählte Valoren dürften laut ihrer Einschätzung aber andere Titel hinter sich lassen und sich wesentlich besser entwickeln als im zurückliegenden Jahr. Zu den Aktientipps verschiedener Schweizer Banken für das neue Jahr gehören auch Titel, die 2016 zu den Schlusslichtern des SMI gehörten.

Auf zurückgebliebene zyklische Werte setzen

Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) empfehlen gar, im neuen Jahr gezielt auf «2016 zurückgebliebene zyklische Werte zu setzen» – wie etwa die Valoren des Spezialchemikalienherstellers Clariant und des Uhrenherstellers Swatch. Beide Unternehmen hatten an der Börse zuletzt Federn gelassen.

In den kommenden Monaten könnte es wieder aufwärts gehen, erwarten die ZKB-Analysten: So sei Swatch mit einem Umsatzanteil von etwa 59 Prozent sehr gut in den Schwellenländern positioniert, wo die Kaufkraft der Mittelschicht und somit das Interesse an Luxusgütern wie Uhren stärker wird. Vor allem in Festlandchina wachse der Umsatzanteil, auch in Hongkong konnte Swatch zuletzt wieder mehr Produkte absetzen. «Auch eine Rückkehr zu leichtem Wachstum in Europa ist möglich», so die Analysten. Aus Sicht von Contrarian-Investoren, die sich gegen die allgemeine Marktmeinung positionieren wollen, sei der Swatch-Valor damit besonders attraktiv.

Clariant hingegen werde im neuen Jahr von einer verbesserten Konjunkturlage und einer höheren Nachfrage nach Industriechemikalien profitieren. Weiterhin stehen Novartis, Syngenta und Zurich Insurance auf der Favoritenliste der ZKB für 2017.

UBS und Nebenwerte

Auch Julius Bär empfiehlt für das neue Jahr einen Verlierer der vergangenen zwölf Monate: den Valor der Grossbank UBS. «Die UBS hat ihre strategische Neuausrichtung auf das Kerngeschäft Vermögensverwaltung mit verschlanktem Investment Banking weitgehend abgeschlossen», erklären die Analysten dazu. Höhere Einnahmen von Kundengeldern und Kostensenkungen der Bank sollten die Profitabilität und die Kapitaldecke der UBS weiter stärken, erwarten sie.

Neben den SMI-Titeln Geberit und Swiss Re hat Julius Bär auch im Nebenwerte-Segment zwei aussichtsreiche Valoren für 2017 ausgemacht: Zum einen das Biotech-Unternehmen BB Biotech mit Sitz in Küsnacht. Zum anderen Valora: Der Kioskkonzern könnte die Erwartungen im neuen Jahr dank eines höheren Kundenaufkommens übertreffen, so die Einschätzung der Analysten. Schon im vergangenen Jahr konnten Anleger mit der Valora-Aktie Gewinne einstreichen. Der Titel legte im Jahresverlauf um rund 38 Prozent zu. Die Analysten trauen ihm offenbar weitere Kursanstiege zu.

Geberit und Nestlé

Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Research der Bank Vontobel, hält ebenfalls SMI-Werte sowie Valoren aus dem breiteren Marktindex SPI für aussichtsreich. Seine Favoriten aus dem Schweizer Leitindex heissen Geberit und Nestlé. «Durch höchste Qualitätsstandards, führende Marktpositionen und seine B2B-Strategie erreicht Geberit Premium-Margen», erklärt er. Der zusätzliche Fokus auf das B2C-Geschäft dürfte das künftige Wachstum des Sanitärtechnik-Spezialisten unterstützen, sagt Spiliopoulos.

«Bei Nestlé wiederum gehen wir davon aus, dass der neue CEO Mark Schneider den Geschäftsmix sowie den regionalen Fokus neu auf stärkeres Wachstum, höhere Margen und höhere Renditen ausrichten wird.» Das könnte auch dem Kurs der Aktie gut tun. Die weiteren Top-Picks der Vontobel-Analysten sind Nebenwerte: der Grosshandels- und Logistikkonzern Also, der Halbleiterhersteller AMS und das Biotech-Unternehmen Bachem.

Blick auf Nebenschauplätze

Die Analysten haben kleine und mittlere Unternehmen nicht umsonst auf dem Zettel: Wie schon im Jahr 2016 könnten Nebenwerte auch in diesem Jahr die grossen Blue Chips übertreffen.

Für Anleger könnte es sich also lohnen, auf den Nebenschauplätzen des SMI nach Investmentmöglichkeiten Ausschau zu halten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Geheimtipps von heute sich zu den Börsenstars von morgen entwickeln.

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