Der Siegeszug des Internets sowie moderne Kommunikationsmittel, neue Technologien zur Datenerfassung und effizientere Speichermedien brachten in den letzten Jahren eine Explosion des globalen Datenvolumens. Diese Entwicklung wird vor allem durch die zunehmende maschinelle Erzeugung und Erfassung von Daten getrieben – man denke nur an die über eine Milliarde Smartphones, die jährlich verkauft werden. Die Geräte sind mit zahlreichen Sensoren bestückt, die permanent verschiedenste Informationen erfassen und speichern.

Die Auswertung von umfangreichen, komplexen und sich schnell ändernden Datenmengen wird als Big Data bezeichnet. Immer leistungsstärkere Computer und moderne Datenanalysesoftware ermöglichen heutzutage bereits Echtzeitanalysen – dabei durchforsten Algorithmen mit Hunderten von Variablen den Datendschungel nach ökonomisch verwertbaren Zusammenhängen. Trotz noch ungeklärter rechtlicher Fragestellungen über Eigentums- und Nutzungsrechte der Daten sowie den Schutz der Privatsphäre bin ich vom Potenzial von Big Data überzeugt und verfolge gespannt die Neuerungen, die dieser Megatrend für die Wirtschaft mit sich bringt. Die Entwicklung von Software für die Verarbeitung von Big Data steckt derzeit zwar noch in den Kinderschuhen und das Potenzial ist noch bei Weitem nicht ausgeschöpft, langfristig können die neuen Technologien jedoch die Geschäftsmodelle ganzer Branchen umkrempeln. Enthusiasten sehen in Daten bereits das «neue Erdöl» oder das «Gold des 21. Jahrhunderts».

Big Data – SAP und Atos profitieren

Viele Unternehmen haben die Vorzüge von Big Data bereits erkannt und möchten aus den vorhandenen Daten einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Während Firmen bisher ihr gesamtes Datenmanagement auf eigenen Servern betrieben haben, wird dieses zunehmend an Anbieter wie SAP ausgelagert. Dieses Unternehmen hat den Trend zum Sammeln und Auswerten riesiger Datenmengen frühzeitig erkannt. Die entwickelten Lösungen ermöglichen das Speichern von Daten in entfernten Rechenzentren sowie das Ausführen von Programmen, die nicht auf dem lokalen Gerät installiert sind. SAP ist im zukunftsträchtigen Markt für Big Data gut positioniert und dürfte vom Wachstum in diesem Segment anhaltend profitieren. Auch die Aktien des französischen IT-Dienstleisters Atos erachte ich als interessant. Der Systemintegrator konnte als SAP-Partner seinen Umsatz innerhalb von zwei Jahren verdoppeln. Mit dem neuen Geschäftsbereich Data & Security bündelt Atos ihre Kompetenzen in den Bereichen Big Data, Cybersecurity und Mission Critical System. Damit reagiert der IT-Dienstleister auf aktuelle Veränderungen im schnell wachsenden Markt. Die neue Geschäftssparte soll bereits in den nächsten zwölf Monaten ein zweistelliges Wachstum erzielen.

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Die Digitalisierung sämtlicher Geschäftsprozesse in nahezu allen Branchen und im öffentlichen Bereich dürfte anhalten. Die damit gewonnenen Daten sind ein Schatz, den es im digitalen Wettbewerb zu nutzen gilt. Meiner Meinung nach dürften SAP und Atos aufgrund der guten Positionierung im Markt weiterhin stark von dieser Entwicklung profitieren, weshalb ich ein Investment als lohnenswert erachte.

Fabian Dori, Leiter Investment House bei der Notenstein Privatbank