Das hat Seltenheitswert. Nachdem in der vergangenen Woche Gewinnmitnahmen und entsprechende Kursverluste bei einer Reihe von Depot-Mitgliedern den gesamten Jahresgewinn des Musterdepots aufgefressen hatten, drehten die Portfolio-Titel in den letzten Tagen deutlich nach oben: Alle zehn Depotwerte konnten die Woche mit einem Plus abschliessen.

Insgesamt zogen die Kurszuwächse die Gesamtperformance des Depots auf Wochensicht um 3,4 Prozent nach oben. Da der SMI lediglich um 0,9 Prozentpunkte zulegen konnte, baute das Depot den Rückstand zum Schweizer Blue Chips deutlich ab.

20 Prozent Kurssprung bei Schmolz + Bickenbach

Zu den Top-Performern der letzten Tage zählten beispielsweise Komax, Leonteq und Logitech. Die Titel konnten teilweise bis zu 10 Prozent zulegen. Der absolute Spitzenwert war aber Schmolz + Bickenbach. Die Aktie des Stahlunternehmens konnte in der vergangenen Woche zwischenzeitlich um bis zu rund 20 Prozent zulegen.

Auslöser für den Kursschub waren die Quartalszahlen der vergangenen Woche. Danach schaffte der Konzern aus Emmenbrücke in den drei Monaten zwar nur ein kleines Umsatzplus von 0,5 Prozent auf 871,6 Millionen Euro, doch unter anderem wegen des infolge Kapitalerhöhung kräftig verbesserten Finanzergebnisses kletterte das Ergebnis vor Steuern in diesem Zeitraum von –7,7 Millionen auf +12,4 Millionen Euro.

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Der Stahlkonzern erwartet einen Umsatzanstieg

Für die nächsten Monaten zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Wegen des guten Auftragsbestands ist für das zweite und den Beginn des dritten Quartals eine gute Auslastung gesichert. Auch scheint der Preisdruck nun ein Ende zu finden. Im Gesamtjahr erwartet Schmolz + Bickenbach einen Umsatzanstieg um 2 bis 5 Prozent. Und die im letzten Jahr eingeleiteten Effizienzmassnahmen und Kostensenkungen dürften das Ergebnis weiter nach oben befördern.

Charttechnisch betrachtet könnte der Kurs auf jeden Fall weiter an Dynamik gewinnen. Nach dem Sprung über den starken Widerstand um 1.30 Franken, steht zwar die nächste Hürde bei 1.50 Franken bevor, doch eine Überwindung auch dieser Marke könnte weitere Kurssteigerungen von 10 bis 20 Prozent auslösen.

Komax und Leonteq an wichtigen Chartpunkten

Deutliche Kursgewinne verbuchen auch die Aktionäre von Komax. Der Maschinenbauer konnte in den letzten Tagen seine Konsolidierungsphase beenden und ist nun wieder auf der Jagd in Richtung psychologischer Marke von 150 Franken und dem Sechsjahreshoch. Fällt die Hürde, scheinen da auch schnelle Steigerungen bis in den Bereich von 170 Franken möglich zu sein.

Technische Spannung ist auch bei Leonteq angesagt. Nachdem die Aktie vor einer Woche von der unteren Begrenzungslinie ihres Abwärtstrends nach oben abprallen konnte, ist nun die obere Begrenzung des Trends in greifbarer Nähe. Klappt der Sprung aus dem Trendkanal, könnte ganz schnell wieder das Allzeithoch vom März von knapp 185 Franken drin sein.

Nicht gleich die Nerven verlieren – vor allem bei hoher Volatilität

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Eins können Anleger aus den Kursausschlägen der letzten Woche erneut lernen: Nicht immer gleich das Handtuch schmeissen, wenn eine Aktie nicht nur nach oben drängt und auch mal Geduld in einer Konsolidierungsphase mitbringen. Dies gilt insbesondere für sehr volatile Werte wie Komax oder Leonteq. Die Volatilität der beiden Titel ist immerhin mit jeweils rund 30 Prozent dreimal so hoch wie jene des SMI.