Der leichte Kursrückzug am Aktienmarkt setzte sich auch in den letzten Tagen fort. Infolge Ukraine-Krise und erwarteten Russland-Sanktionen gab der SMI per Wochenfrist um 0,8 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent Gewinn seit Jahresanfang nach. Das Depot verbuchte leicht höhere Kursrückgänge, die Performance seit Dezember fiel von 5,8 auf 4,1 Prozent. Die schöne Outperformance gegenüber dem breiten Aktienmarkt, die zwischenzeitlich schon bei rund 3 Prozent gelegen hatte, ist nun fast vollständig wieder aufgezehrt.

Starke Verluste verzeichnete insbesondere Leonteq. Zwar konnte der Finanzdienstleister seine Erträge im ersten Halbjahr um 8 Prozent auf 88,3 Millionen Franken ausbauen und den Gewinn überproportional um 25 Prozent auf 26,8 Millionen Franken steigern, doch der Kurs stand wegen der beschlossenen Kapitalerhöhung unter Druck. Die Zahl der Aktien steigt um rund 1,3 Millionen Stück, rund 20 Prozent. Die Notierung gab infolge der angekündigten Kapitalmassnahme per Wochenfrist rund 10 Prozent ab. 

Ypsomed und Barry Callebaut raus, Logitech und Sika rein

Neben dem erwähnten Rücksetzer bei Leonteq standen insbesondere die Veränderungen im Musterdepot im Fokus der vergangenen Woche. So wurden aus dem vom Researchhaus thescreener.com automatisiert für stocksDIGITAL geführten Portfolio in den vergangenen Tagen mit Ypsomed und Barry Callebaut zwei Titel herausgenommen und durch Logitech und Sika ersetzt.

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Beide Neulinge konnten in den letzten Tagen mit starken Halbjahreszahlen aufwarten und ihre Prognosen erhöhen. Angesichts von Gewinnsteigerungen von 26 Prozent beim Chemiehersteller und 2100 Prozent beim Spezialisten für Computerzubehör scheinen die aktuellen KGV-Bewertungen der beiden Neuaufnahmen von jeweils im Bereich um 20 nicht überhöht zu sein. Bei Logitech ist jedoch die erneute Verschiebung des Geschäftsberichts inzwischen etwas nervend.

Logitech – Ärger mit den Jahreszahlen

Ursprünglich sollten die Jahreszahlen Ende Juli auf dem Tisch liegen. Das IT-Unternehmen benötigt aber wegen zusätzlicher Untersuchungen der Buchhaltung im Zusammenhang mit Garantieleistungen, Abschreibungen und Geschäften mit einem Händler noch etwas Zeit. Sogar die ursprünglich für September geplante Generalversammlung wird voraussichtlich verschoben. Die Schweizer Börse hat dem Unternehmen zur Vorlage des Jahresberichts nun eine zusätzliche Fristverlängerung von einem Monat zugestanden. Die Börse hat sich aber vorbehalten, bei Überschreitung des Termins den Handel in der Aktie auszusetzen.

Oft sind solche Verschiebungen beim Vorlegen von Jahreszahlen und bei Generalversammlungen kein allzu gutes Zeichen, vor allem, wenn sie im Zusammenhang mit Abschreibungen auf Goodwill stehen. Da jedoch Firmenchef Bracken Darrell erst vor wenigen Tagen die Prognosen beim Gewinn angehoben hat, scheinen die Anleger nicht beunruhigt zu sein. Die Logitech-Aktie notiert fast auf Jahreshoch und damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Börsianer warten deshalb noch gelassen ab, ob Logitech die neue Frist einhalten wird.

Nähere Informationen zur Systematik des Musterdepots unter thescreener.com