Die reine Wachstumsmaschine! In den letzten fünf Jahren steigerte Sixt den Umsatz um 41,7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Gewinn stagnierte dabei zwar nur in etwa per Saldo auf dem Ausgangsniveau. Doch das war einem hohen Expansionstempo geschuldet. Dennoch schaffte der Münchner Autovermieter regelmässig Ergebnisse im Bereich von 2,0 oder 2,50 Euro je Aktie. Vor allem das Geschäft mit dem Ausland brummt. 

Während Sixt die Erlöse in Deutschland zwischen 2010 und 2015 nur um vergleichsweise moderate 14,9 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro steigern konnte, gab es jenseits des Heimatmarktes mit einem Plus von 132,2 Prozent auf 815 Millionen Euro mehr als eine Verdopplung. Die Auslandsquote des SDAX-Mitglieds stieg dadurch in fünf Jahren von 22,8 auf 37,4 Prozent. 

Starke Expansion im Ausland

Insgesamt ging das Wachstum auf das Konto des Netzausbaus an Vermietstationen. Dabei stieg die Zahl der Stationen in den letzten fünf Jahren zwar nur um 16,2 Prozent auf rund 2200 an, doch die Expansion ging dabei vollständig auf das internationale Geschäft. Während die Zahl der Vermietfilialen im Heimatmarkt in diesem Zeitraum bei rund 500 stagnierte, gab es jenseits der Landesgrenzen eine Zunahme um 300 Stationen oder um 22,6 Prozent auf inzwischen mehr als 1500. 

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Und das Wachstum geht in diesem Jahr in die nächste Runde. So steigerte Sixt den operativen Umsatz in den ersten sechs Monaten um 13,1 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro und verbuchte vor allem im Ausland deutliche Zuwächse. Während in Deutschland zwölf neue Filialen eröffnet wurden, kamen in anderen Ländern 49 Stationen hinzu. Der Auslandsanteil des Konzerns stieg so von 39 auf 43 Prozent. 

Konservative Prognosen - Anleger setzen auf eine Überraschung

Vor allem das Geschäft in den USA läuft stark. Dort wagte Sixt erst vor wenigen Jahren den Markteintritt, schaffte nun aber im Juni den Break Even. Das Potential in den Staaten ist enorm. Im nächsten Jahr erwartet Sixt-Chef Erich Sixt dort deutlich schwarze Zahlen und hält den Betrieb von bis zu 1000 Stationen in den USA in den kommenden Jahren für möglich. 

Die Wachstumsstory von Sixt läuft damit ungebremst weiter. Ist die Aktie schon wegen der hohen nachhaltigen Dividende von rund vier Prozent für mittelfristig orientierte Anleger ein Kauf, so wird der Titel auch für kurzfristig orientierte Börsianer spannend. Denn trotz der deutlichen Steigerungen beim Vorsteuergewinn im Halbjahr um 9,5 Prozent auf 81,9 Millionen Euro prognostiziert Manager Sixt für 2016 bisher nur ein stabiles oder leicht steigendes Ergebnis. Das könnte sich vielleicht schon bei Vorlage der Neunmonatszahlen am 17. November als zu konservativ erweisen und möglicherweise wird die Prognose bei Vorlage der Daten in drei Wochen erhöht. Da könnte es zu einem Kursschub kommen.

Sixt AG Vorzugsaktie
ISIN:
DE0007231334
Gewinn je Aktie 2017e: 3,0 €
KGV 2017e: 12,8
Dividende 2016e: 1,52 €/3,9%
EK je Aktie: 18,48 €
EK-Quote: 22,6%
KBV: 2,1 
Kurs/Ziel/Stopp: 38,49/46,50/26,80 €

 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Seit dem Jahresbeginn erreicht das Musterdepot eine Performance von +13 Prozent, während der DAX stagniert. Seit dem Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +259 Prozent (DAX: +63 Prozent).