Der staatliche Kampf gegen den Tabakkonsum zeigt Wirkung. Die Zahlen von Britisch American Tobacco (BAT) für das vergangene Geschäftsjahr sind ein Beleg für diese Entwicklung: Die Zahl verkaufter Zigaretten sackte gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent ab. Ein Abwärtstrend, der sich seit Jahren kontinuierlich fortsetzt.

Und die Rahmenbedingungen werden weiter verschärft: Die EU hat eine neue Tabakrichtlinie erarbeitet, die den Konzernen hohe Bürden auflastet. Die Staatengemeinschaft will unter anderem die Verwendung von Zusatz- und Geschmacksstoffen untersagen – ein Verbot von Zigaretten mit Frucht- oder Mentholgeschmack ist die logische Folge.

China setzt auf Raucherkontrollen

Zugleich deutet sich auch in Asien – die letzte grosse Wachstumsregion der Tabakindustrie – ein Sinneswandel an. Vor wenigen Wochen schrieb sich die Regierung in Peking den Kampf gegen den blauen Dunst auf die Fahne: Verglichen mit dem Gesundheitsschaden, den das Rauchen verursache, sei der ökonomische Gewinn trivial. Man werde die Gesetzgebung für mehr Raucherkontrollen entschieden vorantreiben.

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Der Hoffnungsträger der Branche ist die sogenannte E-Zigarette. Doch es regt sich bereits Widerstand: In New York sollen sie in öffentlichen Gebäuden und Parks verboten werden, Fluglinien untersagen eine Benutzung mehr oder weniger explizit. In Brasilien und Singapur sind E-Zigaretten verboten. Noch können die rückläufigen Absatzzahlen mit Preiserhöhungen kompensiert werden. Ein Spiel auf Zeit: Denn höhere Preise dürften vor allem den potenziellen «Raucher-Nachwuchs» mehr und mehr abschrecken. Die Zigarette wird zum Luxusgut. Zwar sprudeln die Gewinne und Dividenden noch, aber es muss in den kommenden Jahren mit deutlichen Einbussen gerechnet werden.

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