Immobilienaktien gehen durch die Decke. Allein in diesem Jahr bringen heimische Immobilientitel wie Allreal, Mobimo, PSP oder Swiss Prime Kursgewinne von rund 10 bis 20 Prozent. Ähnlich stark zeigen sich auch die Konzerne der Branche in Deutschland. LEG Immobilien aus dem MDAX bringt seit Januar Kursgewinne von rund 20 Prozent, Deutsche Wohnen schafft sogar ein Plus von 40 Prozent.

Allerdings: Infolge der mehr oder weniger hohen Kursgewinne notieren inzwischen die allermeisten Immobilienkonzerne teilweise weit über dem Buchwert und auch über dem NAV – dem Net Asset Value, der das Nettovermögen des Unternehmens anzeigt. Schweizerische Konzerne des Sektors zeigen da teilweise Kursaufschläge von 20 Prozent. Ähnlich hoch ist die Bewertung auch bei vielen deutschen Immobilientiteln.

Auffällig günstig ist da allerdings noch DIC Asset. Zwar hat die Aktie des Spezialisten für Büroimmobilien schon in den letzten zwölf Monaten inklusive Dividende gegenüber dem DAX eine Outperformance von rund 20 Prozentpunkten gebracht, doch das SDAX-Mitglied notiert derzeit trotz des relativ guten Kursverlaufs immer noch um rund 25 Prozent unter dem Eigenkapital von 11,74 Euro je Aktie. Zum NAV von 12,89 Euro beträgt der Abschlag sogar mehr als 30 Prozent.

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Die Prognose wird erhöht, …

Mit diesem hohen Discount ist DIC Asset wohl einer der günstigsten, wenn nicht der günstigste Immobilientitel unter den grossen Playern des Sektors. Dabei läuft es beim Konzern aus Frankfurt operativ obendrein auch noch rund. Nachdem der Büroexperte seinen Gewinn im vergangenen Jahr von 14,0 auf 20,7 Millionen Euro steigern und damit die Prognosen übertreffen konnte, gab es im ersten Halbjahr wegen erfolgreicher Objektverkäufe einen Ergebnissprung von 5,0 auf 20,2 Millionen Euro. Auch andere Finanzkennzahlen zeigen eine starke Verbesserung.

Der Zinsaufwand ist im ersten Semester um 8,9 Millionen Euro gefallen, die operativen Einnahmen – die Funds from Operations – stiegen um 15 Prozent, und das Fondsgeschäft lag mit einem Volumen von 300 Millionen Euro über dem Geplanten. Zudem wurden die Prognosen erhöht. Das Fondsvolumen in diesem Jahr soll nicht bloss auf 400 bis 450 Millionen Euro steigen, sondern bei rund 500 Millionen Euro liegen. Zudem sollen die Mieteinnahmen mit etwa 105 bis 107 Millionen Euro das bisherige Ziel von 100 Millionen Euro übertreffen.

… und die Dividende könnte weiter steigen

Die Anhebung der Dividende von 0,37 auf 0,40 Euro je Aktie für 2016 scheint gut möglich zu sein. Eine Rendite von 4,5 Prozent und der hohe Abschlag gegenüber dem Vermögen machen den Titel attraktiv. Klappt jetzt ausserdem der Ausbruch aus dem Abwärtstrend – die obere Begrenzungslinie des Trendkanals  verläuft bei rund 9,0 Euro –, dann könnte bei DIC Asset das Achtjahreshoch aus 2015 von 9,96 Euro ganz schnell wieder drin sein. Das ist die Perspektive für kurzfristig orientierte Anleger. Bei mittlerem Zeithorizont gilt: Kaufen, liegen lassen, Dividenden kassieren und auf einen Abbau des hohen Discounts gegenüber dem Vermögen setzen.

DIC Asset AG
ISIN: DE000A1X3XX4
Gewinn je Aktie 2017e: 0,50 €
KGV 2017e: 17,6
Dividende 2016e: 0,40 €/4,5%
EK je Aktie: 11,74 €
EK-Quote: 37,0%
KBV: 0,7 
Kurs/Ziel/Stopp: 8,80/9,80/5,80 €

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* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Seit dem Jahresbeginn erreicht das Musterdepot eine Performance von +13 Prozent, während der DAX stagniert. Seit dem Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +259 Prozent (DAX: +63 Prozent).