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Die besten Aktien für das Frühlingsquartal

Frühling: Das zweite Quartal lässt auch einige Kurse spriessen. Flickr/CC/jeiline

Das Bild ist durchwachsen. Während es im SMI nur wenige Aktien im ersten Quartal in die Gewinnzone schafften, lieferten im SPI viele Werte schöne Kursgewinne. Worauf Anleger jetzt setzen.

Von Georg Pröbstl
am 31.03.2016

Das erste Quartal ist gelaufen, und ein Blick zurück wirkt nun doch etwas versöhnlich. Nachdem der schweizerische Aktienmarkt mit dem SPI und seinen 204 Mitgliedern nämlich gleich in den ersten sechs Wochen um 14,4 Prozent gefallen ist, legen die Kurse nun seit Mitte Februar wieder zu. Die Hälfte des anfänglichen Kurseinbruchs ist wieder wettgemacht.

Genau betrachtet, ist die Lage sogar noch besser. Denn mit rund 90 Indextiteln verzeichnet fast die Hälfte aller SPI-Papiere in diesem Jahr ein Kursplus. Der Grund für dieses etwas schräge Verhältnis von Index-Gesamtperformance zur Zahl der Index-Gewinner liegt im teilweise miserablen Abschneiden von rund zwei Dutzend Titeln im SPI.

Verliereraktien: Ganz tief im Minus

Rund 20 Aktien aus dem Index bringen in diesem Jahr nämlich bereits ein Minus von 20 Prozent und mehr. Top-Looser ist Gottex Fund mit -53 Prozent, dicht gefolgt von EFG International mit einem Kursverlust von 47 Prozent seit dem Jahresstart. Mit -43 und -38 Prozent zeigen auch Charles Vögele und Credit Suisse einen Katastrophenchart.

Auf der Gewinnerseite präsentierten hingegen nur rund ein halbes Dutzend Unternehmen Kurssteigerungen von mehr als 20 Prozent in diesem Jahr. CPH, Autoneum und Myriad kletterten um diesen Wert herum, Goldbach Group und Kuoni verzeichneten je ein Plus von 28 Prozent und Leclanche stiegen um 29 Prozent. Spitzenreiter Bobst erfreut die Aktionäre mit einem Kursanstieg von 32 Prozent.

SMI – kaum positive Vorzeichen, aber Hoffnung im SPI

Im SMI hingegen sieht die Bilanz sehr düster aus. Mit einem Kursplus von 5 und 7 Prozent zeigen nur Swisscom und Givaudan nennenswerte Kursgewinne in diesem Jahr. Auf der Minusseite hingegen liefern gleich 10 der 20 Mitglieder des Leitindex einen zweistelligen Verlust.

Wie sieht es für das zweite Quartal aus? Welche Titel haben in den nächsten Monaten die besten Karten? Bobst – der Top-Performer im SPI – konnte mit seinen Jahreszahlen überzeugen und den Ausblick für 2016 bestätigen. Zudem soll die Marge in den nächsten Jahren kräftig von 5,7 Prozent auf zumindest 8 Prozent steigen. Fundamental betrachtet wäre damit der Weg frei nach oben. Technisch gesehen hängt der Titel nach der Kursexplosion der letzten Wochen um 20 Prozent am Widerstand aus 2005 und 2006 im Bereich von knapp 60 Franken. Fällt diese Marke, könnte das einen schnellen Schub um 10 bis 15 Prozent auslösen und Kurse im Bereich von 70 Franken bringen.

Autoneum – Anleger setzen auf den Ausbruch

Positiv läuft es auch bei einer weiteren Gewinner-Aktie – Autoneum. Der Autozulieferer konnte 2015 die Erwartungen übertreffen und will in diesem Jahr weiter wachsen. Für technisch orientierte Anleger bietet die Firma aus Winterthur derzeit Hochspannung. So ist jetzt nicht nur die wichtige psychologische Marke von 250 Franken erreicht, sondern auch die obere Begrenzungslinie des Aufwärtstrends. Ein Sprung über diese Hürden könnte rasch deutlich höhere Kurse in Richtung 300 Franken bringen. Fundamental gesehen ist die Aktie mit einem KGV im Bereich von 15 auf der Basis von 2016 auf jeden Fall noch nicht zu teuer.

Während auch konservativere Anleger bei Autoneum einsteigen können, ist der nächste Kursgewinner im SPI – Myriad Group – doch eher nur für hartgesottene Börsianer eine Wahl. Denn der Softwarekonzern verzeichnet herbe Umsatzrückgänge und schreibt tiefrote Zahlen. Dafür gibt es aber ein hohes Turnaround-Potenzial. Vor einem Jahr nämlich, im April 2015, war Anlegern der Titel doppelt so viel wert wie jetzt.

Goldbach – moderat bewertet und schöne Perspektiven

Weit weniger riskant und vielversprechend ist mit Goldbach Group ein weiterer Highflyer der ersten Monate im 2016. Der Werbespezialist konnte den Gewinn im vergangenen Jahr kräftig steigern und erhöhte die Dividende um 25 Prozent. Angesichts der Prognosen – der bereinigte Reingewinn soll bis 2018 jährlich im Durchschnitt im zweistelligen Prozentbereich zulegen – ist die Aktie mit einem erwarteten 18er-KGV auf der Basis von 2016 und mit einer Dividende von über 4 Prozent fast schon moderat bewertet. Da nach den Kurssteigerungen der letzten Wochen die psychologische Marke und der Widerstand bei 25 Franken erreicht sind, könnte es sein, dass der Titel nun weiter Fahrt aufnehmen wird in Richtung 30 Franken.

Nicht zu bremsen ist derzeit auch die Aktie von Burkhalter. Die Jahreszahlen für 2015 liegen zwar noch nicht vor, doch offensichtlich spekulieren Anleger beim Elektroinstallateur auf gute Daten bei der Präsentation am 11. April. Zwar berichtete der Bauexperte zum Halbjahr über einen leichten Umsatzrückgang um 1,1 Prozent, doch der Gewinn kletterte nach sechs Monaten um 7,4 Prozent auf 2.48 Franken, und für das Gesamtjahr kündigte das Management einen Anstieg gegenüber 2014 an. Damals hat es ein Ergebnis von 5.25 Franken je Aktie gegeben. Möglicherweise sind jetzt 5.70 Franken drin. Allerdings: Auf der Basis des KGV wäre Burkhalter selbst in diesem Fall mit einem 21er-Gewinnmultiple nicht ganz günstig. Immerhin scheinen angesichts der hohen geschätzten Dividende von 5.0 Franken, wie im Vorjahr, – Rendite 4,0 Prozent – noch leichte Kursgewinne möglich zu sein. Technisch betrachtet besteht Phantasie im Erreichen der oberen Begrenzungslinie des langfristigen Aufwärtstrends. Diese verläuft im Bereich von 130 Franken und damit nur knapp über dem aktuellen Kursniveau.

Schmolz + Bickenbach – Übernahmephantasie nimmt zu

Und dann noch der Top-Performer der letzten vier Wochen: Schmolz + Bickenbach. Zwar läuft es beim Stahlkonzern operativ nach wie vor mehr als holprig und im 2015 hat es erneut einen Verlust gegeben, doch Grossaktionär Viktor Vekselberg scheint seinen Anteil weiter auszubauen. Anfang 2016 wurde ein neuer Aktienanteil der Aktionärsgruppe rund um den russischen Milliardär von rund 42 Prozent gemeldet. Zuvor waren es etwa 40 Prozent. Fundamental betrachtet ist Schmolz + Bickenbach zwar nach wie vor spekulativ, doch bei dieser Aktie besteht hohes Turnaround- und Übernahmepotenzial mit entsprechenden Kurschancen.

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