Die Deutsche Bank steckt in unruhigem Fahrwasser. Gewaltiger Ärger droht dem Finanzinstitut wegen diverser Vergehen in der Vergangenheit. Der Libor-Skandal, der inzwischen etwas in Vergessenheit geraten ist, könnte neue Dynamik gewinnen. Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, haben Ermittler bei der Deutschen Bank brisante Tonbandaufnahmen gefunden, die auf weitergehende Absprachen hindeuten.

Trotz aller Zusammenarbeit dürften sich die Aufsichts- und Ermittlungsbehörden in ihrer harten Gangart gegenüber den Banken bestätigt sehen. Der Deutschen Bank drohen nach wie vor Bussen und Strafzahlungen – möglicherweise in Milliardenhöhe. Auch die USA werden keine Gnade zeigen und die Bank wegen Verstosses gegen US-Sanktionen belangen wollen. Dass die US-Behörden in diesem Punkt keinen Spass verstehen, haben sie mit ihrer 8,9-Milliarden-US-Dollar-Strafe gegen die BNP Paribas überdeutlich gemacht. Der Deutschen Bank drohen einschneidende Strafzahlungen.

Investmentgeschäft läuft schwach

Hinzu kommt, dass es bei der grössten Privatbank Deutschlands auch geschäftlich nicht rosig aussieht. Vor allem die Investmentbank dürfte unter der anhaltend schwachen Handelsaktivität im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) sowie unter der niedrigen Volatilität leiden – und ein Trendwechsel ist nicht zu orten. Somit stehen die Erträge und Gewinne auf Jahressicht unter Druck.

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Die Aktie ist mittlerweile auf ein derart tiefes Niveau gesunken, dass jede vermeintliche Verbesserung des Umfelds als kurzfristiger Aktienkurskatalysator wirken dürfte. Das macht die Aktie für langfristig orientierte Anleger aber keineswegs interessanter. Dafür müsste die Bank die Gewinnsituation nachhaltig verbessern und die Dividenden erhöhen.

Ein Meinungsbeitrag von theinvestor.ch