Vom Gesamtertrag aus Aktienanlagen stammt ein schöner Teil von den Dividendenzahlungen. Das haben zahlreiche Studien nachgewiesen. Dieses Ergebnis liegt auch nahe: Schliesslich können regelmässige Ausschüttungen nur Unternehmen vornehmen, die auch entsprechend verdienen. Ein noch besseres Signal ist es deshalb, wenn Gesellschaften kontinuierlich und spürbar ihre Dividendenzahlungen erhöhen. Denn das darf erst recht als verlässliches Signal für gut laufende Geschäfte gewertet werden. Allerdings gilt dies natürlich nur unter der Voraussetzung, dass die Ausschüttungssumme auch tatsächlich verdient und nicht aus der Substanz vorgenommen wurde.

Dass es sich lohnt, auf Unternehmen zu setzen, die ihre Dividenden regelmässig erhöhen, bestätigt auch eine Studie des amerikanischen Finanzdaten- und Softwareunternehmens FactSet Research Systems. Demnach haben jene Gesellschaften, die in den vergangenen drei, fünf oder zehn Jahren die Dividenden im Schnitt am stärksten erhöht haben, besser abgeschnitten als der MSCI Europe Index (siehe Grafiken). Schlechter als der Index haben dagegen jene Unternehmen mit der niedrigsten Dividendenrendite abgeschnitten.

Nahe dem Rekordhoch von 2008

So gesehen trifft es sich gut, dass Analysten auf Sicht der nächsten zwölf Monate in Europa mit einer weiteren Erhöhung der Dividendenzahlungen je Aktie von 8,1 Prozent rechnen. 2015 sollen die Ausschüttungen dann mit 9,6 Prozent sogar noch etwas stärker angehoben werden. Stimmt diese Annahme, wäre dies das stärkste Plus seit dem vierten Quartal 2011. Insgesamt wären die Dividendenzahlungen dann auf Sicht von sechs Jahren um durchschnittlich 7 Prozent angehoben worden.

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Auf aggregierter Dividendenbasis je Aktie würde sich daraus für den MSCI Europe Index für 2015 ein Wert von 68.97 Dollar ergeben. Das im Mai 2008 erreichte Hoch von 71.38 Dollar wäre damit noch immer nicht ganz erreicht. Zu beachten ist allerdings, dass per Ende des dritten Quartals die Ausschüttungsquote der im MSCI Europe Index vertretenen Unternehmen 52,9 Prozent betrug. Sie lag somit 8,6 Prozentpunkte über dem Median der vergangenen zehn Jahre von 44,3 Prozent. Auch im dritten Quartal 2012 betrug diese Quote niedrigere 48,4 Prozent.

Swiss Re auf Dreijahressicht vorne dabei

Auf Unternehmensebene haben laut FactSet im Beobachtungszeitraum von drei Jahren Swiss Re, der spanische Infrastruktur-Spezialist Ferrovial und der deutsche Bekleidungshersteller Hugo Boss ihre Ausschüttungen im jährlichen Durchschnitt am stärksten erhöht. Die Dividenden je Aktie wurden hier um 51 Prozent, 48,4 Prozent und 48,1 Prozent angehoben. Diese Woche gab Swiss Re eine weitere Erhöhung ihrer Dividende bekannt: Ordentliche Dividende und Sonderausschüttung zusammengezählt, sollen die Aktionäre dieses Jahr 8 statt 7.50 Franken erhalten.

Auf Basis der Analystenschätzungen von FactSec winkt bei Swiss Re (ISIN: CH0126881561) für 2014 auf aktueller Kursbasis und bezogen auf die ordentliche Dividende eine Ausschüttungsrendite von 4,8 Prozent, bei Ferrovial (ISIN: ES0118900010) eine solche von 4,1 Prozent und bei Hugo Boss (ISIN: DE000A1PHFF7) ebenfalls eine Rendite von 4,1 Prozent.

Die Spitzenreiter über fünf und zehn Jahre

Gemessen über fünf Jahre haben der britische Öldienstleister Petrofac (ISIN: GB00B0H2K534, Dividendenrendite 3,2 Prozent) sowie der deutsche Medienkonzern ProSiebenSat1 Media (ISIN: DE000PSM7770, Dividendenrendite 4,6 Prozent) ihre Zahlungen am eifrigsten erhöht. Sie steigerten ihre Ausschüttungen um 38 Prozent beziehungsweise 35,2 Prozent pro Jahr.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren ragen der österreichische Technologiekonzern Andritz (ISIN: AT0000730007, Dividendenrendite 2,9 Prozent) und der britische Ingenieur-Dienstleister Babcock International Group (ISIN: GB0009697037, Dividendenrendite 2,3 Prozent) heraus, mit plus 26,7 Prozent und plus 24,2 Prozent pro Jahr.

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Über alle drei genannten Zeiträume von drei, fünf und zehn Jahren hat sich auch der britische Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management (ISIN: GB0000031285, Dividendenrendite 4,48 Prozent) als überdurchschnittlich fleissiger «Dividendenerhöher» entpuppt. Alle diese genannten Aktien wurden für ihre Ausschüttungspolitik mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung belohnt. Ein Ergebnis, das Anleger dazu bringen sollte, die Dividendenperspektive eines Unternehmens bei ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen.