Szenario Gesamtmarkt: Seit Februar ist die 8000er-Marke für den SMI das Mass aller Dinge. Zuletzt pendelte sich der Leitindex unterhalb dieser psychologisch wichtigen Schwelle ein. Damit ist es den 20 Blue Chips weiterhin nicht gelungen, die 38-Tage-Linie abzuschütteln. Gelingt dieses Unterfangen und zudem der Sprung über die 8000er-Marke, würde sich die 100-Tage-Linie als nächstes Kursziel auftun. Dieser gleitende Durchschnitt verläuft aktuell bei rund 8040 Zählern. Mit Avancen über den Indikator könnte der SMI ein horizontales Dreieck auflösen – was die Chance auf einen stärkeren Anstieg eröffnen würde.

Das Produkt: Auf ein derartiges Kaufsignal können optimistische Anleger mit einem Faktor-Zertifikat Long (ISIN DE000CZ33QD9) spekulieren. Das Commerzbank-Derivat partizipiert mit einem Hebel von 4 an der täglichen Wertentwicklung des SMI. Anders als bei einem klassischen Call-Warrant, bei dem der Hebel mit steigenden oder fallenden Kursen ab- oder zunimmt, bleibt der «Beschleunigungsfaktor» bei diesem Produkt konstant. Wichtig: Aufgrund seiner Bauweise eignet sich das Derivat lediglich für kurzfristige Tradingansätze. Und naturgemäss drohen überproportionale Verluste, falls der SMI weiter unter die 8000er-Marke rutschen sollte.

Marktneutrale Strategie

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Szenario Einzelwert: In den vergangenen Monaten hat sich die Performance-Schere zwischen den beiden wichtigsten Aktienindizes der Schweiz markant geöffnet. Während der SMI im bisherigen Jahresverlauf rund einen Zehntel an Wert einbüsste, trat der SMIM per Saldo auf der Stelle. Laut Julius Bär führte diese Entwicklung dazu, dass sich auch hinsichtlich der Bewertung zwischen der ersten und zweiten Börsenreihe eine Lücke auftut. «Die Mid Caps handeln zu einem höheren Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis als die Blue Chips», schreibt die Privatbank in einer Präsentation. Ausserdem stellt das Derivateteam darin fest, dass zahlreiche SMIM-Mitglieder ihre Höchststände aus dem Jahr 2007 wieder erreicht haben. Doch hätten die Neuallokation von Vermögen und damit einhergehende Abflüsse aus passiven Investments den SMI belastet.

Das Produkt: Als eine Antwort auf die skizzierte Gemengelage lanciert Julius Bär jetzt ein Long/Short-Zertifikat (ISIN CH0318097232). Das Produkt partizipiert an steigenden Kursen beim SMI und setzt gleichzeitig darauf, dass das Mid-Cap-Barometer Federn lassen muss. Sollte der SMI tatsächlich eine Aufholjagd starten, partizipieren Anleger sogar überproportional an einer Outperformance gegenüber dem SMIM. Julius Bär stattet die Long/Short-Position mit einem Hebel von 2 aus. Entscheidend für die Rückzahlung ist einzig die Diskrepanz zwischen den beiden Benchmarks. Da die generelle Entwicklung an der Börse keine Rolle spielt, handelt es sich um eine marktneutrale Strategie. Dem Verlustrisiko tut dies keinen Abbruch. Wenn der SMIM seinen Vorsprung gegenüber den 20 Blue Chips ausbaut, verliert das Derivat überproportional an Wert. Julius Bär hat einen für solche Produkte typischen Stop-Loss in die Struktur eingebaut. Sobald die Strategie auf 30 Prozent ihres Ausgangswerts fällt, geht die zweijährige Laufzeit vorab zu Ende – Produktinhabern drohen dennoch «satte» Verluste.