Aktien für den Rebound! Vor vier Monaten, Anfang Juni, hatte die Redaktion von stocksDIGITAL zehn aussichtsreiche Kandidaten für einen schnellen Kursaufschwung – einen Rebound, also das Abprallen von einer Kurszone nach oben – identifiziert.

Die Performance kann sich sehen lassen. Zwar kamen drei Werte, Geberit, SGS und Aryzta, per Saldo in den ersten zwei Monaten nicht vom Fleck und Burckhardt Compression sowie Charles Vögele waren sogar langsam, aber sicher, abgerutscht, doch die andere Hälfte der Titel – Credit Suisse, Julius Bär, Nestlé, UBS und Zurich Insurance – schafften seit Anfang Juni Kursgewinne zwischen 5 und 12 Prozent. Der von stocksDIGITAL bei der Vorstellung der Rebound-Kandidaten auf die Aktie von Nestlé empfohlene Call brachte sogar bis Anfang August ein Plus von 50 Prozent. Der SMI kletterte im selben Zeitraum übrigens lediglich um rund 4,0 Prozent.

Rebound-Spezialisten achten auf die Charttechnik

Die zwischenzeitlichen Kursgewinne sind infolge der allgemeinen Börsenschwäche seit August fast bei allen Titeln passé. Aber dieser jüngste Kursverfall am breiten Aktienmarkt eröffnet dafür auch neue Chancen für den Rebound. stocksDIGITAL stellt nun erneut vielversprechende Rebound-Kandidaten vor.

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Bei der Auswahl orientieren wir uns wieder an der Charttechnik. Interessant sind Titel, bei denen eine charttechnische Hürde – etwa ein Widerstand, eine Unterstützung, eine psychologische Marke wie 50, 100 oder 1000 Franken oder auch eine gleitende Durchschnittslinie wie die 38-, 100- oder auch die 200-Tage-Linie – zum Greifen nahe ist. Denn die Chancen stehen gut, dass eine Aktie nach dem Sprung über eine solche Linie eine völlig neue Kursdynamik zeigt. Denn an solchen Marken platzieren nicht selten viele Anleger ihre Kaufaufträge. Ein ideales Terrain auch für Rebound-Spezialisten.  

Die aktuellen Favoriten für den Rebound

Die genannten technischen Linien, Kursmarken oder Unterstützungen sind umso interessanter, umso öfter eine Aktie von diesen in der Vergangenheit schon nach oben abdrehen konnte. In solchen Fällen orientieren sich nämlich immer mehr Börsianer an den jeweiligen Kursbereichen. Das führt zum in der Börsenpsychologie bekannten Phänomen der «self fulfilling prophecy». Hat eine Aktie ein auffälliges Kursmuster, dann spekulieren Anleger auf die Wiederholung dieses Charts. Je auffälliger das Muster ist, umso mehr Börsianer sind dort aktiv. Damit wird die Wiederholung des entsprechenden Kursverlaufs aus der Vergangenheit immer wahrscheinlicher.

Kudelski

In den letzten zwei Jahren konnte die Aktie des IT-Experten für digitale Medien bereits viermal vom Unterstützungsbereich um 13 Franken abheben. Nachdem das SPI-Mitglied nach dem Kurssturz im August in den letzten Wochen einen Boden ausgebildet hat, könnte jetzt erneut der Rebound bevorstehen. Anleger setzen auf schnelle Steigerungen in Richtung 15 Franken.

Flughafen Zürich

Nach einem dreijährigen Höhenflug mit steilem Aufwärtstrend kam es bei Flughafen Zürich nach Präsentation der Halbjahreszahlen zu Gewinnmitnahmen. Innert vier Wochen hat die Aktie 15 Prozent an Wert verloren. Da der Betreiber des Airport Kloten aber gleichzeitig mit den Halbjahreszahlen seine Prognosen angehoben hat – die Zahl der Passagiere steigt und steigt, zuletzt gab es im August ein Plus bei den Fluggästen von 4,1 Prozent –, könnte der Kursrückschlag eine gute Einstiegschance sein. Zudem notiert der Titel jetzt an der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends – das verspricht ein schnelles Reboundpotenzial mit Anstieg auf 700 Franken und von dort die Möglichkeit einer neuen Kursdynamik wieder in Richtung der 800-Franken-Marke.

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Burckhardt Compression

Seit der Präsentation der 2014er-Jahreszahlen Anfang Juni und der Generalversammlung wenige Wochen später ist die Luft bei der Aktie des Maschinenbauers raus. In den Sommermonaten ist es in einer meldungsarmen Zeit schon zu Kursverlusten von rund 15 Prozent gekommen, und genauso rutschte die Notierung des Konzerns aus Winterthur seit Mitte September um weitere 15 Prozent nach unten weg. Jetzt ist aber die Unterstützung und wichtige psychologische Marke von 300 Franken erreicht. Zudem notiert der Titel an der unteren Begrenzungslinie des kurzfristigen Abwärtstrendkanals. Die Chancen auf einen Rebound stehen gut, Börsianer spekulieren auf eine schnelle Kurserholung in den Bereich von 350 Franken.

ABB

Vielversprechend scheint auch die Spekulation auf eine rasche Kurserholung bei ABB zu sein. Die Aktie des SMI-Mitglieds notiert nach der Kurserosion seit Mitte August von 15 Prozent an der starken Unterstützung bei 17 Franken. Von dort konnte der Titel in den letzten zwei Jahren bereits zweimal eine fulminante Kursrally starten. Da waren jeweils innert weniger Monate Kursgewinne von 20 Prozent und mehr drin.

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Adecco und LafargeHolcim

Als eindeutige Rebound-Kandidaten zeigen sich auch die Aktien von Adecco und LafargeHolcim. Während der Personaldienstleister an der starken Unterstützung bei 70 Franken notiert und damit Kurspotenzial bis etwa 80 Franken bietet, hat der Baukonzern nach einem Katastrophen-Chart seit Juli mit einem Kursminus von 30 Prozent jetzt die psychologische Marke von 50 Franken erreicht. Dreht die Aktie von dort, wie schon zweimal im 2012, nach oben, könnten schnelle Kursgewinne bis in den Bereich von 60 Franken drin sein.