Auch Japans Aktien können sich dem Abwärtssog der Weltbörsen nicht entziehen. Nachdem der Nikkei-225-Index im September auf den höchsten Stand seit Ende 2007 geklettert ist, ist nun sogar die wichtige Unterstützung bei 15'000 Punkten nach unten durchbrochen worden.

Obwohl der Index damit wieder in seine Trading Range gefallen ist, geben Marktexperten die Hoffnung auf mittelfristig wieder anziehende Kurse nicht auf. Wichtigster Hoffnungsträger für viele ist dabei der japanische Yen. Dieser hat in den letzten zwei Jahren erheblich an Wert verloren und ging seit Juli erneut auf Talfahrt.

Yen-Schwäche hilft Nippons Wirtschaft nur wenig

Der Zusammenhang zwischen schwachem Yen und Exportwachstum ist nicht sehr gross. Laut einer Analyse der Credit Suisse hat der Wechselkurs nur einen eher geringen Einfluss auf die Entwicklung der japanischen Exporte.

«Sicherlich ist die andauernde Abwertung des Yen hilfreich. Allerdings wird das vor allem durch den Export bestimmte japanische Wachstum wohl eher durch eine Belebung der globalen Nachfrage angeregt werden, die noch einige Zeit auf sich warten lassen könnte», heisst es in einer Studie der Bank.

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Nach Angaben der Experten ist mehr als die Hälfte des vierteljährlichen Exportwachstums in Japan auf das Wachstum der Weltwirtschaft zurückzuführen. Zudem haben viele japanische Unternehmen wie etwa die Autobauer ihre Produktionsbasis ins Ausland verlagert.

Investitionen profitieren nicht vom schwachen Yen

Auch beim bankenunabhängigen Research-Institut Capital Economics weisen die Experten auf einen bis jetzt eher begrenzten Effekt durch die Yen-Schwäche auf die lokale Volkswirtschaft hin. Danach hilft die Währungsentwicklung zwar den Unternehmensgewinnen, doch die Investitionen hätten davon noch nicht profitiert.

Nach Einschätzung der Experten führt der schwache Yen obendrein zu steigenden Importpreisen und unterminiert so das Haushaltseinkommen der Japaner und damit die Konsumlust.  

Yen – Dollar: Hohe Korrelation in der Autoindustrie

Obwohl die Yen-Schwäche damit wohl eher nur begrenzte gesamtwirtschaftliche Effekte hat, gibt es ausgewählte Branchen und Einzelaktien, die profitieren.

Eine positive Yen-Dollar-Korrelation erkennt J.P. Morgan für Unternehmen aus den Sektoren Automobile, Metalle und Bergbau, Gebrauchsgüter, Verbrauchsmaterialien, diversifizierte Finanzdienstleister, Versorger, Einzelhandel, Chemie und Kapitalgüter.

Auf Unternehmensebene weisen dabei laut Citigroup der Automobilzulieferer Aisin Seiki (Korrelation 0,49), der Reifenproduzent Bridgestone (0,48), Ricoh (0,47), Sumitomo Chemical (0,46), Toyota Industries (0,45) und Stanley Electric (0,43) eine vergleichsweise hohe Korrelation auf.

Yen-Profiteure: Günstig bewertet

Durchforstet man die japanischen Kurszettel, so sieht man, dass einige Yen-Profiteure lukrative Bewertungskennziffern ausweisen. Dazu zählen unter anderem der Autobauer Nissan Motor Co. Ltd. (ISIN: JP3672400003, KGV 2014e: 9,1, Dividendenrendite 3,4 Prozent), das Handelshaus Itochu Corp. (ISIN: JP3143600009, KGV 2014e: 6,3, Dividendenrendite 3,8 Prozent) und das Finanzinstitut Mizuho Financial Group Inc. (ISIN: JP3885780001, KGV 2014e: 8,1, Dividendenrendite 3,7 Prozent). Das Handelsunternehmen Marubeni Corp. (ISIN: JP3877600001) gibt es sogar zum günstigen 5er-KGV auf Basis 2014 und mit einer erwarteten Dividende von 3,9 Prozent.

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