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Diese Schwellenländer bieten Chancen für Anleger

Vorbereitung aufs Diwali-Fest in Indien: Das Land macht Reformfortschritte. Keystone

In Schwellenländern wie China, Indien und Russland gibt es immer wieder Möglichkeiten für Anleger. Gut beraten ist, wer einen assetklassenübergreifenden Ansatz fährt.

Von Ric Torres*
am 13.10.2017

Lateinamerika scheint die Kurve genommen zu haben: So entwickelt sich die (Geld)politik in Chile, Brasilien und vielleicht auch Argentinien jetzt wohl in die richtige Richtung. Korruptionsskandale flauen ab und auch wenn das brasilianische Reformprogramm weniger ambitioniert ist, macht das Land Fortschritte.

Unterdessen scheint sich Mexiko in die entgegengesetzte Richtung zu entwickeln, denn durch bevorstehende Wahlen scheint der Reformwille nachzulassen. Grosse politische Veränderungen sind denkbar, doch scheinen die möglichen Konsequenzen weniger problematisch, als man an den Märkten befürchtet. Mehr Volatilität bis zum Wahltag könnte sogar für Anlagechancen sorgen.

Oberflächlich betrachtet steht die auch russische Wirtschaft gut da: Der Aufschwung gewinnt an Dynamik, die Inflation lässt nach und die Staatsfinanzen scheinen stabil. Doch obwohl die Reallöhne endlich steigen, hat sich der Konsum noch nicht erholt. Die Einzelhandelsumsätze scheinen nicht mehr auf die Reallöhne zu reagieren. Für weiteres Wirtschaftswachstum muss die Regierung Reformen einleiten, etwa eine Rentenreform und eine neue Haushaltsplanung. Dazu wird es wohl erst nach den Wahlen 2018 kommen. Auch Weltpolitik und Ölpreise bleiben Risikofaktoren.

Indien macht Reformfortschritte

Indien entwickelt sich positiv, die Politik nutzt der Wirtschaft. Ein Beispiel ist die Güter- und Dienstleistungssteuer. Sowohl die Steuerquote, also die Steuern im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP), als auch die Steuerbasis sind sehr niedrig. Die neue Steuer gilt als ein Schritt zur Harmonisierung des Steuersystems.

Daher empfehlen sich Anlagen in indische Anleihen als auch in indische Aktien. In den Anleihenkursen sind einige positive Entwicklungen bereits berücksichtigt, insbesondere die niedrigere Inflation. Zurzeit scheinen vor allem Aktien interessant – etwa die indische Privatbank HDFC, die vor allem im Privatkundengeschäft tätig ist. Das Einlagengeschäft floriert, die Kundenbeziehungen sind gut, die Wachstumsstrategie ist diszipliniert.

Alibaba und Pharmaunternehmen Shanghai Fosun

Sorgen hingegen macht die Verschuldung Chinas. Doch unterschätzt man am Markt die Möglichkeiten der Regierung, die Probleme anzugehen. Trotz möglicher wirtschaftlicher Ungleichgewichte können es sich die chinesischen Behörden leisten, eine Lösung aufzuschieben. Irgendwann jedoch müssen die Probleme angegangen werden – mit Auswirkungen auf das langfristige Wachstum.

Interessant ist Alibaba, ein führendes E-Commerce Unternehmen. Zur Holding gehören Firmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen, die für diversifizierte Umsätze sorgen. Anders als die internationalen Wettbewerber verzichtet Alibaba auf Lagerhaltung – mit höheren operativen Gewinn und höheren Gewinnmargen. Zudem ist der Pharmasektor wichtig: Der wachsende Wohlstand, die Urbanisierung und die alternde Bevölkerung führen zu höheren Gesundheitsausgaben. Der Bedarf an modernen Dienstleistungen wächst – was Pharmaunternehmen wie Shanghai Fosun attraktiv macht.

Anleger sollten bei ihren Überlegungen sensibel für Risiken sein und Volatilität aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Versierte Fondsmanager nutzen dazu Risikomodelle, die im Rahmen eines umfassenden Investmentprozesses sowohl Aktien als auch Anleihen betrachten, die Volatilität analysiert und Korrelationen untersucht, damit effizientere Portfolios entstehen.

  * Ric Torres ist Portfolio Manager bei Capital Group

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