Spekulanten wollen Geld meist innerhalb weniger Tage oder Wochen mit mehr oder weniger riskanten Wetten verdienen. Day Trader sind oft sogar nur wenige Minuten in einem Titel engagiert. Doch getreut dem Motto «Hin und her macht Taschen leer» sollten sich normale Anleger von solch hektischer Betriebsamkeit nicht anstecken lassen und ihr Kapital in Ruhe arbeiten lassen. Eine über Jahrzehnte hinweg bewährte Anlagekunst für Geduldige ist die Dividendenstrategie. «Dividenden liefern langfristig den höchsten Beitrag zur Gesamtperformance einer Aktienanlage, denn reinvestierte Dividenden erzielen einen enormen Zinseszinseffekt», erklärt Fondsmanager Jan Erhardt von DJE Capital.

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Starker Dividendenanstieg

Die Zahlensaison der Blue Chips für 2013 ist vorbei, und somit haben Anleger Klarheit über die Höhe der Dividenden, die sie in den kommenden Wochen und Monaten erwarten können. Der «Geldregen» ist in diesem Jahr besonders stark. Allein im SMI haben mehr als drei Viertel der Mitglieder ihre Ausschüttungen nach oben geschraubt. Bei Roche ist eine Anhebung mehr die Regel als Ausnahme. Beim Pharmariesen gibt es das 27. Mal in Folge eine Erhöhung, und der Pharmakonzern hat sogar schon für 2014 einen weiteren Anstieg in Aussicht gestellt.

Unter Berücksichtigung der Small und Mid Caps, zeigt sich ebenfalls eine beeindruckende Erhöhungsquote von 64 Prozent. Das liegt deutlich über den Erwartungen des J.-Safra-Sarasin-Experten Patrick Hasenböhler. Dieser hatte «nur» mit einem Erhöher-Anteil von 58 Prozent gerechnet. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erhöhten 52 Prozent der Schweizer Gesellschaften ihre Dividende. Im Durchschnitt werden die Auszahlungen um 16 Prozent zulegen. «Dies ist jedoch nur aufgrund einiger aussergewöhnlich hoher Anstiege wie bei Kuoni (150 Prozent), Komax (125 Prozent), EFG International (100 Prozent) oder Kühne + Nagel (67 Prozent) möglich», erklärt Hasenböhler.

Dividendenrendite – dreimal höher als der Zins

Eine realistischere Reflexion der diesjährigen Dividendensaison ergibt die Erhöhung der Dividendensumme im SMI. «Die Gesamtausschüttung der 20 SMI-Unternehmen nimmt von 32,1 auf 34,3 Milliarden Franken zu», sagt Sarasin-Analyst Hasenböhler. Dies entspricht einer Steigerung von beachtlichen 7,1 Prozent. «Die durchschnittliche 2013er-Dividendenrendite des Schweizer Aktienuniversums liegt bei 2,7 Prozent, was immer noch sehr attraktiv ist im Vergleich zur zehnjährigen Rendite für Bundesobligationen von 1,0 Prozent», sagt Hasenböhler.

Nicht nur innerhalb der heimischen Grenzen nehmen die Ausschüttungen zu, auch international wachsen die Summen. Eine Studie des Fondshauses Henderson Global Investors brachte zutage, dass weltweit die 1200 grössten Unternehmen 2013 erstmals mehr als eine Billion Dollar ausgezahlt haben. Und auch, wenn sich das Dividendenwachstum zuletzt verlangsamte, sollen die Erträge 2014 weiter steigen. Eine der jüngsten Umfragen von Fidelity in ihrem Analystennetzwerk bestätigt die guten Aussichten. 94 Prozent der Experten rechnen damit, dass die Firmen in den kommenden zwölf Monaten die Dividenden anheben (40 Prozent) oder gleich belassen werden (54 Prozent).

Zertifikate für Dividendenjäger

Im Bereich der strukturierten Produkte steht Dividendenjägern eine breite Produktpalette zur Verfügung. So hat erst kürzlich die ZKB einen Tracker auf einen globalen Dividenden-Basket emittiert. In diesem Aktienkorb befinden sich 20 Titel, die anfänglich zu je 5 Prozent gleichgewichtet sind. In die Auswahl schafften es auch sechs heimische Konzerne. Einmal pro Jahr leistet die ZKB eine Ausgleichszahlung in der Höhe der Netto-Dividenden an die Zertifikate-Inhaber.

Da es sich um einen starren Basket handelt, besteht im Laufe der Zeit die Gefahr einer Klumpenbildung. Anders beim UBS-Global-Quality-Dividend-Payers-TR-Index. Dieses dynamische Barometer basiert auf der «Global High Quality»-Aktienliste von UBS Research und wird regelmässig überprüft. Um in den elitären Kreis substanz- und dividendenstarker Mitglieder aufsteigen zu können, muss eine Gesellschaft das nötige Fundament mitbringen. Dazu zählt eine gesunde Bilanzstruktur, eine ansprechende Eigenkapitalrendite sowie ein nachhaltiges Umsatz- und Gewinnwachstum.

ZKB Globaler Dividenden-Basket (ISIN: CH0226842729)

Der relativ neu am Markt erhältliche Tracker der ZKB bietet ein breit diversifiziertes Dividenden-Portfolio. Die Laufzeit endet nach zwei Jahren am 26.2.2016.

In dem Basket von Julius Bär befinden sich die zwölf führenden Dividendenzahler aus der Schweiz. Das Produkt ist bereits nach einem Jahr fällig (Schlussfixing: 12.12.2014).

Der Open End Tracker von Vontobel basiert auf dem europäischen Dividendenindex. Wegen der Total-Return-Variante fliessen die Ausschüttungen in die Berechnung ein.

Das aktive Management bei diesem Index-Zertifikat lässt sich die UBS mit einer Managementgebühr von 1,0 Prozent p.a. vergüten. Anleger können zwischen den Handelswährungen CHF, EUR und USD wählen.