Die Performance kann sich sehen lassen. Im Januar und März hatte die Redaktion von stocksDIGITAL einige vielversprechende Titel mit Dividendenzyklus empfohlen – dividendenstarke Aktien, die in den Wochen und Monaten vor der Generalversammlung, mit folgender Dividendenzahlung, seit Jahren auffällige Kurssteigerungen aufgewiesen haben. Einer der Favoriten – Mobilezone – brachte dabei in nur vier Wochen ein Plus von 16,7 Prozent. Während Nebag und Carlo Gavazzi lediglich stagnierten und Walter Meier nach anfänglichen Steigerungen wieder auf das Ausgangsniveau zurückgefallen war, schaffte Banque Cantonale Vaudoise im selben Zeitraum immerhin noch ein Plus von rund 5 Prozent.

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Swiss Re kletterte in drei Monaten um 6,6 Prozent, und Zurich Insurance und Swisscom schafften sogar Kursgewinne von rund 10 Prozent. Die beiden Top-Dividendenzykliker Freenet und Drillisch aus Deutschland legten seit der Empfehlung mit Hinweisen auf den Dividendenzyklus Mitte Januar sogar jeweils um rund 21 Prozent zu.  

Freenet – jetzt ein Kandidat für fallende Kurse …

Kursgewinne der Vergangenheit sind aber eben nur Gewinne der Vergangenheit. Anleger, die nicht dabei waren, haben nichts gewonnen und sind enttäuscht. Aber für Frust ist kein Platz! Denn jetzt könnte sich der Einstieg wieder lohnen. Und zwar in die andere Richtung. Bei einer Reihe von Titeln mit Dividendenzyklus ist nämlich nach der Generalversammlung und nach der darauf folgenden Dividendenzahlung teilweise monatelang eine deutliche Kurserosion zu erkennen.

Und da steht die Aktie von Freenet erneut in erster Reihe – und zwar diesmal als Kursverlierer. Im letzten Jahr, 2013 und auch im 2012 beispielsweise gab es beim Telefonkonzern Dividenden von 1,45 Euro, 1,35 Euro und 1,20 Euro je Aktie – doch der Kursverfall in den Wochen und Monaten nach der Dividendenzahlung war wesentlich höher. Rund 2,0 Euro – etwa 15 Prozent Kursrückgang – waren es 2012, etwa 3,0 Euro Minus oder 15 Prozent im 2013, und im vergangenen Jahr rutschte die Aktie nach der Generalversammlung im Mai sogar drei Monate lang um bis zu 6,0 Euro – entsprechend rund 20 Prozent – nach unten. Wer auf ähnliche Rückschläge bei Freenet, auch nach der diesjährigen Hauptversammlung am 21. Mai, setzen will, wählt einen Knock-out-Put (ISIN: DE000US51T50, Basis und Knock-out jeweils 32,5947 Euro, Laufzeit endlos) und hebelt einen möglichen Kursrückgang des TecDAX-Mitglieds aktuell mit Faktor 8,7.

… auch bei Comdirect Bank ist eine Kurserosion zu erwarten

Wochen- oder monatelange Kursverluste nach der Generalversammlung waren in den letzten Jahren des Öfteren auch bei Comdirect Bank zu beobachten. Bei der Aktie der Online-Bank gab es dabei ebenfalls in den zwei oder drei Monaten nach dem Aktionärstreffen, beispielsweise in den letzten fünf Jahren, regelmässig Kursverluste von bis zu knapp 15 Prozent – und zwar über den Dividendenabschlag hinaus. Da hier keine Knock-out-Produkte verfügbar sind, greifen etwas risikofreudigere Anleger zum Put-Warrant (ISIN: DE000PA46B71, Basispreis 8,0 Euro, Laufzeit 24.9.15, Bezugsverhältnis 1:1) mit dem hohen Hebel von 48,7 und setzen auf eine Kurserosion des SDAX-Mitglieds nach dem Aktionärstreffen am 7. Mai.

Wem die Spekulation auf fallende Kurse mittels Put-Optionsschein jedoch etwas zu riskant ist, der kann sich die Aktie der Comdirect Bank für den nächsten Dividendenzyklus – und dann wieder nach oben – vormerken, denn der Titel rutschte zwar in den letzten Jahren regelmässig nach der Generalversammlung nach unten, fing aber im Herbst auch wieder an zu steigen. Da waren zwischen Oktober und Mai Kursgewinne nicht selten von 10, 15, ja sogar bis zu 20 Prozent drin.