Für heimische Exporteure keimt wieder Hoffnung auf. Der Dollar erholt sich zusehends, nachdem der Greenback im März gegenüber dem Franken mit 0,87 auf den tiefsten Stand seit 2011 gefallen war. Allein in den letzten zwei Monaten kletterte die US-Devise von 0,88 auf 0,91 und befindet sich damit langsam, aber sicher, auf dem Weg zurück zur Parität. Ein Wechselkursverhältnis von eins zu eins zwischen Dollar und Franken gab es zuletzt vor zwei Jahren, Ende Juli. Auch gegenüber dem Euro konnte der Dollar in den letzten Monaten deutlich zulegen. Seit dem Zweijahrestief im Mai legte die US-Devise gegenüber der europäischen Einheitswährung bereits um rund 10 Prozent zu und notiert inzwischen wieder bei knapp 0,76.

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Der Kursanstieg des Dollars gegenüber Franken und Euro dürfte keine Eintagsfliege sein. Einiges spricht dafür, dass der Dollar weiter zulegen wird. Ganz besonders liegt das an der Geldpolitik der US-Notenbank. Zwar drosselt Fed-Chefin Janet Yellen bereits seit ihrem Amtsantritt im Februar die Anleihenkäufe durch die Fed – diese lagen damals noch bei 65 Milliarden Dollar im Monat, jetzt sind es nur noch 25 Milliarden Dollar, und möglicherweise werden die Käufe im Oktober auslaufen. Doch inzwischen rechnen zusätzlich auch immer mehr Marktteilnehmer mit einer baldigen Anhebung des Leitzinses. Dieser liegt seit 2008 bei 0,25 Prozent.

 

Der US-Arbeitsmarkt präsentiert sich in einer guten Verfassung

Die Fed hat den Arbeitsmarkt im Visier. Die aktuelle Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent – im Oktober 2009 waren es noch 10,0 Prozent – liegt zwar noch weit über dem Ziel der Vollbeschäftigung, doch der Arbeitsmarkt entwickelte zuletzt hohe Dynamik. In den letzten sechs Monaten stieg die Zahl der Jobs in den USA im monatlichen Durchschnitt um 244'000. Und auch die Zahl der Arbeitslosen, die schon länger als 27 Wochen ohne Beschäftigung sind, hat sich seit April von 6,8 Millionen auf nur noch 3,2 Millionen fast halbiert. Die Frage, die sich nicht nur die Notenbank stellt, ist: Wie werden sich die Löhne in den USA entwickeln und damit ihr Einfluss auf die Inflationsrate?

Die Ökonomen von BNP Paribas beispielsweise gehen davon aus, dass sich diese lohninduzierte Inflation gegen Mitte oder Ende 2015 deutlich beschleunigen wird. Die Experten der Bank halten es auch für möglich, dass es sogar eine lohninduzierte Inflation früher als bisher erwartet geben könnte. Auch in der Fed scheint die Stimmung mehr und mehr zu drehen. Wie aus dem veröffentlichten Protokoll der letzten Notenbanksitzung von Ende Juli geschlossen werden kann, scheinen immer mehr Mitglieder der Fed eine frühere Zinsanhebung nicht auszuschliessen. Dieser Zinsschritt wurde bisher erst für Mitte 2015 erwartet.

Anleger setzen auf die Dollar-Stärke und gleichzeitig auf Euro-Schwäche

Steigen die Zinsen, klettern auch die Renditen der Staatsanleihen. Dadurch werden US-Bonds im internationalen Vergleich attraktiver, was wiederum die Nachfrage nach dem Dollar erhöht, und letztendlich hat das Einfluss auf den Kurs des Greenback. Auf jeden Fall deckten sich Marktteilnehmer bereits in der vergangenen Woche nach Bekanntgabe des Fed-Protokolls verstärkt mit Dollar ein und sorgten so bei dieser Devise für Kurssteigerungen.

Der Dollar könnte gegenüber dem Euro sogar nicht nur seitens der Fed angetrieben werden, sondern möglicherweise auch durch die europäische Zentralbank. Denn erst vor wenigen Tagen forderte Frankreich einen schwächeren Euro. Grund: Frankreichs Wirtschaft kommt nicht auf die Beine, nötige, aber unliebsame Reformen werden verschoben – zur Ankurbelung der Wirtschaft kommt die Stärkung des Exports in Frage, dafür soll doch dann bitte die EZB mittels schwächerem Euro sorgen.

Dollar an wichtigen technischen Hürden

Charttechnisch ist der Dollar im Moment ebenfalls interessant. So hat die Währung gegenüber dem Euro bei 0,76 einen Widerstand. Fällt die Marke, könnte das technische Käufe und schnelle Steigerungen in den Bereich von 0,78 auslösen. Gegenüber dem Franken hingegen sprang die US-Devise vor einer Woche über den Widerstand bei 0,91. Für Anleger ergeben sich damit – für die Spekulation auf das Währungspaar Dollar-Franken und Dollar-Euro jeweils zwei Szenarien:

Mehr Risiko: Spekulation auf ein schnelles Abprallen des Dollars gegenüber dem Franken von der 0,91-Marke nach oben und darauf folgend weitere schnelle Steigerungen. Dafür greifen etwas risikofreudigere Anleger zu einem Zertifikat mit etwas höherem Hebel (CH0136109516, Call auf Dollar/Franken, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out 0,8257, Hebel 10,0). Alternativ die Spekulation auf ein rasches Überwinden der Marke von 0,76 zwischen Dollar und Euro. Hier wählen risikofreudigere Anleger einen Put, ebenfalls mit höherem Hebel auf das Verhältnis Euro-Dollar (Euro-Dollar, aktuelles Wechselkursverhältnis rund 1,32, Put, CH0200973698, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out 1,4017, Hebel 15,1).

Konservative Anleger wählen einen geringeren Hebel

Etwas konservativer: Wer mit einer baldigen Zinsanhebung durch die Fed und über Monate oder gar Quartale mit einem weiter steigenden Dollarkurs rechnet, der wählt ein Papier mit weniger Risiko, einem etwas weiter entferntem Knock-out und damit mit einem geringeren Hebel (Dollar-Franken, Call, CH0136109458, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out 0,7358, Hebel 5,0); (Euro-Dollar, aktuelles Wechselkursverhältnis rund 1,32, Put, CH0238743964, Fälligkeit 18.6.15, Basis und Knock-out 1,48, Hebel 8,1).