Dr. Hönle wächst. In den letzten 20 Jahren steigerte der Spezialist für UV-Technologie seinen Umsatz mit Ausnahme der Rezession 2001 und 2009 Jahr für Jahr teils mit deutlich zweistelligen Raten. Seit 1997 hat sich der Umsatz mehr als verzehnfacht und stieg dabei von 7,8 auf 93,4 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr 2015/16.

Dr. Hönle ist profitabel. Im Zeitraum von 20 Jahren steigerte der Konzern aus Gräfelfing bei München seinen Gewinn fast Jahr für Jahr und das Ergebnis hat sich so wie der Umsatz seit 1997 mehr als verzehnfacht. Im vergangenen Jahr waren das 8,3 Millionen Euro oder 1,50 Euro je Aktie.

UV – gute Wachstumsperspektiven

UV-Technologie ist gefragt und kommt in vielen Industriezweigen wie Auto, Nahrung oder der Druckbranche zum Einsatz. Die UV-Anlagen, Produkte und Systeme von Dr. Hönle bieten gegenüber herkömmlichen Verfahren beispielsweise zur Trocknung etwa von Lack oder zur Entkeimung von Wasser und Oberflächen den Vorteil, dass sie nicht nur kostengünstiger und teils höherwertiger sind, sondern auch umweltfreundlicher. Denn der Einsatz von Chemie etwa bei der Entkeimung ist bei UV-Anwendungen überflüssig oder wird dadurch minimiert.

Gerade der Umweltaspekt bringt dem UV-Spezialisten Rückenwind. Denn die gesetzlichen Anforderungen an Schadstoffemissionen werden weltweit zunehmend verstärkt. So wurde beispielsweise im vergangenen September ein internationales Abkommen zur Behandlung von Ballastwasser auf Schiffen getroffen, dass im Herbst in Kraft tritt.

Hoher Freefloat, viele Kleinaktionäre

Kein Wunder, dass Dr. Hönle auch im laufenden Geschäftsjahr zulegen kann. Zwar gab es im ersten Quartal wegen der Verlagerung einer Produktionsstätte noch Belastungen und einen Rückgang beim operativen Gewinn um 20,1 Prozent, doch im zweiten Quartal, im Zeitraum Januar bis März, legte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern bereits wieder 32,7 Prozent zu. Das Hönle-Management erwartet deshalb in diesem Jahr trotz der Belastungen im ersten Quartal einen Umsatzanstieg auf 95 bis 105 Millionen Euro und einen Anstieg beim operativen Ergebnis von 12,4 auf 14 bis 16 Millionen Euro. Der Gewinn könnte dadurch auf rund 2,0 Euro je Aktie klettern mit weiter steigender Tendenz in den nächsten Jahren.

Anzeige

Zuletzt: Dr. Hönle ist ein Übernahmekandidat. Es gibt keinen nennenswerten Grossaktionär mit mehr als zehn Prozent der Stimmen aber dafür viele Kleinanleger und einen hohen Streubesitz von rund 70 Prozent. Chinesen gehen derzeit weltweit und verstärkt in Europa auf Einkaufstour. Mit seiner Technologie und der Aktionärsstruktur könnte der UV-Experte ganz schnell ins Visier der Asiaten kommen.   

Dr. Hönle AG
ISIN: DE0005157101
Gewinn je Aktie 2017/18e: 2,30 €
KGV 2017/18e: 14,2
Dividende/Rendite 2016/17e: 0,55 €/1,7%
EK je Aktie: 11,38 €
EK-Quote: 65,3%
KBV: 2,9
Kurs/Ziel/Stopp: 32,70/39,50/23,30 €

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +26,1 Prozent (DAX: +12,7 Prozent), 3 Jahre: +71,5 Prozent (DAX: +22,4 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +301,7 Prozent (Dax: +83,3 Prozent).