50 Prozent Kursgewinn im Euro Stoxx 50 und im Dow Jones in den letzten drei Jahren. Sogar 60 Prozent waren seit Herbst 2011 beim SMI drin. 70 Prozent brachte der sehr breite US-Aktienmarkt mit dem S&P 500 in diesem Zeitraum, 75 Prozent waren es im DAX. Glasklar: Nach dem Seitwärtslauf Ende 2009 bis Anfang 2011 mit dem schnellen Kurszusammenbruch wegen der Euro-Schuldenkrise im Sommer danach befinden sich die wichtigen Börsenplätze der Welt seit drei Jahren in einem Bullenmarkt.

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Viele Anleger werden angesichts des langanhaltenden Aufwärtsschwungs mehr und mehr vorsichtig und fragen sich: Wie wird es weitergehen? Droht eine Korrektur mit folgendem längerem Bärenmarkt oder bestehen weitere Kurschancen? «Wir glauben, dass sich der Bullenmarkt noch drei weitere Jahre fortsetzen wird», sagen die Analysten von BNP Paribas. Und: «Nach unseren Schätzungen kann die Börse bis Ende 2017 noch um weitere 25 bis 50 Prozent zulegen.»

Kursperspektiven: Weitere 50 Prozent Plus bis 2017

Entsprechend dieser Prognose halten die Experten der französischen Bank je nach Szenario im S&P 500 in den nächsten drei Jahren einen Kursanstieg von derzeit 2000 Punkten auf 2555 bis 2995 Punkte für möglich. Der Euro Stoxx 50 hat danach vom derzeitigen Level mit 3300 Punkten Potenzial auf 4154 bis 5011 Punkte.

Zum Schweizer Aktienmarkt äussern sich die Analysten des Finanzhauses in einer aktuellen Studie zu den Perspektiven an den Börsen zwar nicht explizit, doch ein Anstieg der wichtigen Leitindizes S&P 500 sowie Euro Stoxx 50 wird wohl auch an heimischen Blue Chips nicht spurlos vorübergehen. Denn steigen die Kurse andernorts, ist mit einem entsprechenden Bewertungsanstieg zu rechnen. Damit werden Schweizer Titel vergleichsweise günstiger und so wiederum attraktiver für Investoren – was eine entsprechende Aktiennachfrage und steigende Kurse zur Folge haben dürfte.

Produktionslücke – darin steckt weiteres Kurspotenzial

Als Grund für das weiterhin bestehende Kurspotenzial nennen die BNP-Experten die Produktionslücke in den USA. Diese ist nach Einschätzung von BNP derzeit mit etwa 4 Prozent grösser als bei den letzten beiden Rezessionen. Das heisst, das wahre Potenzial der Wirtschaft ist grösser – es gibt noch ungenutzte Kapazitäten. Damit zusammen hängt auch eine vergleichsweise hohe Überkapazität auf dem Arbeitsmarkt, in der weiteres Produktionspotenzial steckt.

Angesichts der guten Prognosen können Anleger auf Zertifikate auf die einzelnen Indizes setzen (S&P 500 Index-Tracker, ISIN: CH0107163450, Laufzeit 14.10.20; SMI-Index-Tracker, ISIN: CH0012591019, Laufzeit endlos; Euro Stoxx 50, Index-Tracker, ISIN: CH0013615668, Laufzeit endlos) oder auch Einzelaktien ins Depot nehmen. Trotz der deutlichen Kurssteigerungen der letzten Jahre gibt es nach wie vor günstig bewertete Titel in den Indizes.

8er- und 9er-KGV: Valero, Aflec, VW und Also stehen auf der Favoriten-Liste der Börsianer

Im S&P 500 zählen beispielsweise die Aktie des Ölspezialisten Valero Energy und des Versicherers Aflec jeweils mit 9er-KGV zu den günstigsten Indexmitgliedern. Im Euro Stoxx 50 sind die beiden DAX-Mitglieder VW und Munich Re mit 8er-KGV die beiden günstigsten Titel. Im breiten Schweizer Aktienmarkt mit dem SPI sind das mit 10er-KGV beispielsweise der Nahrungsmittelspezialist Bell oder der Händler für IT und Unterhaltungselektronik, Also Holding. Die Also-Aktie konnte übrigens vor wenigen Tagen aus dem kurzfristigen Seitwärtstrend klettern und notiert nun an der nächsten Hürde um 55 Franken. Fällt die Marke, könnte dies weitere Kurssteigerungen auslösen.