Auch wenn das Tempo zuletzt etwas abgenommen hat, Shoppen via Internet zählt immer noch zu den Wachstumsmotoren im Detailhandel. Bereits in der Vorweihnachtszeit vom 1. November bis 8. Dezember hat dieser Bereich in der Euro-Zone im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 12 Prozent aufgewiesen. Prognosen zufolge wird der E-Commerce-Markt 2014 weltweit sogar um einen Viertel zulegen. Und das Wachstum wird anhalten. Bis 2017 rechnen Branchenexperten beim Internetkauf mit jährlichen Steigerungsraten von 19 Prozent.

Insbesondere in den Schwellenländern geht es rasant aufwärts, vor allem in China. Dabei werden die Anbieter immer findiger. Um das Expansionstempo hoch zu halten, sind die Internetriesen gerade dabei, abgelegene Regionen zu erschliessen.

Detailhandel China – rasantes Online-Wachstum auf dem Lande

Anzeige

Laut einer Analyse des grössten chinesischen Handelsunternehmens Alibaba wird sich der Wert der ländlichen Online-Verkäufe von geschätzten 180 Milliarden Yuan (28 Milliarden Franken) im 2014 auf 460 Milliarden Yuan (70 Milliarden Franken) bis im 2016 mehr als verdoppeln.

Davon möchte sich Alibaba auch einen Teil des Kuchens abschneiden. Sie kündigte an, sie werde in drei bis fünf Jahren zehn Milliarden Yuan in ländliche Zweigstellen investieren. Alibaba ist der grösste Internetkonzern der Welt und nach Marktkapitalisierung nahezu doppelt so schwer wie die Nummer zwei der Branche, Amazon.

Amazon schwächelt – «die Wachstumsstory ist fast vom Tisch»

Dem US-Online-Händler bläst der Wind derzeit eher ins Gesicht, 2014 hat die Aktie um einen Fünftel nachgegeben. Allein 15 Milliarden Dollar Börsenwert verpufften bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal. Erneut verbuchte Amazon einen unerwartet deutlichen Anstieg beim Verlust. Erschwerend war auch die Aussicht auf ein geringes Umsatzwachstum. Es könnte sein, dass die Erlöse im Schlussviertel hinter dem erwarteten Zuwachs von «20 plus x Prozent» zurückbleiben werden. «Damit ist die Wachstumsstory fast vom Tisch», kommentierte Tob Plaza, Analyst bei der Key Private Bank, die Bilanzvorlage.

Amazon muss derzeit den Preis für ihre Expansiongelüste zahlen. Der Konzern investiert kräftig in neue Geschäftsfelder wie Smartphones, Tablets, Videospiele und TV-Serien. Noch zahlt sich diese Strategie nicht in barer Münze aus, und für Anleger ist es wohl noch zu früh, um jetzt schon auf den durchschlagenden Erfolg zu wetten. Daher könnte es sinnvoll sein, auf einen Seitwärtskurs der Aktie zu setzen.

Alibaba wächst zwar noch, die Aktie ist aber hoch bewertet

Dies gilt auch für die Aktie des Konkurrenten Alibaba, die nach einem fulminanten Börsenstart im September jetzt im Bereich von 100 Dollar die Handbremse angezogen hat. Operativ läuft es bei den Chinesen derzeit aber deutlich besser als bei Amazon. Die erste Bilanz nach dem IPO, die das Unternehmen präsentierte, kann sich im Grossen und Ganzen sehen lassen.

Im letzten Quartal kletterte der um hohe Sonderkosten bereinigte Gewinn um 15,5 Prozent, der Umsatz legte um mehr als die Hälfte auf 2,7 Milliarden Dollar zu. Auch wenn der Konzern kräftig wächst, die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 200 astronomisch hoch.

Risikostreuung mit Themen-Baskets

Wegen der hohen Bewertung von Einzelwerten ist es sinnvoller, das Risiko mittels E-Commerce-Basket zu streuen. Julius Bär hat 2014 einen Tracker auf den E-Commerce Basket II mit einer Laufzeit von zwei Jahren emittiert. Enthalten sind zehn Titel, die auf den chinesischen Markt abzielen. Zwischenzeitlich hat der im Mai lancierte Tracker um knapp einen Fünftel im Plus gelegen, er musste aber Ende Jahr einen Grossteil der Gewinne wieder abgeben.

Anzeige

Knapp ein Jahr früher startete der Tracker der J. Safra Sarasin auf einen Online-Retail-Basket. Dieser unterscheidet sich in der Zusammensetzung aber deutlich vom Julius-Bär-Produkt. Im Korb sind mit 15 Mitgliedern nicht nur mehr Titel enthalten, sie sind zudem weltweit verteilt. Es handelt sich nicht nur um reine Internetfirmen, es wurden auch klassische Einzelhandelskonzerne wie H&M berücksichtigt, die das Online-Geschäft stark ausbauen.

Das Discount-Papier der Credit Suisse bietet derzeit einen Abschlag von 8 Prozent auf den aktuellen Amazon-Kurs. Sollte der Basiswert in einem Jahr unverändert notieren, wirft das Papier eine Rendite von 12,6 Prozent p.a. ab. Für den Fall, dass Amazon auf das Cap bei 327,50 USD steigen wird, liegt die annualisierte Rendite sogar bei 19,7 Prozent.

Der im November 2014 emittierte BRC auf Alibaba von der Bank Vontobel verspricht eine Rendite von 13,5 Prozent p.a. Diese kommt zur Auszahlung, falls die Barriere bei 80,90 USD unversehrt bleibt – ein Risikopuffer von 24 Prozent. Bei einer Schwellenverletzung hängt die Rückzahlung vom Verlauf des Basiswertes ab, der Coupon kommt hingegen garantiert zur Auszahlung.

Wer diversifiziert in chinesische Internet-Aktien investieren möchte, ist mit dem Tracker von Julius Bär bestens bedient. Das in US-Dollar kotierte Produkt besitzt noch eine Laufzeit von knapp eineinhalb Jahren. Seit Emission legte der Basket um 3 Prozent zu.

Der Tracker von J. Safra Sarasin nimmt eins zu eins am international ausgerichteten Basket teil. Seit Emission im August 2013 kletterte das Zertifikat um einen Zehntel. Die Laufzeit endet am 29. August 2018.