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Europäische Bankaktien haben starkes Potenzial

Grossbanken in Frankfurt: Viele Geldhäuser haben sich neuer Kapital beschafft. Keystone

Die europäische Wirtschaft gewinnt an Fahrt. Frühlingserwachen auch im Bankensektor: Gebeutelt von Kapitalsorgen und mangelnder Profitabilität zeigt sich Licht am Ende des Tunnels.

Von Matthias Jenzer*
am 12.04.2017

Die europäische Wirtschaft gewinnt allmählich an Fahrt. Frühlingserwachen auch im Bankensektor: Gebeutelt von Kapitalsorgen und mangelnde Profitabilität zeigt sich Licht am Ende des Tunnels.

Kein Finanzartikel ohne schlechte Nachrichten einer europäischen Bank. Was lange Zeit als Regel galt, sollte man heute differenziert betrachten. Europas Banken, im Sandwich zwischen Aktionären, Kunden und regulatorischen Anforderungen, erlebten eine Zeit von drastischen Kostensenkungen, Kreditaus-fällen und erhöhten Kapitalanforderungen. Dies, inmitten der wohl ungünstigsten je dagewesenen mo-netären Periode in Form von Minuszinsen.

Günstige Bewertung und verbesserte Gewinnaussichten

Europas Wirtschaft zeigt jedoch positive Signale, was diesmal mit Sicherheit auch den Banken zugute kommt. Obwohl es bei manchem Institut die Kapitalfrage noch zu beantworten gilt, haben viele europäische Banken die Zeit genutzt, ihre Bücher zu bereinigen und sich neues Kapital beschafft. Selbst in Italien, einem Land mit enormen Altlasten von faulen Krediten, haben diverse Institute das Vertrauen der Anleger wiedergewonnen und sich für die Zukunft gewappnet.

Trotz Negativzinsen zeigten sich erstmals positive Signale aus der Gewinnecke. Die Aussichten bleiben zwar noch gedämpft, jedoch dürfen die Banken nach Jahren wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Hierzu spielt die Europäische Zentralbank (EZB) eine wesentliche Rolle, denn mit zunehmender wirtschaftlicher Aktivität und das aufkeimende Gerede von Inflation wird auch die EZB allmählich ihre ultra-expansive Geldpolitik normalisieren, was insbesondere den Banken zugutekommen wird.

Euphorie in den Bewertungen? Mitnichten. Die Bewertungen bleiben trotz der guten Entwicklung der letzten Zeit billig. Viele Banken handeln zum Teil drastisch unterhalb der Buchwertgrenze – im Hinblick auf bessere wirtschaftliche Zeiten und Unternehmensgewinne nicht mehr zeitgemäss. Der Sektor wird klar unter Wert verkauft!

Ein Blick nach Süden lohnt sich

Der gesamte Sektor hat weiterhin starkes Potential. Für die extra Prise Pfeffer im Portfolio können Aktien von Banken der europäischen Peripherie, welche ihre Kapitalpläne bereits erfolgreich umgesetzt haben und gerüstet sind für Wachstum, sorgen. Der Länderfokus ist vielerorts noch eine einfache Art und Weise, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Ein alter Zopf, der bei Banken nicht unbedingt zum Erfolg führt.

Nebst spanischen haben auch einige italienische Banken ihre Hausaufgaben gemacht und stehen heute genauso gut wenn nicht gar besser da als manch nordeuropäisches Institut, dies jedoch zu weit günstigeren Preisen. Ein Blick über den Tellerrand ist gefragt, denn selbst krumme Bäume tragen Früchte.

*Matthias Jenzer ist CIO von Quilvest.

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