Am Montag nach der Europawahl starteten die meisten Aktienmärkte in der Eurozone mit Kursgewinnen in die Woche. Ein Indiz dafür, dass die Marktteilnehmer mit dem Ausgang des Urnengangs im Grossen und Ganzen zufrieden waren. Nur an der Börse in Paris war die Stimmung spürbar gedämpft. Und das lag an dem erdbebenartigen Sieg der euroskeptischen Front National (FN).

Die von politischen Kommentatoren als rechtsextrem eingestufte Partei wurde mit rund 25 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft in Frankreich. Zum Vergleich: Bei der letzten Europawahl vor vier Jahren kam die Partei lediglich auf 6 Prozent. Der grosse Verlierer war Staatspräsident François Hollande. Seine sozialistische Partei PS holte mit mageren 14 Prozent das bisher schlechteste Ergebnis bei einer Europawahl.

Nach der Wahl: Angst vor politischer Instabilität

Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National, macht Europa für den wirtschaftlichen Niedergang Frankreichs und für die hohe Arbeitslosigkeit im Land verantwortlich. Ihre Parole: Raus aus der Europäischen Union und den Euro abschaffen. Kein Wunder, dass viele Marktbeobachter den Wahlausgang skeptisch sehen. So warnen die Experten von Deutsche Asset & Wealth Management vor politischen Instabilitäten, die sich bremsend auf die französische Wirtschaft auswirken könnten.

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Auf der anderen Seite halten es einige Volkswirte aber auch für möglich, dass Frankreich nichts Besseres hätte passieren können als dieses Wahlergebnis. Denn es zwinge die etablierten politischen Eliten zum Handeln. Oder mit anderen Worten: Von der Wahl könnte ein Ruck ausgehen, der die stagnierende französische Wirtschaft wieder ins Rollen bringen könnte.

Neuausrichtung der Politik – Sparen ist passé, Wachstum ist angesagt

Wie dieser Ruck aussehen könnte, zeigen die kämpferischen Kommentare der regierenden Sozialisten unmittelbar nach der Wahl. So verkündete Präsident Hollande in einer Fernsehansprache, dass der ökonomische Schwerpunkt zukünftig auf «Wachstum, Beschäftigung und Investitionen» liegen müsse und nicht mehr auf einer Politik des Sparens. In das gleiche Horn stiess der sozialistische Premierminister Manuel Valls. Der Politiker mit spanisch-schweizerischen Wurzeln gilt in Frankreich als Hoffnungsträger.

Er forderte unmittelbar nach dem Wahldebakel seiner Partei weitere Entlastungen. «Wir brauchen mehr Steuersenkungen, insbesondere bei den Steuern für Einkommen.» Diese, so Valls, würden schwer auf der Mittelschicht und der breiten Masse des Volkes lasten. Bereits im März hatte die französische Regierung Abgabensenkungen in der Höhe von einer Milliarde Euro ab dem kommenden Herbst angekündigt.

Konsum könnte zulegen

Analysten sehen darin einen richtigen Ansatz. «Mit dem Fokus auf einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik wurden seit Beginn des Jahres 2014 die Wirtschaftsstrategien klarer», sagt Bruno Cavalier, Aktienexperte bei der Pariser Investmentgesellschaft Oddo Securities. Den Worten müssten nun aber auch schnellstmöglich Taten folgen. Eines der grössten Probleme der französischen Wirtschaft ist der flaue private Konsum.

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So liegen die Anschaffungen der privaten Haushalte auf dem tiefsten Stand seit 2005. Nicht einmal im Rezessionsjahr 2009 gaben die Franzosen weniger für neue Gebrauchsgüter aus. Finanzielle Entlastungen könnten diese wichtige Komponente des Bruttoinlandprodukts wieder ankurbeln. Vor diesem Hintergrund erscheinen Investments in französische Aktien durchaus interessant, allerdings nur, wenn der erhoffte Ruck nicht zu lange auf sich warten lässt.

Investments für den Aufschwung in Frankreich

Der CAC 40 enthält die 40 grössten und liquidesten Aktien der Börse Paris. Mit dem ETF von ComStage können Anleger am französischen Leitindex unbegrenzt und unbefristet partizipieren. Die Verwaltungsgebühr beträgt 0,2 Prozent.

Die Aktie der grössten französischen Bank wird von den Analysten von Kepler Cheuvreux mit einem Kursziel von 64 Euro (Kurs aktuell: 52 Euro) als kaufenswert eingestuft. Zwar berge der Titel gewisse Risiken von hohen Strafzahlungen aus Rechtsstreitigkeiten, heisst es in der Studie, aufgrund der günstigen Bewertung sei die Aktie aber dennoch interessant.

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Dem Produkt liegen Axa, Carrefour und Sanofi zugrunde. Berührt oder unterschreitet keiner der drei französischen Blue Chips bis zum Laufzeitende im Oktober 2015 die jeweilige Barriere, wäre aufgrund des Coupons von 9,25 Prozent p.a. sowie des aktuellen Briefkurses eine Rendite von 11,25 Prozent (8,31 Prozent p.a.) möglich. Aktuell verfügt das Basiswert-Trio über Risikopuffer zwischen 37 und knapp 43 Prozent. Im Fall einer Barriereverletzung würde die Credit Suisse den Titel mit der schwächsten Kursentwicklung liefern.