2012 ist es passiert, 2013 auch und zuletzt Anfang 2015. Bereits dreimal in den letzten drei Jahren kam es im portugiesischen Leitindex PSI 20 nach dem Durchbrechen von Kursleveln im Bereich von 5000/5500 Punkten zu weiteren kräftigen und teilweise sehr schnellen Kurssteigerungen.

Rund 20 Prozent Plus gab es zwischen Februar und April, 50 Prozent konnten Anleger zwischen Juli 2013 und April 2014 abholen, und zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 kam es in nur einem Monat zu Kursgewinnen im PSI von 20 Prozent.

Jetzt ist wieder so eine Situation. Nach den beständigen Kursverlusten seit Mitte April um 1300 Punkte, entsprechend rund 20 Prozent bis Ende September, hat die Börse in Lissabon bei der Marke von 5000 Punkten mächtig nach oben gedreht. 10 Prozent beträgt das Plus in nur einer Woche, und jetzt ist sogar die 100- und 200-Tage-Linie zum Greifen nah.

PSI – wichtige Durchschnittslinien sind zum Greifen nah

Und es könnte nun weitere Kursgewinne geben. Denn seit Ende 2012 kam es nach dem Durchbrechen der beiden Durchschnittslinien von unten nach oben bereits drei von dreimal in den folgenden Wochen und Monaten zu kräftigen Kursgewinnen.

Der aktuelle Kursschub wurde durch die Parlamentswahlen im Land Anfang Oktober ausgelöst. Zwar musste das Regierungsbündnis unter Ministerpräsident Pedro Passos Coelho deutliche Einbussen hinnehmen, doch der Politiker wurde erneut mit der Bildung der Regierung betraut.

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Offensichtlich hatten Skeptiker zuvor befürchtet, dass der Regierungschef wegen der jahrelangen Sparmassnahmen von einem Linksbündnis abgelöst werden könnte und dass damit auch der Reformkurs ein Ende finden würde. Immerhin gab es in Portugal nach Zahlungen aus dem Euro-Rettungsschirm in der Höhe von 78 Milliarden Euro im 2011 eine Reihe unpopulärer Massnahmen wie Lockerung des Kündigungsschutzes oder Einsparungen im öffentlichen Dienst.

Portugal – ein «operativer Turnaround» und vielversprechende Investments

Allerdings konnte das Land auf der iberischen Halbinsel durch die Sparreformen auch den Rettungsschirm im vergangenen Jahr wieder schliessen lassen. So konnte der starke Anstieg der Staatsverschuldung zwischen 2004 und 2011 ab 2012 zum Stillstand gebracht werden, und in diesem Jahr ist sogar mit einem Abbau der Staatsschuldenquote zu rechnen.

Und auch die Rezession ist besiegt. Noch 2011, 2012 und 2013 ist es zu einer Schrumpfung der Wirtschaft mit Raten von -1,8, -4,0 und -1,6 Prozent gekommen, doch bereits 2014 ist das Bruttoinlandprodukt wieder um 0,9 Prozent gestiegen, und in diesem Jahr wird sogar ein Plus von 1,6 Prozent erwartet. Für 2016 geht die EU-Kommission sogar von einem Zuwachs um 1,8 Prozent aus.

Zertifikate und Einzelwerte

Nun hat es den PSI nach dem Erfolg der Regierungskoalition Coelho nach oben gezogen. Neben einem Partizipationszertifikat auf den Index (ISIN: CH0020567423, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 100:1) sind auch verschiedene Einzelwerte interessant. Aussichtsreich scheint hier beispielsweise Banco BPI (ISIN: PTBPI0AM0004) zu sein.

Der Finanzkonzern ist mit einem 10er-KGV nicht nur moderat bewertet, sondern die Aktie konnte auch vor wenigen Tagen die wichtige psychologische Marke und den Widerstand bei 1,0 Euro überspringen. Spekulativ betrachtet könnten da schon bald wieder Kurslevels wie im Mai im Bereich von 1,50 Euro erreicht sein.

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BCP und EDP – spannende Charttechnik und hohe Dividende ...

An einer wichtigen charttechnischen Unterstützung notiert auch Banco Comercial Portugues (ISIN: PTBCP0AM0007). Das Geldhaus aus Porto konnte jetzt von der Unterstützung bei 0,05 Euro abheben. Auch hier bestehen bis zu den Hochs vom Mai 50 Prozent Kurspotenzial und mehr.

Weniger spektakuläres Kurspotenzial, dafür aber hohe Dividenden von mehr als 5 Prozent gibt es beim Energieversorger EDP Energias de Portugal. Die Aktie läuft seit Februar 2014 in einer vergleichsweise engen Handelsspanne zwischen 3,0 und 3,75 Euro, die Volatilität ist mit rund 25 Prozent entsprechend gering.

… dito bei Mota-Engil und REN

Aus technischer Sicht ganz besonders spannend ist auch der Baukonzern Mota-Engil (ISIN: PTMEN0AE0005). Die Aktie ist nämlich nach einem längeren Kursverfall bei der starken Unterstützung bei 2,0 Euro gelandet und konnte in den letzten Tagen von hier aus eine Erholung starten.  

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Geringe Kursausschläge, dafür aber ebenfalls hohe und zwar nachhaltig hohe und beständig steigende Dividenden gibt es beim Elektrizitätskonzern REN – Redes Energéticas Nacionais. Da sind mehr als 6 Prozent Rendite drin – mit steigender Tendenz.