Szenario Gesamtmarkt: Die 100-Tage-Linie stoppte Anfang Woche einen kleinen Schwächeanfall des SMI. Vom gleitenden Durchschnitt aus drehte der Leitindex aber wieder nach oben und nähert sich einmal mehr dem Widerstandsbereich zwischen 9400 und 9450 Punkten. Hier sind mehrere Hoch- und Tiefpunkte der vergangenen Monate auszumachen. Kann der Index diese Hürde knacken, dürfte er rasch den nächsten Angriff auf das Allzeithoch von 9548,09 Zählern starten. Rückenwind bekommt der heimische Aktienmarkt von einem der wichtigsten Frühindikatoren der Schweiz. Im Juli legte das KOF-Konjunkturbarometer um zehn auf 99,8 Punkte zu. Damit bewegt es sich wieder auf seinem langjährigen Mittelwert.

Das Produkt: Nachdem die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich diese Meldung publiziert hatte, griff so mancher Anleger zu einem Call-Warrant (ISIN CH0261681321) der ZKB. Jedenfalls zählte dieses Derivat am Donnerstagvormittag zu den umsatzstärksten Papieren an der SIX Structured Products Exchange. Mit 9600 Punkten liegt der Strike des im März 2016 fälligen Optionsscheins etwas oberhalb des SMI-Rekordstandes. Aktuell ziehen diese Stellschrauben zusammen mit der impliziten Volatilität des Leitindex einen Hebel von gut elf nach sich. Achtung: Sollte der Basiswert nachgeben, drohen überproportionale Verluste.

Heisse Wette auf Facebook

Szenario Einzelwert: Die Facebook-Aktie zählt derzeit zu den heissesten Wetten an der Wall Street. Viele Anleger setzen darauf, dass der Social-Media-Krösus erstmals in den dreistelligen Kursbereich vordringen wird. Laut Daten der Analysefirma Trade Alert nahm das Open Interest in Call-Optionen – diese Instrumente zielen auf steigende Notierungen ab – im Juli um knapp einen Viertel zu. Das Volumen der auf fallende Kurse ausgelegten Puts dehnte sich nur halb so stark aus. Infolgedessen kletterte die sogenannte Call-Put-Ratio für Facebook auf einen Spitzenwert von knapp zwei. So mancher Bulle dürfte darauf gesetzt haben, dass die Kalifornier starke Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Auf den ersten Blick ging diese Wette auf. Facebook übertraf bei Umsatz und Gewinn die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Gleichwohl musste die Aktie unmittelbar nach der Zahlenvorlage Federn lassen. Möglicherweise störte einige Investoren der starke Kostenanstieg im Unternehmen. Um die verschiedenen Dienstleistungen voranzutreiben, greift das Management derzeit bewusst tief in die Tasche. Ein weiterer Grund für den nachbörslichen Taucher könnten Gewinnmitnahmen gewesen sein.

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Das Produkt: Selbst, wenn der Höhenflug des Internetgiganten länger stocken sollte, winkt bei einem Discount-Zertifikat (ISIN CH0283727003) der UBS eine Rendite von 9,5 Prozent p.a. Dazu muss der Basiswert am 17. Juni 2016 auf oder über dem Höchstbetrag von 85 US-Dollar aus dem Handel gehen. Aktuell notiert Facebook bei knapp 94 Dollar. Für den Fall, dass der Nasdaq-Titel bis zum Laufzeitende unter den Cap fällt, greift der hohe Discount von 19,1 Prozent. Erst, wenn die Aktie dieses Polster aufgezehrt hat, drohen rote Verluste. Im Gegenzug für den Teilschutz verzichten Anleger auf die Partizipation bei steigenden Kursen.