Spanien blickt auf schwierige Jahre zurück. Fünf Jahre lang steckte das Land in der Rezession. Doch nun gibt es erste Anzeichen, dass die Krise überwunden werden kann. Wie die Statistikbehörde des Landes meldet, stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) im vierten Quartal bereits zum zweiten Mal in Folge. Gab es zwischen Juli und September ein Wachstum um 0,1 Prozent, so kletterte das BIP von Oktober bis Dezember sogar um 0,3 Prozent. Damit hat der Mittelmeerstaat die Rezession technisch gesehen hinter sich gelassen. Dass Spanien aber deshalb schon über den Berg wäre, davon kann noch keine Rede sein. Selbst der stets um Optimismus bemühte Wirtschaftsminister Luis de Guindos warnt vor zu viel Euphorie: «Vor uns liegt noch sehr viel Arbeit.»

Tourismus auf Rekordniveau

Trotzdem stimmt die Entwicklung zuversichtlich, zumal sich auch Stabilisierungstendenzen im kriselnden Immobilienmarkt zeigen. Erfreulich entwickelte sich ebenfalls der für das Land so wichtige Fremdenverkehr. Wie das Tourismusministerium in Madrid mitteilte, stieg die Zahl der Reisenden im vergangenen Jahr auf 60,6 Millionen Personen. Ein neuer Urlauberrekord. Spanien eroberte damit den dritten Platz, als eines der weltweit beliebtesten Urlaubsländer, von China zurück. Noch wichtiger: Die Touristen geben so viel aus wie nie zuvor. Nach offiziellen Angaben liessen sie 59,1 Milliarden Euro im Land – ein Plus von 9,6 Prozent. Tourismus-Gelder und der anziehende Export verbessern auch das Leistungsbilanzdefizit.

Schattenwirtschaft – ein Boom der anderen Art

Grosse Probleme bereitet hingegen die hohe Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote blieb im vierten Quartal 2013 mit 26,0 Prozent in etwa konstant. Doch die effektiv gültige Zahl könnte niedriger liegen. Viele Spanier arbeiten in der Schattenwirtschaft. Die Steuerexperten von Gestha, der grössten Beamtengewerkschaft im spanischen Finanzamt, haben errechnet, dass sich die Schattenwirtschaft im Land mittlerweile auf 253 Milliarden Euro beläuft – das sind 24,6 Prozent BIP. Damit wurde fast jeder vierte Euro, der in Spaniens Geld- und Güterkreislauf zirkuliert, nicht versteuert. Bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit kommt auf die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy viel Arbeit zu.

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Neue Spanien-Zertifikate auf dem Markt

Immerhin: Für dieses Jahr zeigt sich die Regierung zuversichtlich, was das Wirtschaftswachstum betrifft. Das BIP soll um knapp 1 Prozent zulegen. Nicht ganz so optimistisch sind die Experten vom Internationalen Währungsfonds. Sie prognostizieren nur ein Plus von 0,6 Prozent. Aber: Egal, ob 1,0 oder nur 0,6 –  ein solch hohes Wachstum verbuchte Spaniens Wirtschaft seit 2008 nicht mehr. Der bevorstehende Aufschwung zieht auch wieder Anleger in den flächenmässig zweitgrössten Staat Westeuropas. Der Leitindex IBEX 35 konnte innerhalb eines Jahres um 25 Prozent steigen (Index-Tracker-Zertifikat zum Beispiel ISIN CH0225227112, Laufzeit endlos).  

Auch die Aktivitäten von Zertifikate-Emittenten deuten auf das wiederbelebte Interesse an Spanien hin. Mit Julius Bär (ISIN CH0227569800, Basket mit 10 anfänglich gleichgewichteten Blue Chips aus Spanien und Italien, Liberierung: 21.2.14, Laufzeitende: 19.2.16) und Vontobel (ISIN CH0141510807, Basket aus zwölf spanischen und vier portugiesischen Aktien, Liberierung: 18.2.14, Laufzeitende 18.2.16) haben vor kurzem gleich zwei Schweizer Anbieter von strukturierten Produkten Tracker-Zertifikate mit Schwerpunkt Aktien Spanien auf den Markt gebracht.