Wintersport ist der Nationalsport in Finnland. Doch egal, ob beim Skisprung, bei der Abfahrt oder beim Langlauf, die Skandinavier fuhren zuletzt immer hinterher. Auch beim Wirtschaftswachstum und an der Börse gerieten die Finnen in der jüngsten Vergangenheit ins Hintertreffen. Allerdings könnte es sein, dass sich das Blatt allmählich wenden wird. Nach neuesten Daten des finnischen Statistikamtes hat das Land im vierten Quartal 2015 die Rezession hinter sich gelassen. Die Wirtschaft des Euro-Mitglieds legte im Schlussviertel um 0,1 Prozent zu. Für das Gesamtjahr ergibt sich dadurch eine Expansion der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent.

Auch im laufenden Jahr soll sich der Wachstumskurs fortsetzen. Für 2016 erwartet die Europäische Kommission ein Plus von 0,5 Prozent. Damit sind die Aussichten im Vergleich zu den anderen Euro-Staaten zwar relativ schwach, allerdings kann sich dieses Wachstum angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen durchaus sehen lassen. Das stark von Exporten abhängige Land leidet zum einen unter dem billigen Ölpreis, zum anderen unter den Sanktionen gegen das benachbarte Russland und unter dessen Rezession.

Amer Sports verdoppelt Gewinn

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Börsianer richten den Blick aber bereits in eine bessere Zukunft und greifen wieder bei finnischen Aktien zu. So konnte der OMX Helsinki 25 Index in den vergangenen sechs Monaten die anderen europäischen Börsen klar hinter sich lassen.   

Besonders rasant laufen derzeit die Aktien von Amer Sports (ISIN FI0009000285). Innerhalb eines Jahres sprinteten die Titel um 35 Prozent nach oben. Das Unternehmen, das über zahlreiche Sportmarken wie Arc’Teryx, Salomon, Atomic und Mavic verfügt, blickt auch operativ auf ein gutes Jahr zurück. Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 5 Prozent zu, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich sogar von 114 auf 204 Millionen Euro.

«Die erfreuliche Entwicklung 2015 erstreckt sich über alle Tätigkeitsgebiete hinweg», zeigte sich Amer-Chef Heikki Takala sichtlich zufrieden bei der Vorstellung der Zahlen. Unter anderem der Ballsport und die Wintersportausrüstungen zeigten eine gute Performance. Auch 2016 soll das Wachstum anhalten, bei Umsatz und Gewinn rechnen die Finnen mit weiteren Steigerungen. Der Analystenkonsens geht für dieses Jahr mit einem Ergebniswachstum von knapp 14 Prozent aus, das 2016er-KGV beträgt 17. Im Bewertungsvergleich mit den Branchenriesen Adidas und Nike mit KGVs deutlich über 20 ist Amer damit ein Schnäppchen.

Nokia: Umbau so gut wie abgeschlossen

Unter KGV-Gesichtspunkten ist auch das wohl bekannteste finnische Unternehmen, Nokia, günstig. Im Durchschnitt wird bis 2017 mit einem Gewinnwachstum von einem Fünftel gerechnet, das 2017er-Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt hingegen nur knapp 13. Nokia kommt nun in die Phase, operativ die Früchte ihrer Umbauten ernten zu dürfen. Durch den Verkauf von Here und die Übernahme von Alcatel-Lucent ist die Umstrukturierung des Netzwerkausrüsters nämlich so gut wie abgeschlossen.

Zudem zeigt Nokia wieder Visionen. Auf dem Mobile World Congress stellte der Konzern mit Airscale kürzlich eine 5G-fähige Mobilfunk-Zugangstechnologie vor. Bis 2020 soll die fünfte Generation des Mobilfunks marktreif sein.

F-Secure trifft Nerv der Zeit

Unter Wert gehandelt wird auch F-Secure. Der Security-Anbieter trifft mit seinen Produkten nämlich genau den Nerv der Zeit, denn die Cyberkriminalität nimmt immer mehr zu und zwingt Unternehmen und ganze Staaten zum Handeln. F-Secure macht IT-Sicherheit seit neuestem auch zum sozialen Thema und bietet seit kurzem eine aktualisierte Version des Dienstes «Safe» an. Damit werden beispielsweise Familienmitglieder, Verwandte oder auch enge Freunde mithilfe von sogenannten «Safe-Kreisen» gleichzeitig geschützt.

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Dass die Produkte am Markt gut ankommen, zeigt ein Blick in die Bücher. Im vierten Quartal legten die Erlöse um 13 Prozent zu und damit etwas stärker als vom Markt erwartet. Auch beim Dividendenvorschlag konnte F-Secure positiv überraschen. Da das Unternehmen 2016 mit weiter anziehenden Geschäften rechnet, schütten die Finnen neben der normalen Dividende von 0,06 Euro auch eine Sonderdividende in der gleichen Höhe aus. Daraus ergibt sich eine attraktive Dividendenrendite von 4,5 Prozent.

In US-Dollar kotiert

Wer breit diversifiziert in den skandinavischen Emporkömmling investieren möchte, kann dies einfach mit einem Tracker-Zertifikat umsetzen. Die UBS verfügt über ein entsprechendes Partizipationsprodukt (ISIN CH0221943290) auf den MSCI Daily TR Net Finnland Index. Dieses Produkt gibt den Verlauf des Barometers eins zu eins wieder – inklusive der Netto-Dividenden. Allerdings müssen Anleger die Währungsrelation CHF/USD im Auge behalten, denn das Produkt ist in US-Dollar kotiert. Eine jährliche Gebühr fällt nicht an.