Drei Jahre lang kam die Aktie von Francotyp Postalia nicht vom Fleck. Dann kam es vor zwei Monaten  doch endlich zum Ausbruch aus der zähen Trading-Range: Die Aktie des Anbieters von Frankier- und Kuvertiermaschinen und Dienstleisters für die Briefkommunikation schoss innert weniger Tage um 15 Prozent nach oben und konnte seither nochmals rund zehn Prozent zulegen. Der Grund für den Schub war die Mitte November von Firmenchef Rüdiger Andreas Günther präsentierte neue Strategie.

Der Francotyp-Chef will seinen Kunden in den nächsten Jahren nicht nur neue Lösungen und Dienste rund um die Briefbeförderung bieten und neue digitale Geschäftsfelder entwickeln, sondern auch Kosten senken und die Effizienz steigern. Konnte der nach eigenen Angaben drittgrösste Anbieter von Frankiermaschinen weltweit seinen Umsatz in 2015 schon um 12,2 Prozent auf 191,1 Millionen Euro ausbauen und auch in den ersten neun Monaten 2016 um weitere 5,7 Prozent steigern, so peilt Manager Günther für 2020 einen Umsatz von 250 Millionen Euro an.

Da ist ein Gewinnschub bis 2020 zu erwarten

Die Gewinnspanne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll sich bis dahin von zuletzt 13,8 auf zumindest 17 Prozent erhöhen und in 2023 bei einem Umsatz von 400 Millionen Euro sogar bei 20 Prozent liegen. Mehr Umsatz, steigende Margen – der Gewinn bei Francotyp könnte in den nächsten Jahren enorm zulegen.

Manager Günther erwartet für die Jahre zwischen 2020 und 2023 ein Ergebnis von zumindest 1,0 Euro je Aktie im Jahr. Das ist enorm und sollte der Briefexperte diese Ziele erreichen, wäre schon in drei Jahren ein 5er-KGV drin. Mittelfristig hat die Aktie damit das Zeug zum Kursverdoppler. Möglicherweise löst aber schon die Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2016 – diese dürften Ende Februar oder Anfang März präsentiert werden – neue Kursdynamik aus.

Francotyp Postalia AG
ISIN: DE 000 FPH 900 0
Gewinn je Aktie 2018e: 0,60 €
KGV 2018e: 8,5
Dividende/Rendite 2016e: 0,16 €/3,1%
EK je Aktie: 2,15 €
EK-Quote: 22,8%
KBV: 2,4
Kurs/Ziel/Stopp: 5,10/7,50/3,40 €

 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +26,1 Prozent (DAX: +12,7 Prozent), 3 Jahre: +71,5 Prozent (DAX: +22,4 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +301,7 Prozent (Dax: +83,3 Prozent).

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