Das wird mehr und mehr eine «self fulfilling prophecy» – eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Denn, wie schon neunmal in den vorausgegangenen zehn Jahren, kam es auch 2015 in den ersten Monaten des Jahres zu Kurssteigerungen bei Gold. Damit konnte das Edelmetall zwischen 2005 und 2015 nun bereits zehn von elf Mal in jedem Jahr innert weniger Monate schöne Kursgewinne erreichen, meist im Bereich von 10 Prozent. Gold bescherte damit seit 2005 mit Ausnahme von 2013 Jahr für Jahr im Vergleich zum Jahresstart zumindest zwischenzeitlich ein schnelles Plus. Im 2015 ging die Notierung sogar in nur vier Wochen nach dem Jahresstart um 8 Prozent nach oben. Der von der Redaktion von stocksDIGITAL empfohlene Call hatte sich dabei in kurzer Zeit annähernd verdoppelt.

Angesichts des signifikanten Kursmusters mit Kurssteigerungen bei Gold im Lauf eines Jahres im Vergleich zum Jahresstart von jeweils mindestens 8 Prozent könnte sich der Einstieg damit auch jetzt, Ende Dezember, oder gleich Anfang Januar 2016 wieder lohnen. Etwas risikofreudigere Anleger greifen hier zu einem Call (ISIN: CH0256319259, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 100:1, Basis und Knock-out jeweils 1015,90 Dollar) mit einem hohen 17er-Hebel.

Da steht der Rebound bevor

Aber Gold scheint aktuell charttechnisch betrachtet auch aus einem weiteren Grund sehr vielversprechend zu sein. Seit Juni 2013 konnte die Notierung des gelben Metalls bereits viermal schnell und deutlich von der unteren Begrenzungslinie des Abwärtstrends nach oben abheben. Da waren jeweils schon nach zwei bis drei Monaten Steigerungen zwischen 7 und 15 Prozent drin. Anfang Dezember hatte Gold diese Abwärtslinie erneut erreicht und prallte schon zum fünften Mal in Folge von dieser Begrenzung nach oben ab. Wiederholt sich das Muster der letzten zwei Jahre, wären weitere Kurssteigerungen bis in den Bereich von 1150 Dollar je Unze drin. Bei einem solchen Kursanstieg des Metalls um 7 Prozent wären mit dem oben genannten Call rund 100 Prozent verdient.

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Und fundamental? In den letzten zwölf Monaten fiel der Goldpreis um 12 Prozent. In den letzten zwei Jahren lag der Rückgang bei 15 und in den letzten drei Jahren bei 37 Prozent. Auf Frankenbasis war der Wertverfall des Edelmetalls jedoch weniger stark, denn der Dollar konnte in den letzten drei Jahren um etwa 6 Prozent zulegen, und so büsste Gold auf Frankenbasis in den letzten zwölf Monaten nur 9 Prozent ein, in den letzten zwei Jahren lag das Minus sogar nur bei 6 Prozent.

Gold – die Nachfrage steigt

Immerhin scheint Gold auch bei den Verbrauchern gefragt zu sein. Und wohl auch deshalb, weil der Preis im Keller ist. Wie das World Gold Council in seinem aktuellen Bericht zum dritten Quartal meldet, stieg die weltweite Goldnachfrage zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent auf 1120,9 Tonnen. Damit hat die Nachfrage im letzten Quartal sogar schon wieder den fünfjährigen Mittelwert von 1106,1 Tonnen übersprungen.

Während in den erwähnten drei Monaten die Nachfrage durch die internationalen Zentralbanken und durch die Industrie um 3 und 4 Prozent gefallen ist, zog es den Absatz in der Schmuckindustrie um 6 Prozent nach oben, und die Nachfrage nach Münzen und Barren explodierte in diesem Quartal regelrecht und legte um 33 Prozent zu. Da es aus ETFs Abflüsse gegeben hat, hat der Bereich Gold als Investment insgesamt nur um 27 Prozent zugenommen. Immerhin verbuchte beispielsweise der grösste Gold-ETF der Welt, der SPDR Gold Trust, in den letzten zwölf Monaten einen Rückgang seiner Bestände von 724,8 auf 634,6 Tonnen.

Gold – Schmuck, Münzen und Barren sind gefragt, …

Betrachtet man die langfristigen Durchschnittswerte, sieht man in der Schmuckindustrie mit einem Absatz von 631,9 Tonnen im dritten Quartal jetzt bereits wieder eine Nachfrage über dem Fünfjahresdurchschnitt von 578,4 Tonnen. Zwar liegt Gold als Investment mit einer Nachfrage von 229,7 Tonnen in diesem Quartal noch deutlich hinter dem Fünfjahresmittel von 306,4 Tonnen zurück, doch bei Münzen und Barren ist mit 295,7 Tonnen fast schon bald wieder der langjährige Mittelwert von 329,6 Tonnen erreicht.

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Aufgeschlüsselt nach Regionen stieg die Goldnachfrage der Verbraucher mit 62 Prozent mit weitem Abstand am stärksten in den USA, gefolgt von Europa mit einem Plus von 27 Prozent, von Indien und von China, jeweils mit Steigerungen von 13 Prozent, und vom Mittleren Osten mit einem Nachfrageschub um 10 Prozent. Mit einer Konsumentennachfrage von 268,1 Tonnen hat sich Indien inzwischen deutlich vor China mit 239,9 Tonnen geschoben. USA, Europa und der Mittlere Osten liegen mit 58,9, 73,6 und 70,5 Tonnen weit zurück.

… und insgesamt liegt die Nachfrage nun über dem Angebot

Auf der Angebotsseite hat es weltweit in den drei Quartalen ein kleines Plus von 0,7 Prozent gegeben, das zu einem Angebot von 1100,1 Tonnen führte und damit zu einem Wert, ziemlich exakt in der Höhe des Durchschnitts der letzten fünf Jahre, von 1101,3 Tonnen. Während die Minenproduktion pro Quartal im Vorjahresvergleich um 2,9 Prozent auf 847,8 Tonnen gestiegen ist und damit 14,1 Prozent über dem langjährigen Mittel liegt, ging das Angebot aus wiederverwertetem Gold pro Quartal um 5,9 Prozent auf 252,3 Tonnen zurück. Das Recyclingvolumen liegt inzwischen um 29,6 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

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Sieht man sich den Trend an, zeigt sich im Vergleich zum Vorjahresquartal mit einem damaligen Überschuss des Goldangebotes über der Nachfrage von 50,2 Tonnen und mit einer fast exakt ausgeglichenen Marktstruktur im langjährigen Mittel nun ein Überschuss der Nachfrage von 20,8 Tonnen.

Der Trend: Das Angebot fällt, die Nachfrage steigt

Damit hat sich die Entwicklung aus 2013 weiter fortgesetzt. Vor zwei Jahren nämlich lag die Angebotsmenge im dritten Quartal mit 1129 Tonnen noch um 164 Tonnen über der Nachfrage. Zwar lässt sich die mittel- bis langfristige Entwicklung beim Goldpreis nur schwer vorhersagen, doch eines scheint klar zu sein: Langfristig betrachtet ist mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Schmuck aus China und Indien zu rechnen. Denn mit dem steigenden Einkommen der Chinesen und der Inder können sich immer mehr Menschen Gold als Geschenk und Schmuck leisten. Das World Gold Council sieht bis 2020 einen Anstieg der Stadtbevölkerung um 1,0 Milliarden Menschen in den beiden Ländern, mit entsprechend höherem Einkommen. Langfristig orientierte Anleger kaufen beispielsweise Anteile des grössten Gold-ETFs der Welt, des SPDR Gold Trusts (ISIN: US78463V1070).

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