Das hatte schon sehr gut ausgesehen. Nachdem Gold im 2013 viel von seinem langjährigen Glanz verloren hatte und die Notierung von 1687 auf 1213 Dollar je Unze um 28,1 Prozent gefallen war, zog der Preis für das Edelmetall seit Januar wieder an. Bis Mitte März zog es den Preis um bis zu 14,3 Prozent auf bis 1386 Dollar die Unze nach oben.

Gründe dafür gab es viele. Etwa die Unsicherheiten in der Ukraine und damit die Wiederbelebung von Gold als Krisenschutz, eine hohe Goldnachfrage der Chinesen und die mögliche Lockerung indischer Importbeschränkungen für Goldschmuck. Infolgedessen drängten Anleger verstärkt in den Markt. So verbuchten Gold-ETFs wieder Mittelzuflüsse. In der vergangenen Woche, beispielsweise, meldete der grösste Gold-ETF der Welt, der SPDR Gold Shares (ISIN: US78463V1070), einen Anstieg der Goldmenge im Portfolio von 805 auf 816 Tonnen.

Rückkehr der Spekulanten

Und auch die Spekulanten rissen sich fast schon wieder um das Edelmetall. So stieg die Zahl der offenen Long-Positionen, mit denen Anleger auf steigende Kurse setzen, an der wichtigen Edelmetallbörse New York Mercantile Exchange in der vergangenen Woche zum elften Mal in Folge, und zwar um etwa 6 Prozent auf rund 415'000 Kontrakte. Nun hat dieser Aufschwung ein jähes Ende gefunden. Anfang der Woche konnte Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinen Äusserungen zur Ukraine, dass neben der Krim-Halbinsel keine weiteren Teile des osteuropäischen Landes auf der Wunschliste Russlands stehen würden, vielen Anlegern die Krisenangst nehmen.

Anzeige

Nachdem der Goldpreis schon deutlich im Rückwärtsgang war, sorgte die US-Notenbank am Mittwoch mit der Ankündigung, sie werde die Käufe von Obligationen weiter drosseln und damit die extrem lockere Geldpolitik in den USA zügeln, für noch tiefere Kurse und für eine verschlechterte Charttechnik. Denn Gold wurde rasch danach unter der Unterstützung im Bereich von 1350 Dollar je Unze durchgereicht. Auch ist die 38-Tage-Linie erreicht, und die 200-Tage-Linie bei rund 1300 Punkten ist nicht mehr allzu weit weg.

Gold könnte vor dem Rebound stehen

Aus der schönen Kurserholung von Gold seit dem Januar könnte nun ein weiterer Absturz, sogar unter diese wichtige psychologische Marke, werden. Gold könnte jetzt aber auch wieder nach oben drehen. Denn das gelbe Metall notiert nun an der unteren Begrenzungslinie seines kurzfristigen Aufwärtstrends vom Jahresanfang. Zweimal schon konnte der Unzenpreis von dort schnell nach oben abprallen und brachte den Anlegern Kursgewinne in ein bis zwei Wochen von etwa 4 oder 5 Prozent.

Ein Call auf das Metall (ISIN: CH0214852052, Laufzeit endlos, Knock-out und Basispreis jeweils 1160,84 Dollar, nicht währungsgesichert, Bezugsverhältnis 100:1) könnte sich bei einem Rebound von der Trendlinie bezahlt machen. Kann Gold technisch bedingt eine Erholung starten und beispielsweise um 2 bis 3 Prozent von 1330 auf 1350 Dollar steigen, wären mit dem Zertifikat schon rund 12 Prozent verdient.

10-facher-Hebel für Risikofreudige

Wer etwas risikofreudiger ist, kann mit einer höheren Knock-out-Schwelle und mit einem höheren Basispreis einen möglichen Rebound von Gold auch stärker hebeln (ISIN: CH0229544108, Laufzeit 20.6.14, Basis und Knock-out jeweils 1225 Dollar, nicht währungsgesichert, Bezugsverhältnis 100:1). Mit diesem Call wären bei einem Preisanstieg von 1330 auf 1350 sogar rund 20 Prozent Gewinn drin. Aber egal, welches Zertifikat – vorsichtige Anleger steigen bei einem Abrutschen von Gold unter die kritische Marke von 1300 Dollar besser aus. Beim SPDR-Gold-Shares-ETF gab es übrigens bis Mittwoch noch nicht dramatische Mittelabflüsse. Der Goldbestand lag an jenem Tag bei 812 Tonnen.

Anzeige