Gut – nach der letzten Besprechung von Gold Anfang Juni kletterte der Unzenpreis tatsächlich in den folgenden zwei Wochen um bis zu rund 2 Prozent nach oben. Der empfohlene Call brachte dabei einen Gewinn von bis zu rund 20 Prozent.

Doch von diesem kleinen Zwischenhoch ist die Notierung des gelben Metalls inzwischen deutlich abgerutscht. Mitte Juli wurde nicht nur die Unterstützung bei 1150 Dollar nach unten durchbrochen, sondern bereits eine Woche später gleich noch die psychologische Marke von 1100 Dollar. Nach dem Kursverfall seit Ende Juni notiert das Edelmetall nun auch deutlich unter der 38- und 100-Tage-Linie, und die 200-Tage-Linie ist bereits meilenweit entfernt. Gold ist damit jetzt so günstig wie seit Oktober 2009 nicht mehr.

Gold – der Analystenkonsens erwartet einen weiteren Preisverfall

Und viele Experten sagen dem Preis weitere Rückgänge voraus. So liegt der Konsens unter 16 von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Goldanalysten und -händlern für das Jahresende sogar beim Fall unter die 1000-Dollar-Marke und bei Kursen von nur noch 984 Dollar je Unze.

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Immerhin: Für Besitzer von physischem Gold in der Schweiz, also beispielsweise von Barren oder Münzen, halten sich die jüngsten Verluste in Grenzen. Denn seit Mitte Juni kletterte der Dollar gegenüber dem Franken um rund 6 Prozent. Bereinigt um den Wechselkurs liegt der Kursrutsch des Edelmetalls somit nicht bei rund 9 Prozent auf Dollarbasis, sondern nur noch bei rund 3 Prozent in Franken.

Warum der Kurs gefallen ist

Dass der Dollar gegenüber anderen Währungen wie dem Euro – der rutschte seit Mitte Juni gegenüber dem Dollar um 4 Prozent nach unten – stark ist, halten viele Experten für einen der Hauptgründe für den fallenden Goldpreis. Denn Gold wird in Dollar gehandelt. Wer Gold kaufen will, muss bei einem steigenden Dollarkurs mehr Geld in eigener Landeswährung je Unze bezahlen. Das schwächt die Nachfrage tendenziell.

Weitere Gründe werden für den Goldverfall genannt: Die fortlaufende Erholung der US-Wirtschaft und die erwartete Zinserhöhung in den Staaten, der breite Ausverkauf bei Rohstoffen generell – ebenfalls eine Folge des starken Dollars – und auch die neuen Rettungsmassnahmen für Griechenland. Damit sinken die politischen Risiken – Gold als sicherer Hafen verliert an Bedeutung. Und auch die nachlassende konjunkturelle Dynamik in China wird als Argument gegen Gold genannt. Immerhin ist China weltweit der grösste Nachfrager nach dem gelben Metall.

China kauft …

Letzterem widersprechen allerdings aktuelle Zahlen des World Gold Council. Die Branchenorganisation der Goldminengesellschaften sieht Chinas Goldmarkt in einer guten Verfassung, mit einer starken Nachfrage im ersten Quartal und einem Aufbau der Goldreserven durch die People's Bank of China, der chinesischen Zentralbank, seit 2009 um 57 Prozent auf 1658 Tonnen.

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Den Grund für den Kurssturz bei Gold vor knapp zwei Wochen, am 20. Juli, um 4 Prozent an einem einzigen Tag innert weniger Minuten von 1134 auf 1086 Dollar hat die Organisation auch ausgemacht: Auslöser waren massiv erhöhte Verkäufe an den Handelsplätzen Globex der Terminbörse Comex sowie an der Shanghai Gold Exchange.

… und auch Spekulanten mischen eifrig mit

Während in Shanghai normalerweise an einem ganzen Tag rund 40 Tonnen Gold gehandelt werden, wurden vor zwei Wochen in einer einzigen Minute 4,7 Tonnen auf den Markt geworfen – mit entsprechendem Preisverfall von 4,3 Prozent in einer Minute. Die Experten des World Gold Council sehen in diesem schnellen Abverkauf, noch dazu bei dünnem Handel, auch die Aktivität von Spekulanten und nicht generell eine neue Dynamik in der Gold-Angebots- und -Nachfrage-Struktur.

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Das würde ins Bild passen, denn, wie Bank of America vor wenigen Tagen berichtete, halten institutionelle Vermögensverwalter zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren eine Netto-Short-Position bei Gold und spekulieren damit offensichtlich auf weiter fallende Kurse.

Short-Spekulation könnte platzen

Allerdings könnte diese Spekulation nach hinten losgehen. Die Analysten des World Gold Council erwarten in diesem Jahr zwar noch eine hohe Produktion der Goldminen, danach aber fallende Förderaktivitäten. Daneben treten die Notenbanken seit längerem als Nettokäufer von Gold auf. Und schliesslich ist da die Verschiebung der Goldnachfrage nach Asien. Wie die Gold-Organisation berichtet, entfällt 42 Prozent der gesamten Goldnachfrage auf China und Indien. Das Dollar-Argument zieht da eigentlich weniger, denn Renminbi Yuan und indische Rupie haben auf Sicht von einem und drei Monaten sowie von einem Jahr gegenüber dem Dollar so gut wie nicht an Wert verloren.

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Möglicherweise handelt es sich beim aktuellen Preisniveau von Gold bereits um eine Übertreibung nach unten, und die erwartete Zinserhöhung im September durch die US-Notenbank wird eine Kurswende bringen. Immerhin sieht das World Gold Council steigende US-Zinsen bereits im Goldkurs eingepreist.

Anleger setzen auf Gold: SPDR und Call

Für Anleger bedeutet das: Der aktuelle Unzenpreis könnte für mittel- bis langfristig orientierte Anleger eine gute Gelegenheit zum Einstieg sein. Beispielsweise mittels des SPDR Gold Trust ETF (ISIN: US78463V1070). Da Analysten zumindest kurzfristig eine Preisumkehr bei Gold für möglich halten, setzen risikofreudige Anleger jetzt erneut auf einen Gold-Call (ISIN: CH0256311132, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 1044,33 Dollar). Mit hohem 20er-Hebel verspricht beim Call schon ein Goldkurs auf dem Level vor dem Crash vom 20. Juli um 1134 Dollar je Unze annähernd eine Kursverdopplung. 

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