Gold kommt wieder aus dem Loch. Nachdem der Preis je Unze Ende 2013 auf knapp 1200 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit 2010 gefallen ist, führen jetzt unter anderem die Ängste um die Solidität der Schwellenländer und um ihre Währungen zur Flucht in den sicheren Hafen des Edelmetalls und brachten dem Goldpreis dadurch bisher den höchsten Stand seit Mitte November. Rohstoffexperten sehen aber auch als weiteren Grund der steigenden Notierung eine höhere Nachfrage nach dem gelben Metall aus China. Das Handelsvolumen an der Goldbörse Shanghai war vor einigen Tagen so hoch wie seit Mai 2013 nicht mehr.

Erst starker Kursverfall, dann ein Abprallen von der Unterstützung – schon im vergangenen Juni gab es ein ähnliches Kursmuster. Damals knallte die Notierung auch auf die 1200er-Marke, drehte von dort aber schnell wieder nach oben und erreichte bereits im September 1400 Dollar. Nun können Anleger beispielsweise mit einem Call-Zertifikat (ISIN CH0214852060, Laufzeit endlos, Knock-out und Basispreis je 1135,63 Dollar, nicht währungsgesichert) auf einen weiteren Kursaufschwung des Metalls setzen, oder sie können sich ein paar Aktien von Goldminen ansehen. Dort sieht es kursmässig teilweise aber katastrophal aus.

Starke Prognosen: Newcrest steigt rasant

Etwa bei der Aktie von Newmont Mining (ISIN US6516391066) – weltweit Nummer zwei der Branche. Trotz der jüngsten Kurserholung bei Gold ist der Wert im steilen Abwärtstrend und notiert auf dem tiefsten Stand seit 2002. Marktführer Barrick Gold (ISIN CA0679011084) hat hingegen nicht nur bereits einen Boden ausgebildet, sondern notiert derzeit obendrein am starken Widerstand um 21 Dollar. Goldcorp (ISIN CA3809564097) hat seit Dezember mit Steigerungen von 25 Prozent sogar deutlich nach oben gedreht. Der Minenkonzern erhöhte dabei die Prognose für das Wachstum seiner Goldproduktion in den nächsten zwei Jahren um 50 Prozent und will gleichzeitig die Kosten um 15 bis 20 Prozent senken. Da die Aktie vor kurzem die obere Begrenzung des Abwärtstrends geknackt hat, könnten bald Kurse von deutlich über 30 Dollar drin sein.

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Newcrest Mining (ISIN AU000000NCM7) brachte den Aktionären in den letzten zwei Monaten ein Plus von 50 Prozent. Auslöser für die Rally ist die operative Entwicklung beim Minenkonzern aus Melbourne. Newcrest baut ihre Gold- und Kupferproduktion kräftig aus. Obendrein liegt zum einen die Umsatzprognose nun am oberen Ende der ursprünglichen Zielspanne, andererseits sollen die Kosten am unteren Ende der Prognose landen.

Senkung der Förderkosten bringt Aufschwung

Tatsächlich sieht jetzt auch die Situation im FTSE Gold Mining Index mit seinen zehn Mitgliedern wieder vielversprechend aus. Notierte der Index Ende 2013 mit rund 1000 Punkten noch 65 Prozent unter den 2011er-Hochs von 3000 Punkten, so ist das Minus nach den Kursgewinnen um 50 Prozent seit Januar auf 1500 Punkte deutlich abgeschmolzen. Grund für den breiten Aufschwung bei Goldminen sind die dort eingeleiteten Sparmassnahmen. So haben viele Minen, wie etwa Barrick, Gold-Minen geschlossen und die Förderkosten drastisch gesenkt. Lagen diese vor zwei Jahren in der Branche häufig noch im Bereich von 1300 Dollar, so waren es etwa bei Barrick im dritten Quartal nur noch 916 Dollar je Unze.

Die Schliessung von Minen hat für die Betreiber neben der zeitnahen Senkung der Kapitalkosten einen weiteren Vorteil – fallende Kapazität dürfte früher oder später zur Verknappung und zu steigenden Goldpreisen führen. Immerhin halten es Branchenkenner für möglich, dass bis zu 40 Prozent der Minen den Sparmassnahmen zum Opfer fallen werden. So hat Barrick beispielsweise seit Oktober sechs Minen abgestossen. Die Aktie ist aber auch charttechnisch interessant. Klappt der Sprung über den technischen Widerstand um 21 Dollar, könnte das einen Schub bis in den Bereich um 30 Dollar auslösen.

Vergleichsweise hohe Förderkosten bei Newmont Mining

Nicht ganz so günstig wie die Nummer eins im Goldgeschäft produziert übrigens Newmont Mining. Das dürfte einer der Gründe für den fortwährenden Kursverfall sein. Der Konzern aus Greenwood Village in Colorado plant für 2014 Förderkosten in einer Spanne zwischen 1075 und 1175 Dollar. Damit sind bei Newmont noch höhere Goldpreise für wirklich profitable Geschäfte erforderlich. Sollte der Preis für das Edelmetall jedoch stärker zulegen, dann hat die Aktie deutliches Nachholpotenzial.

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