Griechenland ist zurück! Zumindest am Markt für Obligationen. In der vergangenen Woche emittierte der einstige Pleitekandidat seinen seit 2010 ersten, langlaufenden Staatsbond. Mit der Ausgabe einer Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren wollte sich Finanzminister Yannis Stournaras 3 Milliarden Euro frisches Geld für Hellas beschaffen. Internationale Investoren, darunter geschätzt 30 Prozent risikofreudige Hedge Funds, hätten ihm sogar 20 Milliarden Euro anvertraut.

Wegen der riesigen Nachfrage nach der neuen Hellas-Obligation wurde die Emission ein voller Erfolg – was verständlich ist. Das Papier versprach bei der Ausgabe eine Rendite von jährlich 4,75 Prozent. Bei Anleihen von bonitätsstarken Ländern bekommen Anleger sonst meist nur Verzinsungen im Bereich von 2 Prozent. Allerdings gab es für Hellas-Anleihen vor zwei Jahren vor dem Schuldenschnitt in Griechenland wegen der damals hohen Ausfallgefahr noch Renditen im mittleren zweistelligen Bereich.

Kleinanleger zocken fleissig mit

War die Zeichnung der Obligation nur Grossanlegern vorbehalten, so können seit Anfang der Woche auch Privatanleger bei einer Stückelung von 1000 Euro (ISIN: GR0114028534) einsteigen. Zwar kann das Papier auch bei der Zürcher Kantonalbank gehandelt werden, doch ein wirklich reger Handel findet beispielsweise an der Börse Stuttgart statt. Dort orderten Kleinanleger in den ersten Handelstagen das Papier im Durchschnitt pro Tag für 3,7 Millionen Euro.

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Beim Coupon von 4,75 Prozent wirft die Obligation beim aktuellen Kurs von 99,0 Prozent bis zum Ende der Laufzeit am 17.4.2019 sogar 5,0 Prozent Rendite im Jahr ab und das bei einer jährlich einmaligen Zinszahlung jeweils am 17. April.

Hellas – die Konjuktur kommt langsam aus dem Keller

Die Rechnung der Anleger ist einfach: Zwar ist Griechenland hinsichtlich seiner Solidität nach wie vor ein klarer Wackelkandidat, doch viele spekulieren darauf, dass die Europäische Zentralbank im Fall der Fälle die Obligation bedienen wird. Unter dieser Annahme ist die Rendite von 5,0 Prozent pro Jahr ein klares Kaufargument. Sollte sich die Konjunktur oder die Bonität des Landes in der nächsten Zeit bessern, verspricht das zwischenzeitlich sogar Kurssteigerungen beim Bonds und damit schöne Spekulationsgewinne.

Immerhin läuft es in Hellas wieder etwas besser. Die Arbeitslosenquote fiel im Februar auf 26,7 Prozent – der tiefste Stand seit einem Jahr –, und 2014 soll die griechische Wirtschaft nach langer Schrumpfung zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder wachsen. Die EU-Kommission rechnet mit einem Wachstumsplus von 0,6 Prozent.

Griechische Aktien mit hohem Potenzial

Für risikofreudige Anleger ist aber nicht nur die neue Staatsobligation interessant, sondern auch Griechenlands Aktienmarkt. Zwar korrigierte der Leitindex ASE, Athens Stock-Exchange-General-Index, seit Anfang April um 10 Prozent, doch auf Jahressicht gewinnt die Börse in Athen immerhin 30 Prozent und zählt damit zu den internationalen Top-Performern. Bezogen auf alte Höchststände besteht ein enormes Nachholpotenzial. Zu den 2009er-Hochs hat der ASE mehr als 100 Prozent aufzuholen, zu den 2007er-Rekorden sogar mehr als 300 Prozent.

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Anleger, die auf eine weitere Erholung in Hellas setzen wollen, wählen ein Indexzertifikat (ISIN: NL0000414035, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 100:1, Währung: Euro) auf die 20 grössten Titel der Börse Athen. Das Zertifikat bildet die Kursentwicklung des Index eins zu eins ab.

Börsianer setzen auf den Aufschwung im Finanzsektor

Wer noch mehr Spannung will, setzt auf Aktien aus dem Finanzsektor des Landes wie etwa auf Alpha Bank (ISIN: GRS015013006) oder auf Hellenic Exchanges (ISIN: GRS395363005), den Betreiber der Börse Athen und Anbieter verschiedener Finanzdienstleistungen. Die beiden Aktien konnten sich in den letzten zwölf Monaten zwar schon jeweils in etwa verdoppeln, doch bei einem weiteren Konjunkturaufschwung dürfte noch mehr drin sein.